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Kann der Patient gehen oder nicht?

Wenn der Patient gehfähig ist, wird er unabhängig seiner Verletzungen in die Sichtungskategorie 3 (grün) eingeteilt. Patienten dieser Kategorie sollten so zügig wie möglich ein Stück vom Schadensgebiet zu einem markanten Punkt geschickt werden zur weiteren Behandlung.

Sind nicht mit dem Leben vereinbare Verletzungen feststellbar?

Die Definition von "nicht mit dem Leben vereinbare Verletzungen" liegt darin, dass der Patient versterben wird, unabhängig davon ob oder wie schnell er behandelt wird.

Todesfeststellung durch Arzt

Theoretisch müssten Patienten, die nicht mit dem Leben vereinbare Verletzungen zeigen, in Sichtungskategorie 1 (rot) eingeteilt werden, bis ein Arzt den Tod feststellt.

Es ergibt jedoch mehr Sinn, den Patienten mittels einer Verletztenumhängekarte "schwarz zu kennzeichnen".

Ist Eigenatmung beim Patienten vorhanden?

Wenn keine oder keine normale Atmung vorhanden ist, muss nach Vorgehensweise des Algorithmus der Atemweg freigemacht werden (mittels Stabiler Seitenlage, manuellem Ausräumen, Guedel-Tubus oder Wendl-Tubus) und der Patient danach in Sichtungskategorie 1 (rot) einkategorisiert werden.

Liegt die Atemfrequenz des Patienten zwischen 10/min und 30/min?

Wenn die nach kurzer Überprüfung festgestellte Atemfrequenz niedriger als 10/min oder höher als 30/min ist, muss der Patient in Sichtungskategorie 1 (rot) einkategorisiert werden.

Ist eine spritzende Blutung zu sehen?

Wenn beim Patienten eine spritzende Blutung sichtbar ist, dann muss diese spätestens zu diesem Zeitpunkt gestoppt werden. Wenn die Blutung bereits zuvor durch Ersthelfer, den Fahrer des 1. RTW oder während der Vorsichtung adäquat versorgt wurde und dementsprechend nicht mehr blutet, muss der Patient trotzdem in Sichtungskategorie 1 (rot) einkategorisiert werden.

Ist der Radialispuls tastbar?

Wenn beim Patienten kein Puls am Handgelenk tastbar ist, muss er in Sichtungskategorie 1 (rot) einkategorisiert werden.

Kann der Patient einfache Befehle befolgen?

Wenn der Patient so weit vigilanzgemindert ist, dass er keine einfachen Befehle (z.B. Armheben) mehr befolgen kann, muss er in Sichtungskategorie 1 (rot) einkategorisiert werden.

Zeigt der Patient Zeichen, die auf ein schweres Inhalationstrauma hindeuten?

Diese Frage trifft nur bei Schadensereignissen zu, in denen es die Möglichkeit eines Inhalationstraumas geben könnte (z.B. Brandgeschehen, Chemieunfall). Wenn der Patient einen ausgeprägten Husten oder bei der Auskultation einen massiven Stridor (Pfeifen) zeigt, muss er in Sichtungskategorie 1 (rot) einkategorisiert werden.

Bloße Rußablagerungen im Mund-/Rachenraum ohne die vorher genannten Symptome zählen hierbei nicht!

Wenn der Patient bei allen vorangegangen Untersuchungen "gute" Befunde gezeigt hat, aber nicht alleine gehfähig ist, dann wird er schlussendlich in Sichtungskategorie 2 (gelb) einkategorisiert.

Behandlung lebensbedrohlicher Blutungen

Leider bildet der Algorithmus aus dem Jahr 2014 nicht mehr die aktuellen Behandlungsstandards ab.

Auch wenn es in dem Algorithmus nicht explizit aufgeführt ist, steht die Behandlung von lebensbedrohlichen Blutungen noch VOR der Überprüfung der Atmung!

Patienten, die in die Sichtungskategorie 3 (grün) einkategorisiert wurden, müssen an der Sammelstelle schnellstmöglich nachgesichtet werden, um eine Unterteilung zwischen Personen zu treffen, die verletzt (SK3) oder unverletzt (Betroffene) sind.

Außerdem kann es im Rahmen der Nachsichtung dazu kommen, dass manche Patienten aufgrund einer Zustandsverschlechterung höher priorisiert werden müssen (Sichtungskategorie 2 oder 1).