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Transcript

Die Türkei ist ein mittelöstliches Land, das im Jahr 1923 von Mustafa Kemal Atatürk gegründet wurde. Sie trat der NATO im Jahr 1952 aufgrund der ständigen Konflikte im Balkan, nahen Osten und Kaukasus bei. Bis heute zählt die Türkei als ein verlässliches Mitglied der NATO. Die türkische Regierung ist prinzipiell nicht gegen einen NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands. Jedoch ist sie zurzeit gegen den Beitritt, da die beiden Länder ihrer Ansicht nach Terrororganisationen unterstützen. Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdoğan, beschreibt die beiden Länder als „Brutstätte des Terrors“ und will unbedingt vermeiden, dass sie Mitglieder werden, wenn sie weiterhin Terrororganisationen unterstützen.

Schweden und Finnland sind skandinavische Länder, die auch EU-Mitglieder sind. Seit Jahrzehnten gehören die beiden Länder zu den engsten Partnern der NATO, obwohl sie keine Mitglieder sind. Nach dem aktuellen Krieg zwischen der Ukraine und Russland wollen sie aber der NATO beitreten, um sich vor Russland und potentiellen Angriffen zu schützen.

Schweden und Finnland sind skandinavische Länder, die auch EU-Mitglieder sind. Seit Jahrzehnten gehören die beiden Länder zu den engsten Partnern der NATO, obwohl sie keine Mitglieder sind. Nach dem aktuellen Krieg zwischen der Ukraine und Russland wollen sie aber der NATO beitreten, um sich vor Russland und potentiellen Angriffen zu schützen.

Die NATO ist ein Militärbündnis, das nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1949 gegründet wurde. Der Grund hinter ihrer Gründung war das Bestreben der westlichen Länder sich von der damaligen Sowjetunion zu beschützen. Heute hat die NATO 30 Mitgliedsstaaten. Die Aufgabe der NATO ist ihre Mitgliedsstaaten in militärischen Konflikten zu unterstützen und somit den Frieden zu sichern. Die Mehrheit der NATO befürwortet den Beitritt von Schweden und Finnland. Sie denken, dass die Länder alle Kriterien erfüllen, um Mitgliedsstaaten zu werden.

Die PKK: Die Terrororganisation, von der die Türkei spricht, ist die Arbeitspartei Kurdistans, kurz gesagt die PKK. Die Republik Türkei und die PKK befinden sich schon seit fast 40 Jahren in einem politischen und militärischen Konflikt. Es wird geschätzt, dass bis heute zwischen 30 und 40 Tausend Menschen im Konflikt gestorben sind. Die PKK wird von kurdischen Menschen geleitet, die zu der größten ethnischen Gruppe der Welt ohne Heimatland gehören. Die meisten Kurden leben in der Türkei, Syrien, Irak und Iran. Das Ziel der PKK ist es ein kurdisches Land zu gründen. Deshalb streiten sie sich seit Jahren mit diesen Ländern, unter anderem der Türkei. Die Türkei sieht die Partei als ihre größte Gefahr an und will jeglichen Kontakt mit ihr vermeiden. Darüber hinaus kämpften Angehörige der PKK in Syrien gegen die ISIS, eine islamische militante Organisation. Hierfür bekamen sie finanzielle Unterstützung und Waffen von der USA sowie die Europäische Union, obwohl die beiden Seiten sie offiziell als Terrororganisation anerkennen. Dies bedeutet, dass Schweden und Finnland indirekt die PKK unterstützt haben. Außerdem nimmt insbesondere Schweden seit langem kurdische Asylbewerber, vor allem aus politischen Gründen, auf. Im schwedischen Parlament haben sogar einige Kurden einen Sitz. Die schwedische Regierung hat ebenfalls paar Mitglieder anderer kurdischen Organisationen unterstütz, besonders den politischen Flügel des syrischen Zweigs der PKK, die PYD. Die Türkei sieht all dies als eine Bedrohung der nationalen Sicherheit an und ist streng gegen einen NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands, solange sie die PKK weiterhin unterstützen.

Die türkischen Bürger bei einem Protest gegen die PKK im Jahr 2015.

Die Waffensanktionen: Am 9. Oktober 2019 ging die Türkei militärisch gegen die PKK im nordöstlichen Syrien vor. Sie wollten eine „Sicherheitszone“ an der türkisch-syrischen Grenze schaffen und etwa 2 Millionen syrischen Flüchtlingen, die in der Türkei lebten, ein gefahrloses Lebensort geben. Die anderen Staaten sahen das Vorgehen der Türkei als problematisch an, da dies ein Risiko der Erweckung des Islamischen Staats, abgekürzt ISIS, mit sich brachte. Die PKK hatte eine große Rolle in der Bekämpfung des ISIS gespielt und hielt die Mitglieder fest. Die anderen Regierungen befürchteten, dass der Angriff der Türkei die Konzentration der PKK auf die ISIS verringern konnte. Aus diesem Grund setzten einige Länder Waffensanktionen gegen die Türkei in Kraft. Zu diesen Ländern gehörten auch Schweden und Finnland. Die Verbote von Schweden und Finnland sind heute noch aktiv. Die türkische Regierung kann nicht verstehen, warum die Länder die Waffensanktionen in erster Stelle an die Macht setzten. Sie sieht es als eine weitere Art der Unterstützung von der PKK an und will, dass Schweden und Finnland den Ausfuhrverbot von Waffen in die Türkei abschaffen.

Die "Sicherheitszone", die die Türkei schaffen wollte.

Griechenland: Die Türkei hat Angst, eine ähnliche Situation wie mit Griechenland zu erleben, falls Schweden und Finnland der NATO beitreten. Der Zypernkonflikt zwischen den beiden Ländern ist der Ursprung dieser Sorgen. Im Sommer von 1974 kämpften die türkisch-zyprischen und die griechisch-zyprischen Menschen gegeneinander. Die griechisch-zyprischen Menschen wollten, dass die Insel ein Teil von Griechenland wird. Wiederum wollte die türkisch-zyprische Bevölkerung der Türkei angehören. Als eine Reaktion auf das militärische Vorgehen der Türkei zog Griechenland sich von dem militärischem Flügel der NATO zurück. Kurz danach wollten die Griechen wieder dem militärischem Flügel beitreten, aber ohne Erfolg, da die Türkei dagegen war. Am 6. Oktober 1980 wurde die Stimme der Türkei, die gegen die Wiederkehr von Griechenland war, aufgehoben. Dies wurde gemacht, da der damalige türkische Präsident, Kenan Evren, der die Stimme abgab, einen Militärputsch durchführte. Am 20. Oktober 1980 trat Griechenland offiziell wieder dem militärischem Flügel der NATO bei. Der jetzige türkische Präsident, Recep Tayyip Erdoğan, betrachtet die Handlungen der damaligen Regierung als dämlich. Seiner Meinung nach hätte Griechenland nicht wieder der NATO beitreten sollen. Bis heute drückt Griechenland direkt und indirekt seine anti-türkische Denkweise aus und bietet unter anderem der FETÖ Reismöglichkeiten nach Europa an. Dazu beschützen sie einige Mitglieder der FETÖ, die von der Türkei als Terroristen betrachtet werden. Die FETÖ ist eine terroristische Organisation, die im Jahr 2016 einen Putschversuch in der Türkei durchgeführt hat. Die Türkei will eine weitere solche Situation vermeiden. Deshalb gehen sie den Beitritt Schwedens und Finnlands mit extremer Sorgfalt und kritischem Denken an.

Die heutige Aufteilung von Zypern.

Zurzeit gibt es noch keine offizielle Lösung, aber die Parteien sind in Diskussionen miteinander. Die Türkei will insbesondere von Schweden, dass sie 5 Kriterien erfüllen, um ihre Stimme zu erhalten. Diese 5 Kriterien sind die Beendigung der Waffensanktionen gegen die Türkei, globale Zusammenarbeit gegen den Terrorismus, Beendigung der politischen Unterstützung des Terrorismus, Beseitigung der Quelle der Terrorismusfinanzierung und die Beendigung der Waffenunterstützung an die PKK und YPG (kurdische Volksverteidigungseinheiten in Syrien). Die beiden skandinavischen Länder wollen Missverständnisse mit der Türkei klären. Hierzu haben sie bereits gesagt, dass sie selbstsicher darin sind die Opposition der Türkei zu überwinden und mit der türkischen Regierung über ihre Sorgen sprechen wollen. Des Weiteren haben sie sich bereit dazu erklärt die PKK näher zu verfolgen und die Sicherheit der Türkei in ihren Augen zu behalten. Der NATO-Generalsekretär, Jens Stoltenberg, denkt, dass sie eine schnelle Lösung mit der Türkei finden werden.


Übersicht von den 5 Kriterien:

  • Beendigung der Waffensanktionen gegen die Türkei
  • globale Zusammenarbeit gegen den Terrorismus
  • Beendigung der politischen Unterstützung des Terrorismus
  • Beseitigung der Quelle der Terrorismusfinanzierung
  • Beendigung der Waffenunterstützung an die PKK und YPG (kurdische Volksverteidigungseinheiten in Syrien)

Ich denke, dass die Parteien bald eine friedliche Lösung finden werden. Ich kann alle Parteien verstehen. Einerseits will die Türkei sich selber schützen und eine weitere Auseinandersetzung, wie die mit Griechenland vermeiden. Sie wurden einmal in den Rücken gestochen und wollen es nicht wieder erleben. Ihre Einstellung ist verständlich. Jedoch wollen auch Schweden und Finnland ihre Staaten beschützen, wozu sie alle Rechte besitzen. Die Türkei sollte dieses Begehren nicht blockieren, aber die skandinavischen Länder sollten auch die Sorgen der Türkei berücksichtigen. Meiner Meinung nach wäre ein Beitritt der beiden Länder in die NATO, nachdem sie die Wünsche der Türkei erfüllt haben, am effektivsten. Die Türkei würde dadurch mehr Vertrauen in den Ländern haben und ihre Zusammenarbeit würde ebenfalls verstärkt werden. Schweden und Finnland würden dabei nicht viel verlieren und dazu gewinnen, da sie der NATO beitreten würden. Sie würden nur in einem schlechten Licht stehen, da sie zugeben würden, dass sie Terrororganisationen unterstützt haben. Außerdem würde es der NATO gut gehen, weil sie 2 neue Mitgliedsstaaten haben würden, die sich mit allen anderen verstehen. Des Weiteren würde die NATO Kontrolle über die Insel Gotland bekommen und damit potentielle Angriffe für Russland schwerer machen. Die PKK würde auch geschwächt werden. Der Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland würde aber bestehen bleiben. Jedoch könnten sie mit den anderen Mitgliedsstaaten durch das „globale Zusammenarbeit gegen den Terrorismus“ Kriterium gegen die Terroristen in Griechenland kämpfen. Dies könnte aber Griechenland irritieren, welches zu weiteren Konflikten führen könnte. Vielleicht könnte man vor dem Beitritt der skandinavischen Länder mit Griechenland sprechen und sie auch um die Bekämpfung des Terrors bitten. Im Großen und Ganzen würden aber alle Parteien etwas dazu gewinnen. Im Kontrast würden alle Parteien etwas verlieren, wenn die Türkei ihre negative Einstellung beibehaltet. Sie würden ihre Beziehung mit Schweden und Finnland verderben. Deswegen könnten die beiden skandinavischen Länder die Terrororganisationen mehr unterstützen und somit der Türkei schaden. Dabei würden Schweden und Finnland ihr Ruf verschlechtern. Die NATO würde wichtige Partner und ihre Kontrolle über Gotland verlieren. Dies würde für Russland zukünftige Attacken vereinfachen. Niemand würde etwas dazu gewinnen. Wie man sehen kann, ist die erste Lösung die bessere und friedlichere. Aus all diesen Gründen denken ich, dass die Parteien, wie im ersten Bespiel handeln sollten.

Informationen:

Bilder:

  • Bild von dem Protest: https: //www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-die-wiederholung-eines-blutigen-spiels-1.2640276
  • Bild von der Sicherheitszone: //www.youtube.com/watch?v=3rGQsPMdjT0&list=LL&index=9 (Minute 4:38)
  • Bild von Zypern: //de.wikipedia.org/wiki/Zypernkonflikt#/media/Datei:%C3%9Cbersichtskarte_Zypern.png