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Devisenmärkte

Diogo, Omar, Jusuf, István

Außenwert des Geldes

Bestimmungsfaktoren der Wechselkurse

Verschiedene Wechselkursmechanismen

Quellen:

  • Boller, Eberhard/Gernot Hartmann (2017): Kompetenzorientierte Volkswirtschaftslehre. Fachoberschule und Berufsoberschule in Bayern - Jahrgangsstufen 11 und 12, Rinteln, Deutschland: Merkur Verlag.
  • https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19043/devisenmarkt/
  • https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/devisenmarkt-30546

Außenwert des Geldes

Wenn man die Grundlagen zwischenstaatlicher Währungspolitik verstehen möchte, muss man sich zuvor mit einigen wichtigen Begriffen und Zusammenhängen befassen. Man muss z. B. wissen, was mit dem Begriff Wechselkurs gemeint ist.


Nahezu alle Länder der Erde unterhalten außenwirtschaftliche Beziehungen, von denen die wichtigsten der Export (die Ausfuhr) und der Import (die Einfuhr) von wirtschafltichen Gütern sind.


  • Der Wechselkurs drückt den Außenwert (den Wert, gemessen in fremder Währung) des Geldes aus. Ist eine Fremdwährung "teuer", ist der der Außenwert des eigenen Geldes gering. Ist eine Fremdwährung "billig", ist der Außenwert des eigenen Geldes groß.

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Dies kann man z. B. dann feststellen, wenn man eine Auslandreise plant. So kann es sein, dass der "Preis" (der Kurs) für Schweizer Franken schon wieder gestiegen ist. Anderseits liest man in der Zeitung, dass der US-Dollar im Wert abnahm.


  • Der Binnenwert des Geldes stellt sich in seinem Austauschverhältnis zu anderen Wirtschaftsgütern, also im Preis bzw. im Preisniveau dar.
  • Der Außenwert des Geldes ist hingegen das Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen, also der Wechselkurs.

Beispiel:

Eine Absolventin der Fachoberschule plant nach den Abschlussprüfungen eine Reise nach New York. Ihr stehen 1.000,00 € zur Verfügung. Wie viel sie sich leisten kann, ist neben den Preisen vor Ort auch abhängig von dem Austauschverhältnis zwischen dem Euro und dem US-Dollar im nächsten Jahr.


Unteschiedliche Wechselkurse:

1. Jahr 1 € = 1,150 US-$

2. Jahr 1 € = 1,575 US-$


Im ersten Fall würde sie im nächsten Jahr bei einem Umtausch ihrer 1.000,00 € also 1.150,00 US-$ erhalten. Im zweiten Fall hingegen deutlich mehr, nämlich 1.575,00 US-$.




Bestimmungsfaktoren der Wechselkurse

1. Devisenangebot

3. Kursbildung

2. Devisennachfrage

4. Gleichgewichtskurs

5. Wechselkursmechanismus

Kursbildung


Bei Sorten und Devisen erfolgt eine Mengennotierung, bei der der Kurs angibt, wie viel Einheiten einer Fremdwährung (z. B. US-Dollar) man für eine Einheit der Binnenwährung (z. B. Euro) erhält bzw. bezahlen muss (x Fremdwährungseinheiten = 1 €).


Beispiel:

Der Kurs für Schweizer Franken wird mit 1,20 angegeben. Das bedeutet, dass 1,20 Schweizer Franken einem Euro entsprechen.


  • Die Kreditinstitute nehmen den Kauf bzw. den Verkauf von Devisen und Sorten nicht kostenlos vor. Die Hereinnahme von Devisen erfolgt zum sogenannten Geldkurs, der Verkauf zum höheren Briefkurs.
  • Die Hereinnahme von Sorten wird zum Ankaufskurs, der Verkauf zum höheren Verkaufskurs vorgenommen.



Die Differenz zwischen den Kursen dient den Kreditinstituten der Kostendeckung und einer angemessenen Gewinnerzielung.


Wie beim Gütermarkt gehen wir von einer normalen Nachfrage nach Binnenwährung (Devisenangebot) und von einem normalen Angebot von Binnenwährung (Devisennachfrage) aus.


  • Mit steigendem Kurs sinkt die Nachfrage nach Binnenwährung (steigt das Devisenangebot).
  • Mit sinkendem Kurs steigt die Nachfrage nach Binnenwährung (sinkt das Devisenangebot).
  • Mit stiegendem Kurs steigt das Angebot von Binnenwährung (sinkt die Devisennachfrage).
  • Mit sinkendem Kurs sinkt das Angebot von Binnenwährung (steigt die Devisennachfrage).

Devisennachfrage (Angebot von Binnenwährung)


Sofern Güter aus Fremdwährungsländern eingeführt werden, benötigen die Importeure für den Kauf von Importwaren Devisen. Um ihre Verpflichtungen erfüllen zu können, müssen sie die Devisen bei den Banken kaufen. Soweit die Devisenvorräte der Banken nicht ausreichen, kaufen sie die Devisen bei der EZB.


Je größer der wertmäßige Import ist, desto größer ist folglich die Devisennachfrage. Der Devisennachfrage entspricht das Angebot von Binnenwährung.


  • Ein wichtiger Bestimmungsgrund der Devisennachfrage bzw. des Angebots von Binnenwährung ist der Import.

Gleichgewichtskurs


Der Gleichgewichtskurs ist der Kurs, der Dervisenangebot und Devisennachfrage zum Ausgleich bringt.


Beim Gleichgewichtskurs kommen auf dem Devisenmarkt alle Anbieter, die zu diesem Kurs Binnenwährung verkaufen wollen und alle Nachfrager, die höchstens zu diesem Kurs Binnenwährung zu kaufen bereit sind.


Wie auf jedem Markt verschieben sich Währungsangebot und Währungsnachfrage ständig. Diese Verschiebungen haben vielerlei Gründe.

zum Beispiel:

  • Spekulative Gründe. Geldanleger rechnen damit, dass der Kurs einer Währung sinkt. Dadurch nimmt die Nachfrage, bzw. das Angebot von Binnenwährung, nimmt zu.
  • Unterschiedliche Inflationsraten in den einzelnen Währungsgebieten. Zum Beispiel in Währungsgebieten mit hohen Inflationsraten verschlechtern sich in der Regel die Exportchancen, sodass sich die Nachfragekurve nach Binnenwährung "nach links" verschiebt: Bei jedem denkbaren Kurs wird weniger Binnenwährung nachgefragt (werden weniger Devisen angeboten) als zuvor.


Beispiel:

Ein Geldanleger rechnet damit, dass der Kurs des US-$ sinkt. Angenommen, er kauft 100.000,00 US-$ zum Kurs von 1,10 je 1,00 €. Dann muss der Anleger 90.909,09 € bezahlen. Sinkt der Kurs des US-$ auf 1,00 je 1,00 €, erhält der Geldanleger für seine US-$ 100.000,00 €.

Devisenangebot (Nachfrage nach Binnenwährung)


Die Exporteure erhalten für den Verkauf ihrer Güter Fremdwährung, d. h. Devisen. Dabei wird zwischen Sorten, wie Münzen und Banknoten einer Fremdwährung, und Devisen im engeren Sinne, also Zahlungsmittel wie z. B. über Fremdwährungen lautende Schecks, Zahlungsanweisungen und Wechsel unterschieden. Auch Münzen und Noten einer Fremdwährung gehören im weiteren Sinne zu den Devisen dazu.


Um ihre Verpflichtungen im Inland erfüllen zu können (z. B. Lohn- und Steuerzahlung), bieten die Exporteure in der Regel ihre Deviseneinnahmen den Geschäftsbanken zum Kauf an. Die Banken ihrerseits verkaufen den größten Teil der Devisen wiederum an die Europäische Zentalbank (EZB), um sich die für die Kreditgewährung nötigen Mittel zu beschaffen. Man sagt, die Banken refinanzieren sich bei der Zentalbank.


  • Je größer der wertmäßige Export in das Devisenausland ist, desto größer ist folglich das Devisenangebot. Dem Devisenangebot entspricht die Nachfrage nach Binnenwährung.

Beispiel:

Ein deutscher Exporteur liefert Waren im Wert von 100.000,00 US-$ in die USA. Den Erlös muss er in Euro umtauschen, um seinen Verpflichtungen (z. B. Lohn- und Stuerzahlungen in Deutschland) nachkommen zu können. Er fragt also Binnenwährung (€) gegen Devisen (US-$) nach.


  • Ein wichtiger Bestimmungsgrund des Devisenangebots bzw. der Nachfrage nach Binnenwährung ist der Export.

Wechselkursmechanismus


Die folgenden vier Abbildungen zeigen den Zusammenhang zwischen dem Angebot von Binnenwährung, der Nachfrage nach Binnenwährung und dem Wechselkurs (Wechselkursmechanismus).


Verschiedene Wechselkursmechanismen

1. Freie Wechselkurse

2. Relativ feste Wechselkurse

3. System absolut fester Wechselkurse

4. Zusammenfassender Überblick internationale Währungsordnungen

Realtiv feste Wechselkurse


  • Das System realtiv fester Wechselkurse lässt bestimmte Schwankungsbreiten der Kurse zu.


Das Wesen der realitv festen Wechselkurse besteht darin, dass die Regierungen sogenannte Paritäten (Leitkurse) miteinander vereinbaren, wobei die Kurse nach oben und unten mit einem bestimmten Prozentsatz (z. B. je 2,5 %) vom Leitkurs abweichen dürfen. Die zugelassene Schwankungsbreite (z. B. 5 %) wird als Bandbreite bezeichnet.


Beispiel:


Angenommen, zwischen dem Land A und dem Land B wurde eine Parität (Leitkurs) von 2 : 1 vereinbart. Dies bedeutet, dass man für 2 Geldeinheiten der Währung A 1 Geldeinheiten der Währung B erhält. Bei einer Bandbreite von 2,5 % darf der Kurs dann höchstens auf 2,05 steigen und nicht weniger als 1,95 sinken.


Würde der Kurs aufgrund gestiegener Nachfrage nach Währung B oder aufgrund gesunkenen Angebots von Währung B über 2,05 steigen, müsste die Zentralbank des Landes B eingreifen, indem sie Devisen von Land A kauft, um den Kurs zu senken.


Droht hingegen der Kurs unter 1,95 zu fallen, weil die Nachfrage nach Devisen von Land B abgenommen oder das Angebot von Devisen von Land B zugenommen hat, muss die Zentralbank des Landes B eingreifen, d.h. Devisen von Land B aus ihren Devisenvorräten verkaufen um den Kurs zu heben.

System absolut fester Wechselkurse


  • Bei dem System absolut fester Wechselkurse erfolgt die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen über von den Regierungen festgelegten Verrechnungseinheiten.


Da der Wechselkurse nicht den Marktverhältnissen entspricht, sind die ausländischen Exporteure zumeist nicht bereit, Güter und Dienstleistungen gegen diese Währung zu verkaufen. Dieser Umstand zwingt die Länder mit festen Wechselkursen dazu, die knappen Devisen zu bewirtschaften. Die für den Import in Ländern mit derartigem Wechselkurssystem (z. B. in einigen Staaten Schwarzafrikas) benötigten Devisen werden meist auf Antrag zugeteilt.

Freie Wechselkurse


  • Bleiben die Wechselkurse dem "freien Spiel von Angebot und Nachfrage" überlassen, sprechen wir von freien Wechselkursen oder flexiblen Wechselkursen.


Die Zentralbanken greifen nur mit Devisenverkäufen oder Devisenkäufen ein. Die Regierungen enthalten jeglichen Eingriff. Deshalb heißen sie freie Wechselkurse.


Die Bedeutung der freien Wechselkurse liegt darin, dass sie die Tendenz haben, sich immer wieder auf den Gleichgewichtskurs hinzubewegen. Der mark sorgt dafür, dass keine Währung unter- oder überbewertet wird. Die Inflation aus Fremdwährungsgebieten wird nicht importiert, d.h. auf das eigene Währungsgebiet übertragen, weil mit steigenden Preisen im Fremdwährungsgebiet zunächst der Import und damit die Devisennachfrage zurückgeht. Dies bewirkt stiegende Kurse. Mit steigende Kurse verbilligen sich aber die Importwaren, sodass die Importpreise im Wesentlichen konstant bleiben.


Gegen freie Wechselkurse spricht, dass die Kurse laufenden und unvorhersehbaren Schwankungen unterworfen sind. Dies ist der Grund, warum zwischen den einzelnen Ländern und Ländergruppen immer wieder feste Wechselkurse vereinbart wurden und die Rückkehr zu realtiv festen Wechselkursen gefordert wird.


Die Beziehungen zwischen Preisniveau, Import und Export bei flexiblen Wechselkursen lassen sich wie folgt darstellen:


Zusammenfassender Überblick internationale Währungsordnungen