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Der 30-jährige Krieg

Wie es funktioniert

Auf jeder Folie findest du Aufgaben, die du bearbeitet sollst. Folgen Aufgabenformate wirst du finden:

  1. Aufgaben, die du zu dem dazugehörigen Text bearbeiten sollst.
  2. Lückentexte, die du direkt auf der Folie bearbeiten kannst.
  3. Richtig oder Falsch-Quizzes, die du auch direkt auf der Folie bearbeiten kannst.

Bitte gehe chronologisch vor - bearbeite also eine Folie nach der anderen und springe nicht umher. Es baut alles aufeinander auf.
Achtung: Manchmal verbergen sich Aufgaben auch hinter einem Button mit Fragezeichen.

Beim 1. Aufgabenformat (Aufgaben mit dazugehörigem Text) schreibst du die Antworten bitte in deinen Hefter. Die Überschrift zu den Aufgaben sind immer gleich der Überschift der Folie. So kannst du dich auch später besser zurecht finden.

Du darst gerne mit einem Partner/einer Partnerin zusammenarbeiten. (keine Gruppenarbeit - max. 2 Personen)

Falls du Fragen hast, oder nicht weiterkommst, kannst du dich jederzeit an mich wenden. Bevor du mich jedoch fragst, lies dir die Aufgabenstellung und ggf. den Text noch einmal genau durch und schaue noch einmal, ob du nicht selbst auf die Antwort kommst.

Es gelten (fast) keine Entschuldigungen. Wenn ihr in der Zeit bis zum 13.05. mal nicht in der Schule seid, könnt ihr zu Hause weiter daran arbeiten.
Wenn ihr am Abgabetag nicht da seid, erwartete ich, dass ihr mir eure Arbeit unaufgefordert gebt, sobald ihr wieder da seid (nicht erst in der nächsten Geschichtsstunde)

20.05.2022

Abgabe:

... und nun viel Spaß dabei!!!

Die Vorgeschichte des Krieges

Kriegsausbruch

Im Jahr 1618 spitzte sich der Konflikt in Böhmen dramatisch
zu. Der Auslöser war der Streit um den sogenannten Majes-
tätsbrief, in dem der vorherige Kaiser Rudolf II. von Habsburg
den böhmischen Ständen Religionsfreiheit gewährt hatte.
Von Kaiser Matthias, seinem Bruder und Nachfolger, war die-
se Regelung grundsätzlich anerkannt worden. Er versuchte
aber dennoch, die Entwicklung zugunsten der Katholiken zu-
rückzudrängen. Als er die evangelisch-reformierte Kirche in
Klostergrab niederreißen ließ, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Am 23. Mai 1618 erstürmten protestantische bewaffnete Adelige die Kanzlei der Prager Burg, wo Kaiser Matthias einen Verwaltungssitz hatte. Nach einer heftigen Auseinandersetzung warfen sie die kaiserlich-königlichen Statthalter Martinitz und Slavata sowie den Sekretär Fabricius aus dem Fenster. Die drei Männer überlebten, weil sie auf einem Abfallhaufen gelandet waren. Der Prager Fenstersturz, der gewaltsame Übergriff auf die Stellvertreter der kaiserlichen Majestät, war eine Kriegserklärung an den Kaiser und die Katholiken. Ein neuer Krieg erschien unvermeidlich.

Aufgabe: Wodurch wurde der Prager Fenstersturz von 1618 ausgelöst? Welche Folgen waren zu erwarten?
Schreibe die Antworten in deinen Hefter (Überschrift: 30-jähriger Krieg - Kriegsausbruch).

Der Böhmisch-Pfälzische Krieg

Nach dem Prager Fenstersturz von 1618 war der Krieg zwischen den böhmischen Ständen (protestantisch) und dem Kaiser bzw. König von Böhmen (katholisch) unvermeidlich. Beide Seiten bemühten sich um Unterstützung. Nun waren auch die im Jahr 1609 entstandenen Schutzbündnisse, die Protestantische Union und die Katholische Liga, alarmiert. Wenn sie ihren jeweiligen Glaubensgenossen zur Hilfe

eilten, dann konnte sich der nun beginnende böhmische Krieg sehr bald zu einem das ganze Reich erfassenden blutigen Waffengang ausweiten.
Diese Situation trat ein, als die böhmischen Aufständischen den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, den Anführer der Protestantischen Union, zu ihrer Unterstützung gewinnen konnten. Er selbst betrachtete sich als Verteidiger der „teutschen Libertät“ (lat. libertas = Freiheit) gegenüber den Machtansprüchen des Kaisers in Wien (damaliger Sitz des Kaisers). Der Tod des Kaisers Matthias im März 1619 schuf eine neue Lage. Die böhmischen Stände weigerten sich, seinen Nachfolger Kaiser Ferdinand II., ein entschlossener Katholik, als neuen König von Böhmen anzuerkennen und setzten ihn daher ab. Kurz darauf wählten sie Friedrich V. zum neuen König von Böhmen. Fast gleichzeitig wurde der Habsburger Ferdinand von den deutschen Kurfürsten zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Zwischen den beiden Gegnern war ein friedlicher Ausgleich undenkbar. Der Dreißigjährige Krieg hatte begonnen.
Am Anfang schien es so, als könnten die Böhmen einen Sieg über die kaiserlichen Truppen erringen. Doch die Lage der protestantischen Partei verschlechterte sich zunehmend. Der Höhepunkt der militärischen Auseinandersetzungen war die Schlacht am Weißen Berg bei Prag im November 1620.
Das böhmische Heer erlitt eine vernichtende Niederlage. Friedrich von der Pfalz musste aus Prag fliehen. Er wurde für abgesetzt erklärt und verfiel der Reichsacht. Von seinen Gegnern wurde er als „Winterkönig“ verspottet, weil seine Herrschaft nur ein gutes Jahr lang gedauert hatte. Die Protestantische Union löste sich kurz darauf selbst auf.
Die Kurwürde (das Recht, den König zu wählen) des Pfälzers wurde im Jahr 1623 dem bayerischen Herzog Maximilian I. übertragen, der den Kaiser im Kampf gegen die Protestanten unterstützt hatte.

Königreich Böhmen und Länder der böhmischen Krone im Heiligen Römischen Reich (1618)

  1. Warum bestand die Gefahr, dass aus dem Konflikt in Böhmen ein deutscher Krieg werden konnte?
  2. Warum bedeutete der Sieg des Kaisers in der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1620 nicht das Ende des Krieges? Nenne denkbare Gründe.


Schreibe die Antworten in deinen Hefter (Überschrift: Der Böhmisch-Pfälzische Krieg).

Der Böhmisch-Pfälzische Krieg: Folgen

In der Schlacht am Weißen Berg bei Prag im Jahr 1620 hatte Kaiser Ferdinand II. gesiegt. Friedrich V.
von der Pfalz, der „Winterkönig“, war auf der Flucht. Nun galt es, die alten Machtverhältnisse
wiederherzustellen. Böhmen verlor seine bisherige relative Eigenstaatlichkeit und die Freiheiten, die
den Ständen zugesichert worden waren.
Eine Reihe von Personen, die an der Spitze des protestantischen Aufruhrs gestanden hatten, wurde
hingerichtet. Viele, die sich in irgendeiner Weise am Widerstand gegen den Kaiser beteiligt hatten,
gingen in die Verbannung und verloren ihren Besitz. Dieser Besitz wurde dann dazu verwendet, die
Kriegsschulden zu begleichen. Oder er wurde an Adelige, die dem Kaiser im Gegensatz zu den Aufstän-
dischen treu geblieben waren, verteilt. Auf diese Weise festigte Ferdinand deren enge Verbindung zum
Kaiserhaus in Wien.
Der Katholizismus wurde in Böhmen gewaltsam wiederhergestellt. Das führte u. a. dazu, dass etwa
30.000 evangelische Familien aus dem Land fliehen mussten.
Schon im Sommer 1620 hatten katholische Truppen die Pfalz links des Rheins besetzt. Eine Zeit lang
schien es so, als wenn die Protestanten sie zurückerobern könnten. Ihr Erfolg war aber nicht von Dauer.
Nun gelang es den katholischen Verbänden, auch die rechtsrheinischen Gebiete der Pfalz mit der Resi-
denzstadt Heidelberg und die Oberpfalz zu erobern.
Friedrich V., Anführer der Protestantischen Union, wurde im Jahr 1623 die Kurwürde entzogen und auf
Maximilian I. von Bayern, den wichtigsten Gefolgsmann des Kaisers, übertragen. Er erhielt als Kriegsentschädigung auch die Oberpfalz. – Friedrich V. starb im Jahr 1632.

Aufgaben: Schreibe die Antworten in deinen Hefter.
  1. Fasse die Folgen des Böhmisch-pfälzischen Krieges stichpunktartig zusammen.
  2. Was beabsichtigte Kaiser Ferdinand II. mit diesen Maßnahmen?
  3. Der Dreißigjährige Krieg war noch sehr lange nicht zu Ende. Diskutiere mit deinen Klassenkameraden mögliche Gründe. Berücksichtige dabei auch das Zitat, welches sich hinter dem Button versteckt.

„Wäre der Krieg eine rein deutsche Sache gewesen, hätte jetzt wohl Frieden geschlossen werden können.“

(Bruno Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte)

Kaiser Ferdinand II. macht sich Feinde in Europa

Die Reformation Martin Luthers und der Protestantismus hatten sich längst in den skandinavischen Ländern
Dänemark, Schweden und Norwegen durchgesetzt. Es lag nahe, dass sie ihren bedrängten Glaubensbrüdern
in Deutschland zur Hilfe eilten. Außerdem hatte die Macht des Kaisers nach dem Sieg über Friedrich V. von
der Pfalz und die Protestanten im Böhmisch-Pfälzischen Krieg einen neuen Höhepunkt erreicht. Der
protestantische König von Dänemark Christian IV., der seinen eigenen Staat zu einer Großmacht formen
wollte, sah seine machtpolitischen Interessen im Norden des Heiligen Römischen Reiches durch den Kaiser
und die nach Norden vorrückenden katholischen Truppen bedroht. Ihm ging es um handfeste politische und
territoriale Ziele. Gegen den Widerstand der Reichsstände besetzte er die norddeutschen Städte Verden und
Nienburg. Ein weiteres Übergreifen der Dänen auf deutschem Reichsgebiet war sehr wahrscheinlich.
Auch dem katholischen König Ludwig XIII. in Frankreich war die neu gewonnene Macht des habsburgischen
Kaisers nicht geheuer. So schloss er ein Bündnis mit Savoyen und Venedig. Auf sein Drängen hin entstand im
Jahr 1625 die Haager Allianz, in der sich Dänemark, England und die Vereinigten Niederlande gegen den
Kaiser verbündeten.
Das Verhalten Frankreichs unter Ludwig XIII. ist deshalb besonders bemerkenswert, weil sich nun zwei
katholische Mächte feindselig gegenüberstanden. Hier ging es eben nicht mehr um den rechten Glauben,
sondern um Interessen- und Machtpolitik. Nun war eingetreten, was man hatte befürchten müssen: Aus dem
deutschen Krieg ist ein europäischer Konflikt geworden.

Aufgabe:
Was würde ein Geschichtswissenschaftlicher wohl auf folgende Frage antworten:

"War der Dreißigjährige Krieg ein reiner Religionskrieg?"

Schreibe die Begründung seiner Antwort in deinen Hefter.

Der Niedersächsisch-Dänische Krieg

Dass der dänische König Christian IV. im Norden Deutschlands den Protestanten zur Seite stand, hatte nicht allein religiöse Motive. Angetrieben wurde er vor allem durch persönliche Machtinteressen, denn der dänisch-norwegische Staat sollte zu einer großen Macht innerhalb Europas werden.
Der Niedersächsisch-Dänische Krieg begann, nachdem die Dänen die norddeutschen Städte Verden und Nienburg besetzt hatten. In dieser Notsituation wandte sich der böhmische Adelige Albrecht von Wallenstein an den Kaiser und schlug ihm vor, auf eigene Kosten ein Heer zum Kampf gegen die Dänen aufzustellen. Nach einigem Zögern ging der Kaiser auf seinen Plan ein und ernannte ihn zum Herzog. Tatsächlich gelang es Wallenstein, innerhalb kurzer Zeit 50.000 Soldaten zu rekrutieren.
Wie befürchtet unternahm Christian IV. einen Feldzug tief nach Deutschland hinein. Die evangelischen Reichsstände waren aber mehrheitlich nicht bereit, ihn dabei zu unterstützen. Im August 1626 wurde er in der Schlacht bei Lutter am Barenberge bei Goslar durch Tilly und das Heer der katholischen Liga vernichtend geschlagen. Im Sommer 1627 marschierte Wallenstein nach Norddeutschland und besetzte die dänische Halbinsel Jütland. König Christian war gezwungen, im Jahr 1629 dem Friedensvertrag von Lübeck zuzustimmen. Somit hatte wieder einmal der Kaiser gesiegt. Auch diesmal war er entschlossen, seine Überlegenheit gegenüber den Protestanten auszunützen. Im Restitutionsedikt von 1629 wurde festgelegt, dass alle seit 1552 in protestantischen Besitz übergegangenen Kirchengüter zurückgegeben werden mussten. Der Kaiser konnte sich aber nicht durchsetzen, weil nun auch die katholischen Reichsfürsten die allzu
große Machtfülle des Kaisers fürchteten.

Aufgaben:

  1. Welche Städte sind auf der Karte markiert? Suche sie ggf. auf einer Karte (z.B. googlemaps). Erkläre, in welchem Zusammenhang sie mit den Niedersächsich-Dänischen Krieg stehen.
  2. Beschreibe, wie der Niedersächsisch-Dänische Krieg ausging und welche Folge er hatte.


Du musst die Städte Verden, Gosslar und Lübeck suchen.

Albrecht von Wallenstein

Wallenstein war ein wohlhabender böhmischer Adliger. Im Jahr 1606 trat er vom Protestantismus zum katholischen Glauben über. Er unterstützte den Kaiser gegen den Aufstand der böhmischen Stände. Dafür wurde er reich belohnt. Dadurch wuchs sein Reichtum gewaltig. Wallenstein wurde vom Kaiser in den Fürstenstand erhoben und im Jahr 1625 zum Herzog von Friedland (Böhmen) erhoben.

Im selben Jahr schlug er dem Kaiser vor, auf eigene Kosten ein großes Heer aufzustellen, um die Katholische Liga gegen Dänemark zu unterstützen. Nach dem Sieg über König Christian IV. und seine Verbündeten wurde er vom Kaiser zum General des Ozeanischen und Baltischen Meeres befördert und erhielt Mecklenburg als kaiserliches Lehen.
Seine gewaltige Machtfülle wurde den Reichsfürsten unheimlich. Auf dem Regensburger Kurfürstentag (1630) wurde er – insbesondere auf Drängen des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. – abgesetzt. In einer Albrecht von Wallenstein bedrohlichen militärischen Lage übernahm er 1631 wieder den Oberbefehl über die kaiserliche Armee. Doch erneut wuchs der Widerstand gegen ihn und seine zögerliche Kriegsführung. Seine Gegner warfen ihm vor, eine Verschwörung gegen den Kaiser zu planen und mit dem Feind zu taktieren. Er wurde geächtet und schließlich im Februar 1634 in Eger ermordet.

Aufgabe:
Wallenstein unterbreite dem Kaiser einen völlig ungewöhnlichen Vorschlag.
Beschreibe und bewerte ihn.

Johann T'Serclaes von Tilly

Tilly entstammte einem Adelsgeschlecht in Brabant (Belgien). Er war streng katholisch erzogen. In einer Reihe von Schlachten erwarb er militärische Erfahrung. In habsburgerischen Diensten wurde er im
Jahr 1605 zum Feldmarschall ernannt. Seit 1610 war er der Bundesfeldherr der Katholischen Liga. 1620 siegte er in der Schlacht am Weißen Berg über die Truppen des „Winterkönigs“ Friedrich von der Pfalz. Der Kaiser belohnte ihn mit dem Grafentitel.
Da ein Angriff des dänischen Königs Christian IV. drohte, zog er mit seinem Heer nach Norddeutschland. Gemeinsam mit Wallenstein kämpfte er gegen den dänischen König und seine Verbündeten. In der Schlacht bei Lutter am Barenberge (1626) gelang ihm ein entscheidender Sieg. Nach der Absetzung Wallensteins auf dem Regensburger Kurfürstentag (1630) wurde er zu dessen Nachfolger ernannt.
Nach mehreren Siegen im Schwedischen Krieg musste Tilly in der Schlacht bei Breitenfeld bei Leipzig (1631) schließlich doch eine vernichtende Niederlage gegen den Schwedenkönig Gustav Adolf hin-
nehmen. Er starb bald darauf in Ingolstadt an einer schweren Verletzung.

Aufgabe:
Schreibe die wichtigsten Informationen über von Tilly in Stickpunkten heraus.

Gustav Adolf von Schweden

Nachdem Dänemark aus dem Dreißigjährigen Krieg ausgeschieden war, nützte der schwedische König Gustav II. Adolf die Gelegenheit, die Vorherrschaft in Skandinavien zu erkämpfen und vielleicht auch auf dem Reichsgebiet Fuß zu fassen. Natürlich wollte Gustav Adolf zum einen die in Bedrängnis geratenen Protestanten unterstützen. Zum anderen hatte aber auch er ein Interesse daran, seine Macht auszuweiten. So gefiel es auch ihm – genauso wenig wie dem dänischen König Christian IV. – keineswegs, dass Kaiser Ferdinand mit seinen Truppen mittlerweile so weit nach Norden gerückt war.
1630 landete er mit seiner Armee auf der Insel Usedom in Pommern. Ihm gelang es, Mecklenburg, Pommern, Brandenburg und Sachsen zu einem Bündnis zu bewegen. Nun waren die Chancen gut, gemeinsam siegreich gegen den Kaiser und die Katholische Liga anzutreten.

Schweden tritt in den Krieg ein

Im September 1631 trafen die Schweden zum ersten Mal auf die kaiserlichen Truppen unter Tilly. Die Schweden schafften es, Tilly zuerst in der Schlacht von Breitenfeld in der Nähe von Leipzig zu schlagen, dann nach Süddeutschland vorzurücken und ihn schließlich in der Schlacht bei Rain am Lech zu verwunden, sodass er kurz darauf starb.
Nachdem es dem schwedischen König Gustav Adolf gelungen war, die bayerische Hauptstadt München zu erreichen und somit das habsburgische Kernland Österreich zu bedrohen, sah sich Kaiser Ferdinand zum Handeln gezwungen. Tilly, der ehemalige kaiserliche Oberfeldherr und der Bundesfeldherr der Liga, lebte nicht mehr. Ferdinand wusste daher keinen besseren Rat, als Wallenstein im April 1632 erneut zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen zu berufen.
Die Schlacht bei Lützen zwischen den Schweden und den wallensteinschen Truppen im November 1632 war eines der bedeutendsten militärischen Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges. Sie hat sich im Bewusstsein der Nachwelt deshalb besonders eingeprägt, weil bei dieser Schlacht der schwedische König Gustav Adolf, ein überragender Feldherr, tödlich verwundet wurde. Man fand seinen Leichnam
zwischen zahlreichen Gefallenen auf dem Schlachtfeld. Er war von Marodeuren (Plünderern) teilweise entkleidet und ausgeraubt worden.
Obwohl ihr König und Anführer gefallen war, kämpften die Schweden weiter. Sie verbündeten sich zu diesem Zweck mit einer Reihe protestantischer Reichsstände in Süddeutschland.

Aufgabe:
Wie wurde die Nachricht vom Tode des Schwedenkönigs in Deutschland vermutlich aufgenommen? Beschreibe!

Wallensteins Ende

Wallenstein war nach Tillys Tod der überragende Feldherr der kaiserlichen Partei. Allerdings
begegneten ihm viele katholische Fürsten nach wie vor mit allergrößtem Misstrauen. Dies
wurde dadurch verstärkt, dass er insgeheim, also ohne ausdrückliche Erlaubnis des Kaisers
mit den Gegnern Kontakte aufnahm. Offenbar ging es ihm darum, einen Friedensschluss
zwischen den verfeindeten Parteien zu ermöglichen. Über diese geheimen Kontakte ist nur
enig Genaues bekannt, weshalb sich heute nicht aufklären lässt, warum er so handelte.
Die Friedensbemühungen Wallensteins zeigten keine Erfolge. Nun wurden am Hof in Wien
aber Einzelheiten seiner geheimen Machenschaften bekannt. Er wurde als Verräter angeklagt
und von einem Geheimgericht verurteilt. Drei Generäle sollten ihn dem Kaiser und seinen
Behörden „tot oder lebendig“ ausliefern. Als Wallenstein von seiner Absetzung erfuhr,
versuchte er sich der Treue seiner Offiziere zu versichern. Dies wiederum bewog seine Gegner, nun möglichst rasch zu handeln. Die Anklage wegen Hochverrats hatte bewirkt, dass sich inzwischen viele seiner ursprünglichen Anhänger von ihm abgewendet hatten.
Wallenstein zog sich nach Eger (tschech. Cheb) zurück und hoffte auf die Ankunft der Schweden. Nun überschlugen sich die Ereignisse. Einige treue Anhänger des Generalissimus wurden anlässlich eines Festmahls auf der Burg umgebracht. Wallenstein, der im Haus des Stadtkommandanten logierte, wurde kurz darauf ebenfalls ermordet. Wallenstein wurde von dem Offizier Walter Deveroux mit einer Partisane (Spieß) erstochen.

Aufgaben:

  1. Kaiser Ferdinand II. ließ Wallenstein absetzen und vermutlich auch ermorden. Was hat ihn dazu bewogen? Schreibe ein paar Sätze zu den eventuellen Gedanken des Kaisers.
  2. Mord oder Vollstreckung eines Gerichtsurteils? Diskutiere darüber mit deinen Mitschülern.

Das Ende des Schwedischen Krieges

Wallenstein war tot. Der Kaiser befand sich erneut in einer schwierigen militärischen Lage. Die Schlacht von Nördlingen, die im September 1634 stattfand, brachte aber eine spürbare Entlastung. Zum ersten Mal gelang es den kaiserlich-katholischen Truppen sowie ihren spanischen und protestantischen Verbündeten, den Schweden eine schwere Niederlage beizubringen.


Bislang hatten die Schweden als unbesiegbar gegolten. Nun, nach der Einnahme der wichtigen Handelsstadt Nördlingen, schlug die Stimmung um. Zahlreiche deutsche Fürsten, die gemeinsam mit ihnen gekämpft hatten, wechselten auf die Seite des Kaisers über. Die schwedischen Truppen zogen sich ganz aus Süddeutschland zurück.

Der Prager Frieden wurde im Mai 1635 zwischen dem Kaiser und der Katholischen Liga auf der einen und Kursachsen sowie den meisten evangelischen Reichsfürsten auf der anderen Seite abgeschlossen. Der Kaiser musste den Protestanten die Aussetzung des Restitutionsediktes aus dem Jahre 1629 zugestehen. Letzten Endes besiegelte dieser Frieden aber die neu errungene Machtstellung Ferdinands II.

Aufgabe:
Der Prager Frieden bedeutete nicht das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Warum
ist dennoch vom Prager „Frieden“ die Rede?

Der Kaiser und Frankreich

Der Schwedische Krieg endete mit einer Niederlage der schwedischen protestantischen Truppen. Daraufhin brachen fast alle protestantischen Reichsstände unter Führung von Kursachsen aus dem Bündnis mit Schweden aus und schlossen mit Kaiser Ferdinand II. den Prager Frieden, um von nun an gemeinsam gegen die Feinde des Reiches, Schweden und Frankreich, vorzugehen.
Allerdings trogen die in diesen Friedensschluss gesetzten Hoffnungen. Auch diesmal ging der mörderische Krieg nicht zu Ende. Im Vertrag von Compiègne verbündeten sich die nunmehr geschwächten Schweden mit dem mächtigen Frankreich. Um die wahre Religion ging es schon lange nicht mehr, sondern um pure Machtpolitik. Schweden war evangelisch, Frankreich katholisch. Den Franzosen, ihrem König Ludwig XIII. und seinem Ersten Minister Kardinal Richelieu, ging es hauptsächlich darum, die kaiserliche Macht in Europa Ludwig XIII. entscheidend zu schwächen. Frankreich griff ein, als der Trierer Erzbischof, ein Anhänger der Franzosen, gefangengenommen wurde. Der beginnende Schwedisch-Französische Krieg war die vermutlich schlimmste Phase des eine ganze Generation lang andauernden Konflikts. Das Morden und Plündern, das Brandschatzen und Vergewaltigen ging ungezügelt weiter.

Aufgaben:
  1. Was war die schwedisch-französische Antwort auf den Prager Frieden?
  2. Warum griff Frankeich nun in den Krieg ein?

Kriegswesen: Die Söldnerheere

„Der Krieg ernährt den Krieg.“ Erkläre, was mit dieser Aussage in Bezug auf den Dreißigjährigen Krieg gemeint ist?

Die Suche nach Frieden

Der Krieg hatte unvorstellbare Zerstörungen mit sich gebracht. Die Heere der kriegführenden Parteien mordeten und brandschatzten. Sie nahmen den Menschen das Letzte, das sie noch besaßen. Sie kann- ten keine moralischen Skrupel. Recht und Ordnung gab es nicht mehr.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod, Was grimmer denn die Pest,
und Glut undHungersnot, Dass auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.
aus: „Tränen des Vaterlandes“ von Andreas Gryphius

Kein Wunder, dass sich die allermeisten Menschen nach Frieden sehnten. Seit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618 waren be- reits zehn, fünfzehn zwanzig Jahre vergangen. Und noch war kein Ende in Sicht, obwohl es keine größeren, das Kriegsgeschick entscheidenden Schlachten mehr gab.

Immerhin, seit 1643 verhandelten die Kriegsparteien, das Reich auf der einen sowie Frankreich und Schweden auf der anderen Seite, in den westfälischen Städten Münster und Osnabrück über einen möglichen Friedensschluss. Noch fünf Jahre lang zogen sich die Verhandlungen hin.

Im Jahr 1645 schlossen das Kurfürstentum Sachsen und Schweden in Kötzschenbroda (Radebeul) einen zeitlich begrenzten Waffenstillstand. Er wurde im folgenden Jahr in einen Friedensvertrag umgewandelt und galt bis zum Kriegsende. Sachsen schied damit endgültig aus dem Krieg aus.

Im Jahr 1648 hatten die Friedensverhandlungen von Münster und Osnabrück endlich Erfolg. Dreißig Jahre nach Beginn des mörderischen Ringens wurde der „Westfälische Frieden“ beschlossen. Von nun an schwiegen die Waffen. Die schrecklichen Folgen des Krieges waren nicht zu übersehen. Es würde lange, sehr lange dauern, bis sich Deutschland davon erholt hatte.

Aufgaben:

  1. Finde für die einzelnen Textabschnitte passende Überschriften. (a-e)
  2. Überlege und beschreibe, woran es wohl lag, dass der Krieg so unsäglich lange dauerte? Denke an die vielen Kriegsbeteiligten, aber auch an die Generäle und Soldaten.
  3. Überlege: Welche religiösen und politischen Fragen mussten in Münster und Osnabrück verhandelt und gelöst werden, damit ein Frieden möglich wurde? Mache dir dazu Stichpunkte.

Der Friedensvertrag: Der Westfälische Friede

Fünf lange Jahre hatte es gedauert, bis die Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück erfolgreich abgeschlossen werden konnten und im Reich endlich Frieden herrschte. In Münster hatten die Unterhändler des Kaisers und Frankreichs um einen Kompromiss gerungen, in Osna-
brück der Kaiser und das Heilige Römische Reich auf der einen und die Schweden auf der anderen Seite. Die entscheidenden Verträge wurden im Namen Kaiser Ferdinands III., König Ludwigs XIV. von Frankreich und der Königin Christina von Schweden unterzeichnet.
Die abgeschlossenen Verträge garantierten einen Waffen-tillstand und beendeten damit zunächst einmal die Kriegshandlungen. Allerdings waren noch viele weitere Fragen zu klären, um eine stabile Friedensordnung für die Zukunft zu schaffen. Erstin den beiden folgenden Jahren wurde in zähen Verhandlungen ein Friedensvertrag im eigentlichen Sinne erarbeitet. Er sollte dazu beitragen, Deutschland und Europa einen dauerhaften Frieden zu garantieren.
Die Verträge von 1648 und die nachfolgenden Regelungen wurden beispielhaft für viele andere nationale und internationale Abmachungen. Sie waren von nun an Teil des Verfassungsrechts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und behielten bis zum Ende dieses Reiches im Jahr 1806 ihre Gültigkeit.
Im Westfälischen Frieden wurde die Unabhängigkeit der Vereinigten Niederlande anerkannt. Damit schieden sie endgültig aus dem Reichsverband aus. Auch die Schweizer Eidgenossenschaft wurde nun ein souveränes, vom Reich unabhängiges Staatswesen.

Nenne die in Münster und Osnabrück vertretenen wichtigsten Kriegs- und Verhandlungsparteien.

Die territorialen Regelungen I

Die Verhandlungen hatten sich auch deshalb so lange hingezogen, weil es schwierig war, die territorialen Wünsche und Forderungen aller Kriegsparteien zu befriedigen. Auch hier ging es darum, einen Kompromiss zu finden, dem alle Beteiligten zustimmen konnten.

Die wichtigsten Vereinbarungen waren:

• Schweden:erhielt Vorpommern mit der Odermündung und dem rechten Oderufer, Wismar sowie die Bistümer Bremen und Verden. Die schwedische Königin bzw. der schwedische König hatte somit ein Stimmrecht im deutschen Reichstag. Zusätzlich wurde Schweden eine hohe Kriegsentschädigung zugesprochen.
• Frankreich: erhielt die Städte Metz, Toul und Verdun, den Sundgau mit Belfort, die habsburgischen Gebiete im Elsass sowie Philippsburg und Breisach als Brückenköpfe (Wehranlagen) auf der rechten Rheinseite.
• Brandenburg: bekam das restliche Pommern sowie Magdeburg, Halberstadt, Minden und Cammin.
• Bayern: behielt die im Krieg erworbene Oberpfalz. Ihm verblieb die ebenfalls im Krieg zugesprochene Kurwürde.
• Sachsen: erwarb die Lausitz.
• Die Rheinpfalz: wurde dem Sohn des geächteten „Winterkönigs“ Friedrich V. zurückgegeben.
• Die Vereinigten Niederlande und die Schweiz: schieden aus dem Heiligen Römischen Reich aus.

Im Krieg war der reiche kirchliche Besitz heftig umkämpft gewesen. Nun wurde vertraglich festgelegt, dass er so wiederhergestellt werden sollte (Restitution), wie er im Jahr 1624 (für die kaiserlichen Erblande im Jahr 1630) gewesen war.

Aufgaben:
  1. Erkläre, warum man Frankreich und Schweden, aber auch die Niederlande und die Schweiz zu den Gewinnern des Westfälischen Friedens zählen kann?
  2. Was versteht man unter Restitution?
  3. Wem kam die Restitution auf den Stand von 1624 (1630) vermutlich zugute?

Die territorialen Regelungen II

Die wichtigsten territorialen Vereinbarungen des Westfälischen Friedens waren:

  • Schweden: erhielt Vorpommern mit der Odermündung und dem rechten Oderufer, Wismar sowie die Bistümer Bremen und Verden.
  • Frankreich: erhielt die Städte Metz, Toul und Verdun und den Sundgau mit Belfort
  • Die Vereinigten Niederlande und die Schweiz: schieden aus dem Heiligen Römischen Reich aus.

Die Pfeile zeigen die Gebiete, die nach dem Freißigjährigen Krieg nicht mehr zum Römischen Reich gehörten.

Die konfessionellen Regelungen

Natürlich bedeuteten auch die konfessionellen Rege- lungen einen Kompromiss, der sich aus den Machtver- hältnissen am Ende des Dreißigjährigen Krieges ergab. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 wurde bestä- tigt. Auch in Zukunft galt die Formel „Wessen das Land, dessen der Glaube.“ Die auf diese Weise geschaffene konfessionelle Land- karte Deutschlands bestand im Großen und Ganzen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Seit 1945 kam es durch Flucht und Vertreibung zu einer größeren kon- fessionellen Durchmischung der Bevölkerung. Die im Jahr 1555 geschaffene konfessionelle Lage in Deutschland änderte sich aber insofern, als der Zu- stand wiederhergestellt werden sollte, der am 1. Janu- ar 1624 (Normaljahr) bestanden hatte. Damit wurden auch die Festlegungen durch das Restitutionsedikt des Jahres 1629 aufgehoben.
Festgelegt wurde auch, dass die protestantische Minderheit auf den Reichstagen in religiösen Fragen nicht überstimmt werden durfte. Die Protestanten genossen also – wie man heute sagen würde – Minderheitenschutz.
Einen wesentlichen Unterschied zum Augsburger Religionsfrieden wurde zusätzlich vereinbart: Die Regelungen galten nicht mehr nur für die Katholiken und die Lutheraner, sondern gleichermaßen auch für die Reformierten (Calvinisten u. a.).

Aufgabe:
Wer gehört nach dem Westfälischen Frieden zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern? Lege eine Tabelle an und begründe deine Entscheidung.

Der Kaiser und die Fürsten

Der Westfälische Frieden beinhaltete neben territorialen und konfessionellen Regelungen auch Regelungen bezüglich der Stellung der Fürsten im Heiligen Römischen Reich:

  • Die Landesherren erhielten die Souveränität in ihren Gebieten
  • Es wurde ihnen gestattet, selbst Bündnisse mit anderen Mächten zu schließen unter der Voraussetzung, dass sich diese nicht gegen den Kaiser bzw. das Heilige Römische Reich richteten.
  • Wichtige Fragen wurden im Reichstag entschieden: Der Kaiser konnte nicht alleine entscheiden, sondern war von der Zustimmung der Fürsten abhängig

Zwar existierte nach dem Westfälischen Frieden das Heilige Römische Reich weiterhin und es gab auch einen Kaiser an der Spitze. Weil die Fürsten nun aber weitgehend souverän (eigenständig) waren, existierten viele kleine Einzelstaaten in diesem Reich.

Aufgaben:
  1. Im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte ist oft vom sogenannten „Flickenteppich“ die Rede. Was könnte damit gemeint sein?
  2. Vergleiche mit dem heutigen Aufbau Deutschlands! Kannst du Gemeinsamkeiten erkennen?

Ferdinand III., deutscher Kaiser zur Zeit des Westfälischen Friedens

Die Nachwirkungen des Krieges

Sehr gut gemacht. Du hast es geschafft.

Überprüfe noch einmal all deine Materialien und Mitschriften und reiche deine Arbeit dann Frau Kienitz ein.