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die Undine II

auf einen blick

Fotos/Text: Andreas Sommer, Grafik: Joachim Engbrocks/TV

Besatzung:

Nur 10 Besatzungsmitglieder vom Kapitän bis zum Küchenchef sind nötig, um bis zu 350 Passagiere zu versorgen.



Restaurant:

Eine eigene Restauration mit gutbürgerlichen Gerichten mit moselländischem Charakter sorgt für das leibliche Wohl der Gäste. Je nach Bedarf können auch umfangreiche Buffets für ganze Reisegruppen angeboten werden.


Anker

Der Anker des 41 Meter langen und 8,20 Meter breiten Schiffes ist fest mit der Ankerkette verbunden. Beide zusammen kommen auf ein Gewicht von über 400 Kilo. Die Ankerkette ist zudem vollverzinkt und somit gut gegen Rost geschützt. Das verlängert nicht nur die Lebensdauer, sondern schützt auch vor unliebsamen teuren Rostschäden.


Kinderspielplatz:

Was sich die Kleinen bei einer Schifffahrt beim Kapitän abgucken, können sie gleich auf dem Kinderspielplatz auf dem Oberdeck nachspielen. Hier sind extra ein kletterbarer Turm mit Ausguck und ein Steuerrad montiert.

Radar

Das Radargerät von Alphatron vom Typ JMA 610 ist im normalen Tagesbetrieb nicht eingeschaltet. Lediglich bei Dunkelheit oder schlechter Sicht findet es auf der Mosel Verwendung. Auf dem 18,1” Farb-LCD-Display mit 1280 x 1024 Bildpunkten können Radarziele von 25 mm Durchmesser und größer abgebildet werden. Radarechos und -grafiken können in verschiedenen Farben dargestellt werden, um eine optimale Ablesbarkeit zu gewährleisten. Der auf dem Steuerhaus montierte und zum Radargerät gehörende Scanner wiegt rund 36 Kilo und hat eine breite von ca. 2,28 Metern.

Steuerhaus:

In der Kabine des Steuerhauses sind alle wichtigen Steuer-Komponenten des Schiffes untergebracht. Hier sitzt der Kapitän und bedient die Querstrahlruder mit 80 KW Leistung, mit deren Hilfe das Schiff manövriert wird.



Von hier aus hat das Personal einen idealen Blick auf die Wasserstraße und über das gesamte Schiff. Kameras liefern über einen Monitor ein Bild von den Bereichen, die nicht mit den Augen eingesehen werden können. Zwei Funkgeräte stellen die Kommunikation mit anderen Schiffen und den auf der Mosel befindlichen Schleusen sicher.


AIS-Gerät:

Das automatische Identifikationssystem wird bereits seit vielen Jahren zur Vermeidung von Kollisionen auf See in der Berufsschifffahrt genutzt. Diese Geräte bestehen aus einem GPS-Empfänger und einem Datenfunkgerät. Über das AIS-System können sich Schiffe auf der ganzen Welt untereinander identifizieren und wichtige Daten an andere Schiffe, aber auch an Landstationen an der Küste weitergeben. Für das Senden von AIS-Daten werden zwei dafür reservierte UKW-Frequenzen genutzt. Kurs und Geschwindigkeitsänderungen umliegender Schiffe werden automatisch angezeigt und es kann berechnet werden, wann genau zwei Schiffe den kürzesten Abstand zueinander haben, wie groß der Abstand sein wird und wie lange es bis dahin noch dauert. Neben dem Schiffsnamen werden auch dynamische Daten wie Kursrichtung und Kursänderungsrate sowie reisebezogene Daten über den Bestimmungshafen oder den Ladungsstatus (Gefahrgut) übermittelt.

Maschine:

Unter Deck verbirgt sich die Power-Unit der Undine II. Viel Leistung ist allerdings nicht nötig, um das Fahrgastschiff sicher auf der Mosel zwischen Trier und Saarburg zu bewegen. Verbaut sind im Bauch des 1988 erbauten Ausflugsschiffes zwei MAN-Dieselmotoren mit jeweils 280 KW Leistung. Bei moderater Fahrt verbrauchen sie rund 40 Liter Diesel pro Stunde. Im Maschinenraum befinden sich auch zwei Generatoren mit jeweils 10 kVA Leistung.

ROT-Anzeige:

Anzeigeinstrument über die Lage des Ruders und die Drehgeschwindigkeit des Schiffes pro Minute. Die Drehgeschwindigkeit wird mit ROT für „rate of turn“ abgekürzt. Für den Steuermann ist es eines der wichtigsten Anzeigen zur Lenkung des Schiffes.

Glocke:

Die Schiffsglocke hat in der heutigen Zeit nur noch nostalgische Funktion. Sie diente seit dem 16. Jahrhundert als ein akustisches Signalinstrument. Mit ihr wurden Signale für Zeit- und Wachrhythmus, aber auch Warnsignale bei schlechter Sicht und Nebel gegeben. Die Zeit wurde an Bord meist halbstündlich kundgetan, wobei ein Glockenschlag (ein sog. „Glasen“) eine halbe Stunde bedeutet. Ihre Aufgabe übernehmen heute allerdings moderne Funkgeräte.

Sie gehören wohl zu den beliebtesten touristischen Fortbewegungsmitteln in der Region, die Ausflugsdampfer der Personenschifffahrt Gebr. Kolb. Spätestens nach der touristischen Aufwertung des Zurlaubener Ufers und Modernisierung der Deichanlage mit den Anlegestellen der Ausflugsschiffe zieht es wieder vermehrt Touristen und Tagesausflügler aufs Wasser. Trier von der Mosel aus zu entdecken, bietet nicht nur Ausblicke auf faszinierende Landschaften, sondern eröffnet auch völlig neue Blickwinkel auf Deutschlands älteste Stadt.


Vieles lässt sich eben am besten vom Wasser aus erkunden, wie beispielweise das Trierer Krahnenufer mit seinem Turmdrehkran aus dem Jahr 1413. Der Moselkran stellt nicht nur ein kulturhistorisches, industrielles und wirtschaftliches Wahrzeichen der Stadt Trier dar, er gehört auch zu den ältesten Hebeeinrichtungen im deutschsprachigen Raum.


Das Unternehmen Kolb wurde 1921 von Peter Kolb, dem Sohn eines Fährmanns mit nur einem Motorboot gegründet. Heute ist die Reederei Kolb mit einer Flotte von 28 Schiffen und rund 180 Beschäftigten das größte Fahrgastunternehmen auf der Mosel und einer der größten Anbieter von Ausflugsfahrten in Deutschland.


Im Bereich Trier werden die Fahrgastschiffe Wappen von Trier, Undine I und Undine II eingesetzt. Sie bedienen Rundfahrten, Fahrten nach Saarburg, Wasserbillig und Neumagen-Dhron sowie Tagesfahrten nach Bernkastel. Zu 1 oder 2-stündigen Panoramarundfahrten legen am Zurlaubener Ufer mehrfach täglich die Fahrgastschiffe Undine I und Undine II ab.


Das größere der beiden Ausflugsschiffe ist die 1988 erbaute Undine II. Mit einer Länge von 41 Metern und einem Tiefgang von 1,50 Meter bietet sie rund 350 Gästen Platz.