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START

Die Goldenen Zwanziger

Die kulturelle Vielfalt

Theater

in den
zwanigern

02

Kunst

in den zwanigern

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Kindo

in den zwanigern

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MUSIK

in den zwanigern

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MUSIK

in den

GOLDENEN ZWANZIGERN

1

In der Musik gab es wie in allen kulturellen Gebieten zur Zeit der Zwanziger keine einheitliche Richtung.

Klassik, Schlager und Tanzmusik waren jedoch die am Heufigstenverbreiteten.

Neue Wiener Schule



Gebrauchsmusik

Bei der Klassik unterschied man zwischen
und

der neuen Wiener Schule

der Gebrauchsmusik

Die neue Wiener Schule arbeitete mit disharmonischer Musik.
Erfunden bzw. weiterentwickelte wurde diese bahnbrechende Musik von Schönberg.
Von seinem Schüler Alban Berg war die Oper "Wozzek", die 1925 mit ihrer Premiere für viel Aufsehen sorgte.

Der bedeutendste Name der Gebrauchsmusik war Paul Hindemith. Gebrauchsmusik ist harmonische Musik und damit das gegenteil der "Neuen Wiener Schule". Gebrauchsmusik wurde meist für Varieté, Kabarett, Kino und Revue geschrieben. Besonders berühmt wurde die "Dreigroschenoper" 1928 von Berthold Brecht und Kurt Weill.


Im Bereich der musikalischen Massenkultur entstand der deutsche Schlager - zum Teil mit witzigen Nonsenstexten -, durch den besonders die seit 1928 auftretende Gesangsgruppe "Comedian Harmonists" ("Veronika, der Lenz ist da", "Wochenend und Sonnenschein", "Mein kleiner grüner Kaktus") rasch populär wurde.

SCHLAGER

In den Tanzlokalen und Nachtclubs wurden Jazz immer beliebter. Ab 1925 gab es erste elektrische Schallplattenaufnahmen auf dem Markt und nun konnte man die Musik aus Amerika auch auf dem Grammophon oder im Radio hören.
Die Menschen tanzten sich zu solchen Klängen ins Delirium. Die Leute wollte sich den Hunger, die Hysterie, die Angst, die Panik und das Entsetzen vom Leibe tanzen. Das Volk suchte Vergessenheit im Tanz.

Tanzmusik

2.

THEATER

IN DEN

GOLDENEN ZWANZIGERN

Theater

Zu Beginn der Weimarer Republik galt das Theater als einer der wenigen Bereiche, in denen die Revolution von 1918 tatsächliche Spuren hinterlassen hatte. Grund dafür war die weitgehende Übernahme des Theaterapparats durch die öffentliche Hand, während vor dem ersten Weltkrieg das sogenannte Geschäftstheater überwogen hatte. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor

Zu einer Weltmetropole des Theaters entwickelte sich Berlin, wo das Deutsche Theater die Kammerspiele und das Große Schauspielhaus standen.

Die ersten aufgeführten Dramen Bertholt Brechts ("Trommel in der Nacht", "Im Dickicht der Städte", "Mann ist Mann") riefen zwiespältige Reaktionen hervor und erregten Beifall und Zorn zugleich. Seine 1928 im Berliner Theater uraufgeführte "Dreigroschenoper" wurde der größte Theatererfolg in der Weimarer Republik.

Neben dem Kino konnte das Theater nicht mehr als geeignetes Medium zur Abbildung der Wirklichkeit bestehen und musste sich auf neue Wege begeben. So wuchs in Deutschland zunächst eine dichte spannende Theaterlandschaft heran. Letztendlich endete 1930/1931 die erfolgreiche Epoche des Theaters abrupt. Denn durch die Konkurrenz der Lichtspielhäuser mit Einführung des Tonfilms war im Deutschen Reich das Jahr des großen "Theatersterbens" angebrochen.

Theater

3.

Kino

GOLDENEN ZWANZIGERN

IN DEN

Kino

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Deutschland zahlreiche Lichtspielhäuser, in denen Stummfilme vorgeführt wurden. In den Jahren der Weimarer Republik konnte sich der Film als einflussreiches Massenmedium etablieren und die Lichtspielhäuser nahmen einen rasanten Aufstieg.

Deutschland war der europäische Staat mit den meisten Kinos, deren Anzahl zwischen 1918 und 1930 von 2300 auf 5000 anwuchs. Mitte der 20er Jahre gingen, auf der Suche nach Unterhaltung und Freizeitvergnügen, täglich etwa zwei Millionen Menschen in die Kinos. Für ihr Eintrittsgeld bekamen sie neben den Hauptfilm kurze Vorfilme, gelegentlich Natur- oder Reisefilme und stets die Wochenschau zu sehen.

Der Film als Medium bewegter Bilder inspirierte die Fotographen und Filmemacher der damaligen Zeit. In den Großstädten erlebte das Kino, trotz der allgemein äußerst schlechten Wirtschaftslage mit der Hyperinflation, einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung, und es galt als besonders schick ins Kino zu gehen.

Kino

Das Publikum sehnte sich nach schönen Frauen und eleganten Männern, die auf den Leinwänden abenteuerliche Schicksale durchlebten. Die Traumbilder vieler Völker ähnelten sich oder wurden durch die Unterhaltungsindustrie einander angenähert.

Der Film machte es möglich, dass ein und derselbe Schwarm junger Männer und Frauen am gleichen Abend in Hunderten, gar Tausenden von Kinos zu sehen war. Und die Vorliebe des Publikums für bestimmte Künstler machte sich die Filmindustrie zunutze.

Kino

Millionen von Zuschauern wollten den Angebeteten nahe sein, und deshalb wurden ihre Filme wieder und wieder gesehen. Für den Einzelnen im dunklen Zuschauerraum entstand der Eindruck, dass das riesige Bild auf der Leinwand nur für ihn selbst da war, und wer dann die Starpostkarten kaufte, hatte das Gefühl, dass er sein Idol ganz für sich hatte.

Rudolph Valentino war einer der großen Stummfilmstars
im Hollywood der Zwanziger Jahre. Mit seiner
männlichen Ausstrahlung beeindruckte der Darsteller
vor allem die Frauenwelt. Er blieb weitgehend auf Rollen des temperamentvollen Liebhabers festgelegt. Als er am 23. August 1926 im Alter von 31 Jahren starb, nahmen sich zahllose seiner Verehrerinnen aus Verzweiflung das Leben.

Kino

Das war eines der Geheimnisse des Kinos. Es zeigte das reale Abbild wirklicher Menschen in intimen Situationen, in Begegnungen, Gesprächen, bei Berührungen, und bezog damit den Zuschauer in die Intimität ein, ließ Wünsche entstehen, weckte das Begehren nach den Menschen, die auf der Leinwand so nahe erschienen.

Die Hälfte der Bevölkerung der meisten europäischen Länder gingen wenigstens einmal in der Woche ins Kino. Um diese Nachfrage zu befriedigen, zeigten die Kinos jeweils zwischen 100 und 400 Filme im Jahr. Die Karten kosteten nicht viel. So konnten sich die Besucher für den Preis von einem Glas Bier mehrere Stunden Unterhaltung leisten. Darüber hinaus kaufte man Popcorn, und auch das Rauchen war erlaubt.
Oft wurden "nicht gesellschaftsfähige" Filme gezeigt, somit gab es ab 1921 die Filmzensur.

Kino

Filmprüfstellen legten jetzt strengere Maßstäbe an. Deutsche, russische und französische Filme genossen während der Zwanziger Jahre hohes Ansehen, und die Filmfabrik Hollywood hatte längst die deutschen Kinos erobert und setzte 1927 mit dem ersten Tonfilm neue Maßstäbe. Doch waren 1929 nur acht von 183 deutschen Spielfilme vertont, so veränderte sich die Relation ein Jahr später auf 101 von 146 Filmen. 1932 wurden bereits alle 127 in Deutschland produzierten Spielfilme als Tonfilme hergestellt. Tausende von Berufsmusikern wurden arbeitslos, die zuvor die Stummfilmvorführungen in den Kinos musikalisch untermalt hatten.

KUNST

in den

GOLDENEN ZWANZIGERN

4

KUNST

Für die angewandte Kunst zwischen den beiden Weltkriegen hat sich der Name "Art Deco" herauskristallisiert. Der Name kommt von der ersten internationalen Ausstellung für Objekte des Kunstgewerbes "Exposition des Arts decoratifs et Industriels Modernes" in Paris 1925.
Art deco hat sich aus dem Jungendstil entwickelt.
Nach dem eher überladen wirkenden Jugendstil mit den floralen, geschwungenen Stilelementen war Art Déco mit einem geometrischen, linearen und funktionalen Stil der Geist der Moderne, der das Neue suchte. Zunächst wurden Art-Deco-Objekte nur aus teuren und selten Materialien angefertigt (z.B. Elfenbein, Bronze ....). Später kopierte man sie und brachte sie in preiswerten Versionen massenhaft auf den Markt.

Art Deco war ein Stil, der alle Bereiche erfasste: Kunst und Kunsthandwerk, Film und Technik, Alltagsgegenstände wie Möbel und Geschirr, Werbung und Mode. Art Deco ist nahe verwandt mit dem Bauhaus, darüber werde ich später berichten.

Art Deco

Die neue Sachlichkeit

KUNST

Sie verdankt ihren Namen ebenso wie "Art Deco" einer Ausstellung aus dem Jahre 1925. Nur diese fand nicht in Paris, sondern in Mannheim statt. Die Kunstwerke der Ausstellung "Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus" standen für die realistische Darstellung der Wirklichkeit ihrer Zeit.
Neue Sachlichkeit war eine für die zweite Hälfte der Zwanziger Jahre besonders typische Kunstrichtung, die das damalige Lebensgefühl der Menschen, ihr nüchternes Streben nach Bewältigung des Alltags, einzufangen versuchte.

Die Neue Sachlichkeit wurde bald zum allgemeinen Begriff für künstlerisches Bemühen um eine konkrete, distanzierte Auseinandersetzung mit der "greifbaren Wirklichkeit", die dem Inhalt den Vorrang vor der Form einräumte und das Schlichte gegenüber dem Ornamentalen bevorzugte. Die jeweiligen Stilrichtungen der Neuen Sachlichkeit kamen in der Malerei besonders prägnant zum Ausdruck. In der Malerei zeichnete sich der neue Stil durch unsentimentale Darstellungsweisen aus. Die Abbildung der nüchternen Wirklichkeit stand im Vordergrund.

Eine politisch links orientierte Strömung repräsentierten vor allem Georg Grosz, der ein zynischer Kommentartor und Karikaturist der WR war, und Otto Dix.


Mit ihren zum Teil grotesk verzerrten, karikierenden Bildern übten sie scharfe Kritik an den sozialen Zuständen der Zwanziger Jahre.
Von rechts orientierten Künstlern ist wenig zu finden, sicherlich weil das heute für Deutschland "peinlich" ist und vielleicht nicht mehr als Kunst angesehen werden kann. Franz Radziwill war Mitglied in der NSDAP und unterstützte den Nationalsozialismus, auch nachdem er von ihnen als "entartet" gekennzeichnet wurde.

Georg Grosz: "Hunger" 1924
Das Bild soll aussagen: Hunger rührt nicht vom Mangel an Nahrungsmittel her, sondern avon der ungerechten Verteilung des Wohlstand

Kunst

Kunst

Franz Radziwill gehörte auch zu den bekanntesten

Vertretern der Neuen Sachlichkeit in Deutschland.
Ein weiteres Beispiel dafür, dass Politik und Kunst auf engste verwoben waren, ist der Künstler Otto Griebel. Denn er stellte sein Talent (wie viele andere Künstler auch) in den Dienst einer politischen Partei. 1912 zeichnet er noch für die SPD, 1919 tritt er in die KPD ein und beteiligt sich am kommunistischen Kampf gegen den Kapp-Putsch. Sein zwischen 1928 und 1930 entstandenes Gemälde
"Die Internationale" gilt als herausragendes Beispiel der proletarisch-revolutionären Kunst.

Griebel selbst ist rechts in der zweiten Reihe zu erkennen. Er demonstriert die Solidarität zwischen Künstlern und Arbeitern, indem er seine Hand auf die Schulter des vor ihm stehenden Bergmannes legt.

Er illustriert die Idealvorstellung des über Partei- und Landesgrenzen hinaus gemeinsam vorwärtsschreitenden Weltproletariats: Nur die internationale Solidarität der Arbeiter kann die herrschenden Missstände überwinden. So ermutigt das Bild zum Klassenkampf.

Kunst

Auch Käthe Kollwitz stellte ihre Kunst in den Dienst der proletarisch-revolutionären Kunst mit ihren Bildern für den Pazifismus.

Die Pazifisten erinnerten während der Weimarer Republik immer wieder an das Leiden im Krieg, um Abrüstung und friedliches Miteinander der Völker zu fordern.
Unwiderruflich zu Ende war die Vielfalt der Neuen Sachlichkeit und deren Ideale nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933.

Kunst