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Hat das alte Handy ausgedient (beispielweise weil es kaputt gegangen ist oder ein neues Gerät angeschafft wurde), gibt es mehrere Möglichkeiten weiter damit umzugehen. Beispielsweise könnte man die ungenutzten Geräte verkaufen, weitergeben oder über Rückgabesysteme recyceln. Viele Menschen bewahren ihre alten Handys in Schubladen und Schränken auf. Die Gründe dafür sind in der Regel eine Kombination aus den folgenden: Man möchte ein Ersatzgerät besitzen, falls das neue Gerät kaputt geht, man befürchtet, dass die persönlichen Daten gestohlen werden könnten, wenn man das Handy weitergibt oder man empfindet die Entsorgung als zu aufwendig. Zuletzt landet ein weiterer Teil über den Hausmüll auf Deponien und in Müllverbrennungsanlagen.





Achtung: In Deutschland ist die Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten über den Hausmüll gesetzlich verboten, weil sie häufig gesundheitsgefährdende oder umweltschädigende Stoffe enthalten, die nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen dürfen. Solche Geräte sind mit dem Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet. Auch Handys und Smartphones gehören dazu!


Darüber hinaus gehen viele von den in Bauteilen der alten Handys und Smartphones enthaltenen wertvollen und teils seltenen Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym verloren, wenn sie im Hausmüll landen. Sie können nur dann über Recyclingverfahren zurückgewonnen werden, wenn die Geräte richtig entsorgt werden.




Wer sein altes Smartphone fachgerecht entsorgen möchte, es aber nicht selbst weitergeben oder verkaufen kann oder will, kann es beim lokalen Wertstoffhof oder im Handel abgeben. Sie sind dazu verpflichtet, die Geräte anzunehmen. Auch Online-Händler müssen die Altgeräte über den Postweg zurücknehmen. Alternativ gibt es Sammel- und Spendenaktionen, bei denen Handys gegen einen Festbetrag an Recyclingfirmen weitergeleitet werden (beispielsweise des NABU [Naturschutzbund Deutschland e.V.] oder DUH [Deutsche Umwelthilfe], die häufig mit einigen Mobilfunkanbietern kooperieren). Das Geld wird von den Vereinen gespendet oder für Projekte eingesetzt.


Die gesammelten Elektroaltgeräte werden an zertifizierte Erstbehandlungsbetriebe übergeben, von denen es in Deutschland ungefähr 340 gibt. Hier angekommen, werden die Handys sortiert. Funktionstüchtige Handys werden aufbereitet und wieder in Umlauf gebracht oder häufig ins Ausland weiterverkauft.


Achtung: Vor der Entsorgung sollte man SIM- und Speicherkarten entfernen und das Smartphone auf Werkseinstellungen zurücksetzen, um persönliche Daten zu schützen!





Kaputte oder sehr alte Geräte werden dem Recyclingprozess zugeführt: Zuerst werden Flüssigkeiten und schadstoffhaltigen Bauteilen entfernt. Danach werden die Altgeräte in Bauteile vorzerlegt und mechanisch zerkleinert, in einzelne Materialgruppen getrennt und an Kunststoffrecycler, Hüttenwerke (z.B. Stahlwerke, Eisen- oder Kupferhütten) oder an andere Verwerter weitergegeben und dort recycelt. Auf diese Weise können bis zu 80 Prozent der in Handys und Smartphones enthaltenen Rohstoffe zurückgewonnen werden.




Die durch diesen Recyclingprozess zurückgewonnenen Rohstoffe sind begehrte Industriestoffe auf dem Weltmarkt und die Nachfrage nach ihnen steigt. Ein Teil von ihnen wird über Großhändler wieder zur Produktion neuer Smartphones verwendet.



Auf der Mülldeponie von Agbogbloshie durchsuchen tausende Menschen völlig ungeschützt die Berge von Elektroschrott nach Spuren von Gold, Coltan oder Kupfer, die in den Altgeräten verbaut sind, die sie an Schrotthändler in der Umgebung verkaufen können. Unter ihnen sind auch Kinder und Jugendliche. Sie schmelzen Plastikverkleidungen von Kabeln und Platinen, um an die begehrten Rohstoffe zu kommen. Metalle werden in Säurebädern und durch offene Verbrennung zurückgewonnen. Die Wertstoff-Ausbeute ist deutlich geringer als in den Hochöfen in Europa und kann nur für einen geringen Betrag verkauft werden. Die Reste, die sich nicht zum Verkauf eignen, werden verbrannt oder landen auf inoffiziellen Deponien, in Flüssen und im Meer. Beim Verbrennen entstehen gefährliche Gifte, die höchst krebserregend sind. Die Belastung für die Menschen und ihre Umwelt ist extrem und wird sich in den betroffenen Gebieten noch auf Jahrzehnte auswirken.



Im Jahr 1995 ist Deutschland dem internationalen Basler Übereinkommen beigetreten. Die über 180 Teilnehmerstaaten verpflichten sich dazu, Elektroschrott und andere gefährliche Abfälle nicht an Länder zu exportieren, die keine angemessene Recycling-Infrastruktur haben. Ge­braucht­ge­rä­te dür­fen je­doch ex­por­tiert wer­den. Exporte von Elektroschrott werden in Deutschland außerdem über das Elektro- und Elektronikgesetz in Deutschland verboten. Dennoch werden große Mengen von deutschem Elektroschrott illegal nach Asien und Afrika exportiert, die meist als Gebrauchtgeräte deklariert sind. Dazu zählen auch alte Handys und Smartphones.


Ein Beispiel: Hamburg, Billstraße, Stadtteil Rothenburgsort. Hier reihen sich Im- und Exportläden aneinander, mit Fernsehern, Kühlschränken, Computern und auch Handys. Hamburg hat den größten Containerhafen in Deutschland und von hier aus werden etliche Elektrogeräte ins Ausland exportiert. Beispielsweise nach Tema, einer Hafenstadt in Ghana, von der aus auch die Hauptstand Accra versorgt wird. Viele Container nach Tema sind vollgestopft mit elektronischen Geräten. Die Exporteure müssen nachweisen, dass Handys, Computer, Waschmaschinen und Kühlschränke noch funktionieren. Elektronikschrott darf nicht ausgeführt werden. Die Polizei kontrolliert das. Aber wenn ein Fernseher nur noch ein verschwommenes Bild zeigt – ist das noch ein Altgerät oder schon Schrott?



Um beim Beispiel zu bleiben:

Am Hafen in Tema kommen große Mengen von Elektrogeräten in Containern an. Dort werden sie sortiert: Funktionierende Geräte werden zum Verkauf vorbereitet, kaputte Handys geraten mit dem anderen Elektroschrott auf einer Müllkippe. Tatsächlich wird ein Großteil des Elektroschrotts aus aller Welt auf eine Mülldeponie in Agbogbloshie verfrachtet. Agbogbloshie ist ein Slum (also ein Wohngebiet, in dem Menschen unter ärmlichen Bedingungen leben) am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana. Zum Elektroschrott, der dort landet, gehören auch die exportierten Handys, die schon beim Export kaputt waren - also entgegen dem Basler Übereinkommen verschifft wurden, das den Transport von Sondermüll zwischen Ländern verbietet - genauso wie die, die kaputt gegangen sind nachdem sie als Second-Hand Handys genutzt werden.



Die aus dem Ausland importierten Elektrogeräte werden von Händlern, Reparateuren und Second-Hand-Verkäufern ausgewählt, getestet und anschließend aufbereite, repariert und anschließend an Firmen, Büros und Haushalte weiterverkauft.


Viele Menschen in ärmeren Gebieten wie in Agbogbloshie in Ghana sind abhängig davon, ein gebrauchtes Handy kaufen zu können und könnten sich ein neues Gerät nicht leisten. Die Käufer*innen nutzen das Handy in der Regel bis es kaputt ist. Häufig gehen die exportierten Geräte jedoch schnell kaputt und müssen dann auf den eigenen Deponien entsorgt werden.




Die Käufer*innen oder Beschenkten nutzen das Handy bis es kaputt geht oder sie ein neues Gerät kaufen wollen. Die Gesamtnutzungsdauer des Handys wird verlängert.



Wer sein Handy verkauft oder verschenkt, erzielt entweder einen finanziellen Gewinn und/oder macht einer anderen Person eine Freude.


Dabei gilt: Aufgrund von schnellen Entwicklungsprozessen nimmt der Wert der Handys schnell ab. Wer sein Altgerät schneller verkauft, kann mehr Geld damit verdienen.


Smartphone-Nutzung

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Das fachgerechte Handyrecycling wirkt sich positiv auf die Umwelt aus, denn nur dadurch können wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden: Nach Angaben des Informationszentrum Mobilfunk könnten aus den 206 Millionen Handys und Smartphones aus Deutschlands Schubladen durch ein fachgerechtes Recyclingverfahren 1.300 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 3,4 Tonnen Gold sowie kleinere Mengen von Palladium und Platin wieder in den Kreislauf gebracht werden.


Eine Wiederverwertung natürlicher Ressourcen ist auch kosteneffektiver als der Abbau neuer Rohstoffe. Angaben des Umweltbundesamtes zufolge spart jede Tonne Kupfer, die aus alten Handys zurückgewonnen wird, gegenüber dem Erstabbau von Kupfer aus Bergbau und Verhüttung über die Hälfte an Energie ein. Allerdings wird auch bei den derzeitig eingesetzten Recyclingverfahren CO2 emmittiert.


In diesem Zusammenhang spricht man auch von Urban Mining, was so viel bedeutet wie Bergbau in städtischen Gebieten.


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Du möchtest dir den Recyclingprozess genauer anschauen?

Im folgenden Video wird die Rückgewinnung von Gold aus Elektrogeräten dargestellt. Schaue dir das Video Goldrecycling ab 0:45 bis 3:12 an, indem du auf das blaue Textfeld tippst!


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Du interessierst dich für die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Agbogbloshie?

Im folgenden Video wird unter anderem das Leben und Arbeiten mit dem Elektroschrott um die Mülldeponie in Agbogbloshie thematisiert. Schaue dir das Video Agbogbloshie in Ghana ab 0:00 bis 1:42 an, indem du auf das blaue Textfeld tippst!


Recherchiere selbstständig im Internet, welche Möglichkeiten zur Handyentsorgung in deiner Region zur Verfügung stehen.


Andreas Manhart vom Ökoinstitut: „Das Problem ist jetzt eigentlich, dass wir beim Recycling nicht nur von Bösewichten sprechen, sondern von einer großen Anzahl von Menschen, die davon leben, und die keine Einkommensalternative haben. Ein regulatorischer Durchgriff, also gewisse Praktiken zu verbieten, ist in diesem Kontext gar nicht richtig möglich. Denn was sollen die Leute denn anstelle dessen tun? Und wenn man wirklich durchgreift, das kennen wir aus anderen Ländern, dass die Menschen ausweichen, zum Beispiel in anderen Stadtvierteln die gleichen Praktiken viel verdeckter anwenden.


Dir fällt es schwer, dir Notizen zur Leitfrage zu machen? Hier ist ein Tipp:


  1. Lies die Texte und ordne die Informationen den jeweiligen Entsorgungsmöglichkeiten zu.
  2. Notiere dann Pro- und Contra-Argumente zu den Entsorgungsmöglichkeiten für die Beantwortung der Leitfrage: z.B. Das alte Handy wegwerfen = gut / schlecht, weil...


So behältst du den Überblick ohne alle Details aufschreiben zu müssen - die kannst du schließlich immer wieder dem Schaubild entnehmen.