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STÄRKUNG BEWÄHRTER PRAKTIKEN

August 2023

FOKUS-GRUPPEN

BEWÄHRTE PRAXIS

1

Nachbesprechung Klimawandel

2

3

4

Kommunikationmit Jugendlichen

Förderung von Nachhaltigkeits-Aktionen

Lernen durch Gamification

HINTERGRUND Pro Land

Zu Nachhaltigkeit

Lernressourcen

Schulungsmethoden

Emotionen

Gedanken

Handlungen

Empfehlungen

Zu Gamification

Online

Offline

ERASMUS+ - ACT Project

In Finnland zeigt die junge Bevölkerung ein großes Interesse an Umweltthemen. Verschiedene Studien und Umfragen zeigen, dass die meisten jungen Menschen im Land die Realität des Klimawandels anerkennen und glauben, dass menschliches Handeln dazu beiträgt. Sie wollen mehr Wissen über den Klimawandel und nachhaltige Lösungen erwerben sowie die Notwendigkeit von Änderungen in den Konsum- und Produktionsmethoden betonen. Zahlreiche von Jugendlichen geleitete Initiativen befassen sich aktiv mit Fragen des Klimawandels in Finnland. Während einige von jungen Menschen selbst geleitet werden, wie die Initiative "Extinction Rebellion Finland", werden viele von Nichtregierungsorganisationen und anderen Organisationen vorangetrieben. Mehrere Organisationen in Finnland fördern die Beteiligung junger Menschen auf unterschiedliche Weise:

  • Das Entwicklungszentrum "Opinkirjo" organisiert Jugendparlamente und bietet nicht-formale Bildung in Unternehmertum und Wissenschaft an.
  • "Koordinaatti" bietet Jugendinformations- und Beratungsdienste an, um junge Menschen in verschiedenen Lebensbereichen zu unterstützen.
  • Die Jugendakademie arbeitet mit Bildungseinrichtungen und Unternehmen zusammen, um junge Menschen einzubinden.
  • Die "Union of Local Youth Councils in Finland (Nuva ry)" setzt sich für die Beteiligung junger Menschen ein und bietet Schulungen an, um junge Einflussnehmer:innen zu stärken.

JUGEND PARTIZIPATION

IRLAND

1. Gamification in Irland

Gamification oder spielbasiertes Lernen ist in Irland in strukturierten Bildungsumgebungen nicht weit verbreitet. Seine Integration in den Unterricht hängt weitgehend von einzelnen Lehrkräften und außerschulischen Aktivitäten, Workshops usw. ab. Die Erstausbildungs-Pogramme für Lehrer:innen in Irland konzentrieren sich nicht speziell auf spielbasiertes Lernen, dennoch setzen einige Lehrer:innen Spiele in ihren Klassenräumen ein. Ganz im Gegenteil werden in der Jugendarbeit und in der entwicklungspolitischen Bildung Spiele schon länger in die tägliche Arbeitspraxis integriert.

2. Klimabildung und SDGs

Auf Regierungsebene hat Irland eine nationale Strategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, die Nachhaltigkeit und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) fördert. Umweltthemen werden durch Fächer wie Sozial-, Umwelt- und naturwissenschaftliche Bildung in der Grundschule und durch staatsbürgerliche, soziale und politische Bildung in der Sekundarstufe in Lehrpläne integriert. Außerschulische Programme wie "Green Schools" und das "Irish Schools Sustainability Network" spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Bewusstseinsbildung zu diesen Themen.

3. Hürden bei der Förderung von Umweltthemen

Zu den Hindernissen bei der Förderung von Umweltthemen gehören: Desinteresse der Schüler:innen, widersprüchliche Bildungsparadigmen, Wahrnehmung der Umwelterziehung als zusätzliches Angebot und Mangel an Wissen, Zeit oder Ressourcen.

4. Zentren für innovative Bildung

Was Bildungs-Innovation betrifft, so gibt es in Irland "Exzellenz- und Innovationszentren", wobei der Schwerpunkt eher auf digitale Kompetenz als auf Gamification und Umweltthemen liegen.

5. Schulen für Workshops zum Thema Umwelt ansprechen

Um Schulen Umwelt-Workshops anzubieten, wendet sich SLí als Trainer direkt an die Schulen - per E-Mail, mit Flyern und Plakaten. SLí unterstreicht ihren Ruf für aktive Lern-Erfahrungen und arrangieren bei Bedarf auch Besuche vorort. Direkte Interaktion ist der Schlüssel zu ihrem Erfolg.

In Italien hat das Interesse junger Menschen an Umweltthemen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ursprünglich war dieses Interesse begrenzt, was vor allem auf ein vermeintlich fehlendes Engagement zurückzuführen war. Dieses mangelnde Engagement wurzelte jedoch in einem Gefühl der Machtlosigkeit und der Überzeugung, dass sie keine bedeutenden Veränderungen bewirken könnten. Jugendliche in Italien fühlen sich in der Regel stärker von Umweltproblemen bedroht als Erwachsene und sind der Meinung, dass sie aufgrund ihrer innovativen Herangehensweise an lokale Probleme in der Lage sind, bedeutende Veränderungen zu bewirken. Der Klimawandel ist für die italienische Jugend ein Hauptanliegen: 52 % äußern sich besorgt, aber sie haben nur begrenztes Vertrauen in institutionelle Maßnahmen: 46 % haben kein Vertrauen in sie. Außerdem fordern 46 % mehr Maßnahmen in Bereichen wie Abfallwirtschaft, Verringerung der Umweltverschmutzung und nachhaltige Energiepraktiken. Interessanterweise konzentrieren sich nur 16 % auf den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Energie, während 40 % das umfassendere Thema des Klimawandels in den Vordergrund stellen. Die Jugendbeteiligung in Italien wird durch Partnerschaften zwischen institutionellen Akteuren auf verschiedenen Ebenen und durch von Jugendlichen geleitete Projekte gefördert. Diese Projekte binden junge Menschen durch Veranstaltungen, Vorträge, Projektentwicklung, Freiwilligenarbeit und Schulungskurse ein, die den Schwerpunkt auf transversale Kompetenzen legen. Die italienische Abteilung für Jugendpolitik hat Experimente im Zusammenhang mit dem "Universellen Zivildienst" gestartet, einschließlich eines "ökologischen Zivildienstes", der junge Menschen auf grüne Herausforderungen vorbereiten soll.

JUGEND PARTIZIPATION

ITALIEN

1. Gamification in Italien

Gamifizierung als Lehr- und Lerntechnik hat in Italien an Dynamik gewonnen. Ursprünglich wurde sie von großen Marken und Kundenbindungs-Programmen eingesetzt, hat sich aber in Richtung E-Learning und Unternehmensanwendungen entwickelt, wo sie inzwischen weit verbreitet ist. Italienische Universitäten wie das IED und die Universität Tor Vergata bieten Masterstudiengänge in Gamification an, während andere, wie die LUISS, Gamification in verschiedene Kurse integrieren. Gamification-Praktiken entwickeln sich auch in Schulen, wenn auch langsamer. Studien haben gezeigt, dass Gamification das Engagement und das Lernen der Schüler:innen fördert. Lehrkräfte setzen Techniken wie Punktevergabe, Ranglisten und Belohnungen in verschiedenen Fächern ein, darunter Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften. Einige italienische Universitäten, Schulen und Nichtregierungsorganisationen (NRO) haben sich Gamification zu eigen gemacht, wobei sich die NRO besonders auf Umwelterziehung in Verbindung mit dem Einsatz interaktiver Methoden und Plattformen zur Bewusstseinsbildung konzentrieren.

2. Klimabildung und SDGs

Italien hat Umweltthemen im Rahmen der politischen Bildung in seinen Lehrplan aufgenommen, wobei der Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Klimawandel liegt, was mit der UN-Agenda 2030 in Einklang steht. Schulen setzen Gamification als Teil von "Flipped Classrooms" ein. (Als "Flipped Classroom" wird eine Unterrichtsmethode beschrieben, bei der v.a. durch den Einsatz neuer Medien der Unterrichts im wahrsten Sinne "auf den Kopf gestellt" wird.) Auch außerschulische Veranstaltungen und Kampagnen fördern das Umweltbewusstsein der Schüler:innen. Italienische Schulen fördern die SDGs, einschließlich SDG 3 (Klimawandel). Durch politische Bildung und Projekte, die sich auf Nachhaltigkeit und Klimawandel konzentrieren, und außerschulische Veranstaltungen und Kampagnen werden die Schüler:innen in der Regel in Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Klimawandel einbezogen, wie z. Beispiel das Pflanzen von Bäumen und Energiesparinitiativen.

3. Hürden bei der Förderung von Umweltthemen

Zu den Hindernissen bei der Förderung von Umweltthemen in Schulen gehören Zeit- und Ressourcenbeschränkungen, unzureichende Lehrer:innenausbildung, Druck durch standardisierte Prüfungen, Mangel an interdisziplinären Ansätzen und Widerstand gegen Veränderungen, der oft auf persönlichen Überzeugungen oder Skepsis gegenüber dem Klimawandel beruht.

4. Zentren für innovative Bildung

In Italien gibt es Zentren für Bildungsinnovation, die sich auf innovative Lehrmethoden und interdisziplinäre Ansätze konzentrieren. Diese Zentren erforschen die Integration digitaler Technologien, einschließlich Gamification, um kritisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten zu verbessern und gleichzeitig Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zu behandeln.

5. Schulen für Workshops zum Thema Umwelt ansprechen

Der Verein LVIA kann als Ausbilder auf Schulen zugehen, indem er Schulungskurse, Bildungstage und interaktive Workshops zur Sensibilisierung für den Klimawandel und den Umweltschutz anbietet. Die Erfahrung des Vereines zeigt in der Entwicklung interaktiver Aktivitäten, dass Brettspiele und "Escape Rooms" wertvolle Instrumente sein können, um Schüler:innen für Umweltthemen zu begeistern und ihre aktive Beteiligung an der Lösung dieser Probleme zu fördern. Die Projekte des Vereins, die sich an junge Menschen im Schulalter richten, können als effektive Plattform für die Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement in Umweltfragen dienen.

Die Wahlbeteiligung junger Menschen in Spanien hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Bei den Parlamentswahlen 2019 zum Beispiel machten nur etwa 54 % der Wahlberechtigten zwischen 18 und 34 Jahren von ihrem Wahlrecht Gebrauch, verglichen mit höheren Beteiligungsquoten bei älteren Bevölkerungsgruppen. Es ist jedoch wichtig hervorzuheben, dass die Beteiligung junger Menschen über das Wählen hinausgeht, da das Engagement junger Menschen in sozialen und politischen Fragen zunimmt, wenn es um Basisbewegungen und Proteste geht. Diese Bewegungen zeigen, dass viele junge Menschen ihre Anliegen zum Ausdruck bringen und sich mit nicht-traditionellen politischen Mitteln für Veränderungen einsetzen. Im Bildungsbereich gibt es einige Initiativen zur Förderung von politischer Bildung und zur Beteiligung der Jugendlichen an schulischen Entscheidungsprozessen. Die COVID-19-Pandemie brachte neue Herausforderungen mit sich, da sie traditionelle Formen des Engagements wie persönliche Treffen und Veranstaltungen unterbrochen hat. Inzwischen bevorzugen junge Menschen digitale Plattformen und soziale Medien, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

JUGEND PARTIZIPATION

In Irland ist die junge Bevölkerung sehr an Umweltthemen interessiert, und über 90 % halten den Schutz der Umwelt für wichtig. Öko-Angst betrifft 60 % der jungen Menschen in Irland, was zu individuellen Maßnahmen wie der Reduzierung des Fleischkonsums und der Vermeidung von Einwegplastik führt, aber es ist für junge Menschen schwieriger, sich an kollektiven Maßnahmen zu beteiligen. Mehrere von Jugendlichen geleitete Initiativen befassen sich mit dem Klimawandel, darunter der "Youth Action Climate Council" und "Comhairle nan Óg", die junge Menschen in die Politikentwicklung einbeziehen. Der Nationale Jugendrat Irlands fördert die Beteiligung junger Menschen, während das Ministerium für Kinder, Gleichstellung, Behinderungen, Integration und Jugend die Jugendprogramme überwacht. Junge Menschen erhalten jedoch eher Klimainformationen aus anderen Quellen, die in der Regel online sind, darunter Nachrichten (24,9%), soziale Medien (23,3%) und Umweltorganisationen (12,3%).

JUGEND PARTIZIPATION

1. Gamification in Finland

Gamification ist eine anerkannte Lerntechnik in verschiedenen Bereichen, insbesondere in der formalen Bildung, einschließlich Vorschulen, Grundschulen, Gymnasien und Universitäten. Viele Lehrkräfte bekunden ihr Interesse an Gamification, da sie mehrere Vorteile bietet, wie z. B. zusätzliche Zeit für die Unterstützung der Schüler:inneb, Verbesserung des Lernens, Diversifizierung der Lehrmethoden, Förderung einer positiven Klassenatmosphäre und Aktivierung der Schüler:innen durch Steigerung ihrer Motivation.

FINLAND

2. Klimabildung und SDGs

In Finnland fördert das Bildungssystem die Einbeziehung von Umweltthemen in die Lehrpläne. Dabei werden die Werte von nachhaltiger Entwicklung und die Bedeutung eines nachhaltigen Lebensstils betont. Umweltthemen werden in verschiedene Schulfächer integriert, und Berufsschulen bieten sogar ein eigenes Fach für nachhaltige Entwicklung an. Trotz dieser Bemühungen ist es schwierig, da der Klimawandel ein komplexes globales Thema ist, während die Umwelterziehung oft als lokales Problem angesehen wird. Den Lehrer:inen fehlt oft das interdisziplinäre Wissen, um Umweltthemen effektiv zu unterrichten.

3. Hürden bei der Förderung von Umweltthemen

Es gibt einige Hindernisse, die einer breiten Einführung von Gamification im Bildungsbereich im Wege stehen. Dazu gehören das begrenzte Wissen der Lehrkräfte, Bedenken hinsichtlich des Zeitaufwands für die Implementierung von Spielelementen, potenzielle technische Schwierigkeiten mit digitalen Spielen und Unsicherheiten über das Erreichen bestimmter Lernziele. Hinzu kommt, dass einige Schüler:innen das Durchspielen von Spielen als nicht nützlich für das Lernen empfinden.

4. Zentren für innovative Bildung

Obwohl es in Finnland Zentren für Bildungsinnovation gibt, wie z.B. das "Helsinki Education Hub", die sich auf Bildungstechnologie und -innovation konzentrieren, gibt es keine spezifischen Informationen über ihr Interesse an Gamification und Umweltthemen.

5. Schulen für Workshops zum Thema Umwelt ansprechen

Eine gute Möglichkeit, Schulen Umwelt-Workshops anzubieten, besteht darin, Informationen über verfügbare Workshops auf Ihrer Website bereitzustellen und ein Bestellformular für Lehrer:innen zu erstellen, mit dem Workshops angefordert werden können. Die gezielte Ansprache von Schulen in bestimmten Interessensgebieten kann ein effektiver Ansatz sein.

SPANIEN

1. Gamification in Spanien

Die Integration von Gamification in das Bildungssystem in Spanien ist ein laufender Prozess, der mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert ist. Auf der einen Seite ist sie vielversprechend, da sie die traditionelle Unterrichtserfahrung in eine effektivere Lernumgebung verwandelt. Im Allgemeinen wurde sie bereits in großem Umfang für den Fremdsprachenunterricht eingesetzt. "Duolingo", eine beliebte App zur Erwerbung von Fremdsprachen, nutzt beispielsweise Spielmechanismen wie das Sammeln von Punkten und das Freischalten neuer Stufen, um Schüler:innen zum Üben und Fortschritt zu motivieren. Dieser Ansatz wurde auch in der Mathematik verwendet, da Lernspiele und -software oft interaktive Simulationen und Herausforderungen beinhalten. Diese machen abstrakte mathematische Konzepte zugänglicher und ansprechender. Die "DragonBox"-Apps beispielsweise verwenden Spielelemente, um den Schüler:innen Algebra-Konzepte beizubringen. Darüber hinaus nutzen Lehrkräfte zunehmend Online-Plattformen, die Teamarbeit und Problemlösung unter Schüler:innen fördern, um kritisches Denken, Kommunikation und Teamarbeit zu unterstützen. Die weitverbreitete Einführung von Gamification ist jedoch mit Herausforderungen verbunden, da traditionelle Denkweisen diesen Entwicklungen und Instrumenten gegenüber meist skeptisch sind. Außerdem müssen Lehrkräfte zu diesem Thema geschult werden, damit sie gamifizierte Elemente erfolgreich in den Lehrplan integrieren können.

2. Klimabildung und SDGs

Im Kontext des spanischen Bildungssystems sind der Klimawandel und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ein langfristiges Ziel geworden. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) wurden in das spanische Bildungssystem als Rahmen für die Bewältigung globaler Herausforderungen und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung integriert. Spanien hat seine Bildungspolitik an den SDGs ausgerichtet und betont die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Bildung (SDG 4), um andere Ziele der Agenda 2030 zu erreichen und das Bewusstsein und Verantwortungsbewusstsein der Schüler zu fördern. Spaniens nationales Bildungsgesetz (LOMLOE), das 2020 verabschiedet wurde, sieht die Aufnahme von Nachhaltigkeit, Umwelterziehung und Weltbürgertum in die Lehrpläne vor, was dazu geführt hat, dass die Umwelterziehung einbezogen wurde, auch wenn sie noch nicht das Hauptthema ist. In den Schulen werden nun Fächer wie Umweltwissenschaften, erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft und Lösungen für den Klimawandel betont. Darüber hinaus fördert das spanische Bildungssystem das aktive Engagement für nachhaltige Praktiken wie Abfallvermeidung, Energieeinsparung und Gemeinschaftsprojekte, die zur Erreichung der SDGs beitragen.

3. Hürden bei der Förderung von Umweltthemen

Die größte Herausforderung im spanischen Bildungssystem ist die Flexibilisierung der Lehrpläne, so dass auch andere Themen und zusätzliche Workshops an Schulen und Gymnasien Platz finden können. Es gibt keinen standardisierten oder umfassenden "Klima-Lehrplan" für das ganze Land. Zwar haben einige Regionen Fortschritte bei der Integration klimarelevanter Themen in ihren Bildungsprogrammen gemacht, doch gibt es keinen landesweit einheitlichen Ansatz. Darüber hinaus ist die Ausbildung von Lehrer:innen im Bereich der Klimabildung unzureichend, da viele Pädagog:innen nicht über das notwendige Wissen oder Ressourcen verfügen, um diese Themen effektiv zu unterrichten. Schließlich gibt es Widerstände von Seiten bestimmter politischer Entscheidungsträger:inenn oder Bildungseinrichtungen, die möglicherweise traditionellen Fächern Vorrang vor der Klimabildung einräumen.

4. Zentren für innovative Bildung

In Spanien sind in den letzten Jahren mehrere innovative Bildungszentren und engagierte Akteur:innen entstanden, die das Ziel haben, traditionelle Bildung weiter zu entwickeln. Das "Espacio Fundación Telefónica" in Madrid dient als Kulturzentrum und Bildungs-Drehscheibe. Es bietet Workshops, Ausstellungen und Programme an, die sich auf digitale Fähigkeiten, Kreativität und Technologie konzentrieren. Das "Espacio Fundación Telefónica" in Madrid dient als Kulturzentrum und Bildungszentrum. Es bietet Workshops, Ausstellungen und Programme an, die sich auf digitale Fähigkeiten, Kreativität und Technologie konzentrieren. "Educación 360" ist eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteur:innen wie Bildungseinrichtungen, Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen, die innovative Bildungspraktiken in Katalonien fördert. Das "Centro Tecnológico" von La Rioja konzentriert sich auf digitale Technologie und Innovation und bietet Programme und Ressourcen an, um Schüler:innen mit Fähigkeiten für das digitale Zeitalter auszustatten. Diese Art von Zentren sind oft mit Universitäten oder lokalen und regionalen Behörden verbunden und konzentrieren sich in der Regel auf die Förderung von Kreativität, Unternehmertum und technologischer Kompetenz bei Schüler:innen.

5. Schulen für Workshops zum Thema Umwelt ansprechen

Wenn Sie sich an Schulen wenden, ist es ratsam, zunächst die Lehrpläne zu kennen und herauszustellen. Wie stimmt der potenzielle Workshop mit den Bildungsstandards übereinund wie würde er zum Erreichen der Lernergebnisse des konkreten Fachs, z. B. zur Förderung von Kreativität, analytischen oder kritischen Denkfähigkeiten, sozialen Kompetenzen und Kommunikation usw.beitragen? Dies wird Ihnen bei der Entwicklung eines zeitnahen und überzeugenden Workshop-Vorschlags helfen. Sobald die Workshop-Idee klar ist, kann der Aufbau persönlicher Beziehungen dazu beitragen, den Kontakt zur Schulverwaltungen herzustellen. Es ist wichtig, stets Flexibilität bei der Terminplanung und den Workshop-Formaten zu bieten und eine langfristige Beziehung zur Schule zu pflegen, um eine effektive Partnerschaft aufzubauen.

ÖSTERREICH

1. Gamification in Österreich

Gamification als Lehr-/Lerntechnik ist in der formalen Bildung in Österreich noch nicht sehr bekannt. Die Entwicklung von Gamification-Materialien für die nicht-formale Bildung hat jedoch zugenommen, insbesondere in den letzten Jahren. NGOs haben aktiv Materialien mit Gamification-Elementen erstellt und diese in ihre Workshops und Veranstaltungen integriert. Diese Materialien sind oft auch für Dritte erhältlich.

2. Klimabildung und SDGs

Die politische Agenda im Zusammenhang mit dem Bildungssystem fördert die Einbeziehung von Umweltthemen. Der Lehrplan für die Sekundarstufe II (9.-12. Schulstufe) betont die Umwelterziehung für eine nachhaltige Entwicklung als übergreifende Kompetenz in verschiedenen Fächern. Die Schüler:innen werden ermutigt, die Natur, den Tier- und Umweltschutz zu verstehen und zu schätzen und einen umweltbewussten Lebensstil anzunehmen. Zu den Kernthemen gehören Artenvielfalt, Klimawandel, Schutz von Lebensräumen, Ressourcen- und Energienutzung, Abfallvermeidung und nachhaltiger Konsum. Das österreichische Bildungsministerium betont zwar auf seiner Website die Bedeutung der Sustainable Development Goals (SDGs), konkrete Bezüge zu den SDGs oder einzelnen Zielen finden sich in den Lehrplänen jedoch nicht. Lehrer:innen können sich dafür entscheiden, Bezüge zu den SDGs in ihren Unterricht einzubauen, aber es ist keine verpflichtende Vorgabe. Der Klimawandel wird als eigenständiges Thema im Lehrplan behandelt, unabhängig von den SDGs.

3. Hürden bei der Förderung von Umweltthemen

Die Haupthindernisse für die Förderung von Umweltthemen in österreichischen Bildungszentren sind zeitliche Einschränkungen aufgrund der Lehrplananforderungen, die unterschiedlichen Muttersprachen der Schüler:innen und das unterschiedliche persönliche Interesse der Lehrer:innen. Umwelterziehung ist oft eher eine Empfehlung als ein Pflichtfach im Lehrplan, so dass es den Lehrer´:innen überlassen bleibt, in welchem Ausmaß sie die Themen umsetzen.

4. Zentren für innovative Bildung

In Österreich gibt es eine "Innovationsstiftung für Bildung", die eingerichtet wurde, um das Niveau von Bildung und Innovationskompetenz zu erhöhen. Sie setzt jedes Jahr einen Schwerpunkt auf verschiedene Bildungsthemen, wie zum Beispiel 2023 auf das Thema "Technik zum Anfassen". Nachhaltigkeit und Umweltthemen spielten 2021 eine wichtige Rolle, stehen aber nicht im Vordergrund.

5. Schulen für Workshops zum Thema Umwelt ansprechen

Um auf Schulen zuzugehen und Umwelt-Workshops anzubieten, könnte Südwind überlegen, Workshops zu entwickeln, die sich speziell auf Umweltthemen konzentrieren. Diese Workshops könnten Bereiche wie fairer Handel, soziale Verantwortung und Umweltaspekte von global-lokalen Aktionen abdecken. Bewerbung könnte über die Website der Organisation, Newsletter und andere verfügbare Kommunikationskanäle erfolgen.

In Österreich variiert das Interesse der jungen Bevölkerung an Umweltthemen zwischen verschiedenen Werte-Gruppen. Idealist:innenen, die 29 % der jungen Menschen ausmachen, zeigen ein ausgeprägtes Interesse an Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen, während andere Gruppen, die eher den Materialist:innen und Erfolgsorientierten zugeschrieben werden, eine geringere Neigung zeigen. Obwohl keine spezifischen Daten über das Interesse an Gamification vorliegen, deuten die Interviews mit Fokusgruppen auf eine positive Einstellung der Jugendlichen gegenüber Gamification als Lernmethode hin. Mehrere jugendgeführte Initiativen in Österreich setzen sich aktiv mit dem Klimawandel auseinander:

  • "Fridays for Future" (FFF) ist eine bekannte Bewegung, die Klimastreiks und Workshops organisiert.
  • "JUMP - Jugend Umwelt Plattform" bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich an Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekten zu beteiligen, während sich
  • "Die Letzte Generation" auf den zivilen Widerstand für den Klimaschutz konzentriert.
  • "Youth Empowerment Participation" (YEP) befähigt junge Menschen, ihre Zukunft zu gestalten und in verschiedenen Organisationen und Institutionen mitzuwirken.

JUGEND PARTIZIPATION

In Polen ist die Besorgnis über den Klimawandel unter jungen Menschen im Vergleich zum europäischen Durchschnitt relativ gering, nur 30 % äußern sich sehr besorgt. Dies steht im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, in denen die jüngere Generation klimabewusster ist als die älteren Generationen. Allerdings engagieren sich junge Menschen in Polen durch Bewegungen wie den Jugendklimastreik zunehmend für das Thema Klima. Trotz der geringen Besorgnis wollen die polnischen Jugendlichen etwas gegen den Klimawandel unternehmen. 79 % glauben, dass es eine Herausforderung ist, den Umweltschutz nur durch Konsumgewohnheiten zu erreichen. Viele junge Pol:innen fühlen sich persönlich für den Klimawandel verantwortlich: 34 % sehen sich selbst in der Pflicht, ihn zu bekämpfen. Zu den Hauptproblemen gehören Müll, Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung und Entwaldung. Mehrere von Jugendlichen geleitete Initiativen fördern aktiv die Klimabildung in Polen. Der Jugendklimastreik, der Jugendklimarat und Kampagnen wie "Ja zur Klimabildung" haben sich für eine fundierte Klimabildung in Schulen eingesetzt. Nichtregierungsorganisationen und informelle Gruppen wie die "Buy Responsibly Foundation" und das "Center for Civic Education" unterstützen die Klimabildung ebenfalls durch verschiedene Programme, und einige lokale Aktivist:innen beteiligen sich an interessanten Initiativen wie "Action Democracy", "Climate Solidarity Movement", "Youth Climate Strike", "Nest" (ein lokaler Freiraum in Warschau) und der "Impuls Foundation", die sich alle dem Klimaschutz verschrieben haben. Im Allgemeinen sind soziale Medien und das Fernsehen ihre wichtigsten Informationsquellen.

JUGEND PARTIZIPATION

Aus Sicht der DKM gibt es drei Komponenten, die unser emotionales Erleben ausmachen:

  • Die Gedanken beziehen sich auf die Art und Weise, wie wir Situationen wahrnehmen, und können eine Vielzahl von Formen annehmen.
  • Der Begriff Gefühle bezieht sich hier nicht auf Emotionen, sondern auf die physiologischen Veränderungen, die als Folge von Emotionen auftreten.
  • Verhaltensweisen sind einfach die Dinge, die wir tun. Wichtig ist, dass Verhaltensweisen auch die Dinge sind, die wir nicht tun.
  • Jede dieser Komponenten steht in Wechselwirkung mit der anderen, um Stimmungen und emotionale Muster zu erzeugen. Die Veränderung einer Komponente führt zu einer Kettenreaktion, die auch die anderen Komponenten verändert.

Das Drei-Komponenten-Modell (DKM) der Emotionen:

POLEN

1. Gamification in Polen

Gamifizierung im polnischen Bildungssystem gewinnt an Zugkraft, doch fehlt es an umfassender Forschung, um den Einsatz weit zu verbreiteten. Viele Pädagog:innen erkennen das Potenzial von Gamification. Es wird in verschiedenen Sektoren eingesetzt, unter anderem bei Nichtregierungsorganisationen, öffentlichen Einrichtungen und in der Privatwirtschaft. Es gibt viele Beispiele für Gamification-Initiativen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Klimawandel, die von Organisationen wie dem "Center for Systems Solutions", "eduLARP", "Good Games" und "GERERE" gestartet wurden.

2. Klimabildung und SDGs

Das öffentliche Bildungssystem Polens nimmt den Klimawandel nicht offiziell in den Lehrplan auf, was dazu führt, dass das Thema in Schulen nicht ausreichend behandelt wird. In einigen Fächern werden Klimathemen kurz gestreift, aber Schüler:innen fordern umfassendere und aktuellere Kenntnisse über den Klimawandel. Jugendbewegungen wie der "Youth Climate Strike" setzen sich für eine Reform der Klimabildung in Schulen ein, einschließlich einer obligatorischen Schulung für Lehrkräfte.

3. Hürden bei der Förderung von Umweltthemen

Zu den Herausforderungen bei der Förderung von Umweltthemen in öffentlichen Schulen gehören aufgrund eines überfüllten Lehrplans Zeitmangel und mangelnde Unterstützung durch das Schulsystem und die Regierung. Aufklärung über den Klimawandel wird als nicht verpflichtend angesehen, was dazu führt, dass das Thema in den verschiedenen Schulen unterschiedlich weit verbreitet ist. Die Förderung von Umweltthemen in unabhängigen Bildungszentren erfreut sich zunehmender Beliebtheit - Veranstaltungen sind gut besucht.

4. Zentren für innovative Bildung

In Polen gibt es eine Reihe von Initiativen, die ökologische Bildung anbieten: Darunter lokale, von der Regierung betriebene Zentren, Basisinitiativen von Nichtregierungsorganisationen und Programme in anerkannten öffentlichen Einrichtungen. Diese Zentren konzentrieren sich auf Umweltbildung, Nachhaltigkeit und klimabezogene Themen.

5. Schulen für Workshops zum Thema Umwelt ansprechen

Einrichtungen können sich an Schulen wenden, indem sie direkt mit den Lehrer:innen Kontakt aufnehmen und alternative Unterrichtspläne und praktische Schulungen anbieten. Sie können auch soziale Medien und E-Mail nutzen, um Information über Bildungsmöglichkeiten zu verbreiten und zu versuchen, Partnerschaften mit Universitäten und Bildungseinrichtungen aufzubauen.