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Transcript

Warum es schwer fällt, über

RAssismus

"Den gibt es heute bei uns Nicht (mehr)"

Rassismus als Teil der Vergangenheit
(z.B. NS-Zeit oder Kolonialismus)

zu sprechen:

Rassismus vs. Rechtsextremismus

Rassismus muss keine rechtsextreme Haltung und Handlungen beinhalten

"Was kann ich noch sagen?"

Unsicherheit bei Begriffen und Formulierungen

"Rassen" vs. Kulturen

Statt über "Rassen" wird über "Kulturen" gesprochen

Herausforderungen in Gesprächen über Rassismus I

Manche Menschen erkennen Rassismus nicht als Teil unserer heutigen Gesellschaft an. Das kann unterschiedliche Gründe haben.


Wie kann reagiert werden?


Erfahrungsberichte wie auch statistische Zahlen verdeutlichen, wie Rassismus heute wirkt.

Durch eine geschichtliche Einbettung kann verdeutlicht werden, dass zwar die Ursprünge in der Vergangenheit liegen, durch die Reproduktion beispielsweise in den Medien oder Kinderbüchern das Gedankengut und damit auch Sprech- und Handlungsweisen aufrechterhalten werden und somit Teil unseres Alltags geblieben sind.

Rassismus ist eine Ideologie der Ungleichwertigkeit, deren Auswirkungen sich in einer weiten Spannbreite von privaten Vorurteilen über staatliche Diskriminierung, Gewalttaten oder – im extremsten Fall – Mord zeigen. Rassismus wird gesellschaftlich reproduziert und häufig ist Menschen nicht einmal bewusst, dass sie rassistisch denken, sprechen oder handeln.


Rechtsextremismus ist ein Einstellung, die auf dieser Unwertigkeitsvorstellung basiert. Es ist ein Oberbegriff für politische Einstellungen, die die Demokratie und die Gleichwertigkeit aller Menschen ablehnen.

Die Definition von Hans-Gerd Jaschke bringt das wie folgt zum Ausdruck:

"Rechtsextremismus bezeichnet die Gesamtheit von Einstellungen, Verhaltensweisen und Aktionen, organisiert oder nicht, die

  • von der rassisch oder ethnisch bedingten sozialen Ungleichheit der Menschen ausgehen,
  • nach ethnischer Homogenität von Völkern verlangen und das Gleichheitsgebot der Menschenrechts-Deklarationen ablehnen,
  • den Vorrang der Gemeinschaft vor dem Individuum betonen und von der Unterordnung des Bürgers unter die Staatsräson ausgehen,
  • den Wertepluralismus einer liberalen Demokratie ablehnen und die Demokratisierung rückgängig machen wollen,
  • den Individualismus aufheben wollen zugunsten einer völkischen, kollektivistischen, ethnisch homogenen Gemeinschaft in einem starken Nationalstaat,
  • den Multikulturalismus ablehnen und entschieden bekämpfen."

(Hans-Gerd Jaschke: Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Begriffe, Positionen, Praxisfelder, Wiesbaden 2001, S.30)


Wie reagieren?


Es ist wichtig zu verdeutlichen, dass es bei der Auseinandersetzung mit Rassismus nicht darum geht, jemanden als Neonazi zu bezeichnen, sondern um eine ehrliche Auseinandersetzung mit Denk-, Sprech- und Handlungsweisen, die wir erlernen und weitergeben, ohne uns manchmal darüber bewusst zu sein.

Rassismus ist ein Problem unserer Gesellschaft und geht uns darum alle etwas an.


Lange Zeit wurden diskriminierende und verletzende Begriffe im Alltag verwendet. In den vergangenen Jahren ist die Sensibilität gewachsen und ein Bewusstsein dafür entstanden, dass bestimmte Worte nicht mehr genutzt werden sollten. Da es dabei passieren kann, dass alternative Begriffe ebenfalls wieder abgelehnt und ersetzt werden, kann es zu Verunsicherung kommen: Was kann ich denn überhaupt noch sagen? Eine solche Verunsicherung führt im schlimmsten Fall dazu, dass sich einer Auseinandersetzung mit Rassismus versperrt wird.


Was kann in einer solchen Situation getan werden?


Wenn wir uns mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen, dann wollen wir mehr verstehen und unser Denken, Sprechen und Handeln reflektieren. Es wird also nicht erwartet, dass bereits alles "richtig" gemacht wird.


Verunsicherte Personen kann geraten werden, offen mit der Verunsicherung umzugehen und nachzufragen oder sich in Büchern oder dem Internet zu informieren.

Mit der Konstruktion einer Rassentheorie, die Menschen in unterschiedliche "Rassen" einteilte, entstand in Europa im 19. Jahrhundert die Grundlage für einen biologistischen Rassismus - unter anderem, um die europäische Kolonialpolitik zu rechtfertigen.


Inzwischen sind diese Theorien nicht nur wissenschaftlich widerlegt, sondern gesellschaftlich und politisch geächtet.


Rassistische Konstruktionen existieren aber weiterhin und basieren oft auf angeblichen "kulturellen Identitäten", weshalb statt von "Rasse" von "Volk", "Ethnie" oder "Nation" gesprochen wird. Die modernen Rechstextremisten behaupten, dass Völker mit ihren unterschiedlichen Kulturen strikt getrennt voneinander gehalten werden müssten. Statt von einer Ungleichwertigkeit der "Völker" wird von einer "natürlichen Verschiedenheit" gesprochen. Diese Form des Rassismus wird "Ethnopluralismus" genannt.


Wie kann gehandelt werden?


Rassismus beschreibt die Ideologie der Ungleichwertigkeit. Egal welche Begriffe und Argumente genutzt werden, so sind die dahinterstehenden Gedanken und folgendes Sprechen und Handeln im Kern gleich geblieben.

Auch wenn also eine Person sich von "Rassentheorien" distanziert, sind rassistische Muster weiter vorhanden.

Warum es schwer fällt, über

RAssismus

zu sprechen:

Der Unsichtbare Vorteil

Privilegien müssen erkannt und eingestanden werden

Es gibt keinen Reverce Racism

Weiß-positionierte Personen können keinen Rassismus,
aber Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe erfahren.

Triggergefahr

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus
werden immer wieder Rassismen reproduziert

Absicht ≠ WIrkung

Zentral ist, wie Aussagen und Handlungen auf Betroffene wirken

Herausforderungen in Gesprächen über Rassismus II

Rassismus bedingt, dass Menschen unterschiedliche Möglichkeiten in einer Gesellschaft haben: Während die einen Privilegien genießen, sind andere benachteiligt.


Besonders für privilegierte Menschen kann es unangenehm oder gar schmerzlich sein, anzuerkennen, welche gesellschaftlichen Vorteile genossen werden. Zudem muss anerkannt werden, dass die von weiß-positionierten Menschen gebildeten Normen nicht nur als überlegen angesehen werden, sondern auch als „neutral“ und „normal“. Dies bedeutet, dass Normen, aber auch Wissen und Werte hinterfragt werden müssen.


Wenn Rassismus überwunden würde, würde es folglich bedeuten, dass diese Privilegien und Normen aufgegeben bzw. kritisch reflektiert werden müssten, um eine Gleichheit unter den Menschen zu ermöglichen. Diese gesellschaftliche Positionierung aufzugeben, fällt aber nicht leicht.



Weiß-positionierte Menschen berichten immer wieder davon, dass sie ebenfalls rassistische Erfahrungen gemacht hätten.


Wie kann darauf reagiert werden?


Jeder Mensch kann Situationen erleben, in denen eine Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe erfolgt.

Es kann aber nur dann von Rassismus gesprochen werden, wenn diese Erfahrungen in einen geschichtlichen, institutionellen und struktuellen Kontext eingebettet werden.


Das bedeutet konkret: Wenn eine weiß-positionierte Person Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe erfährt, ist sie gesellschaftlich weiterhin in einer priviliegierten Situation und wird in anderen Situationen keine Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe erfahren.

Von Rassismus betroffene Personen dagegen erfahren tagtäglich diese Formen von Diskriminierung - seit Generationen und unabhängig davon, wo sie sich geografisch befinden.

Bei der Auseinandersetzung mit Rassismus werden Theman angesprochen, Situationen dargestellt oder Wörter verwendet, die Auslöser für negative Gefühle sein können.


Was kann ich tun?


Wir können nie wirklich wissen, was Menschen erlebt haben oder was bei ihnen negative Gefühle hervorhebt.

Wenn es einen Input gibt, etwas vorgetragen, Erfahrungen geteilt oder Bilder und Filme gezeigt werden, bei denen klar ist, dass sie als Trigger fungieren könnten, sollte eine Trigger-Warnung ausgesprochen werden. Der Begriff "Trigger" stammt aus dem Bereich der Psychologie, wenn über Reize gesprochen wird, die Erinnerungen an traumatische Erlebnisse auslösen.


In Gesprächenüber Rassismus ist es immer wichtig zu berücksichtigen, dass Trigger ausgelöst werden können.

"Das war doch gar nicht so gemeint!"

Werden Menschen darauf hingewiesen, dass eine Aussage oder Handlung rassistisch ist, kommt es immer wieder zu Rechtfertigungsversuchen.


Was kann getan werden?


Der Hinweis auf Rassismen dient vorallem dazu, ein Bewusstsein zu erlangen, was in Ordnung ist und was nicht. Eine "böse" Absicht muss dabei nicht unterstellt werden. Das bedeutet: Wenn eine Person versucht sich zu rechtfertigen, sollte deutlich gemacht werden: Es kommt nicht darauf an, welche Absicht dahinter stand, sondern darauf, wie etwas gewirkt hat. Und wenn jemand sagt: "Das hat mich verletzte." - dann sollten wir uns entschuldigen und uns nicht rechtfertigen.


Zur Veranschaulichung hilft folgender Vergleich: Wenn ich einer Person auf den Fuß trete, dann entschuldige ich mich und versuche, vorsichtiger zu sein, anstatt mich zu rechtfertigen.