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Transcript

Jannes Krause, Jannis Jost

Lyriker des 20. Jahrhundert

Expressionismus

Weimarer Republik

Trümmerliteratur

Gedichtsanalyse

Postmoderne

BRD/DDR

Expressionismus

Johannes R. Becher

Gottfried Benn

Georg Heym

Postmoderne

Rolf Dieter Brinkmann

Paul Celan

Ingeborg Bachmann

Trümmerliteratur

Ilse Aichinger

Günter Eich

Wolfgang Borchert

Weimarer Republik

Bertolt Brecht

Kurt Tucholsky

Erich Kästner

BRD/DDR

Reiner Kunze

Johannes Bobrowski

Hans Magnus Enzensberger

Gedichtanalyse

Latrine - Günter Eich

Über stinkendem Graben,
Papier voll Blut und Urin,
umschwirrt von funkelnden Fliegen,
hocke ich in den Knien,
den Blick auf bewaldete Ufer,
Gärten, gestrandetes Boot.
In den Schlamm der Verwesung
klatscht der versteinte Kot.
Irr mir im Ohre schallen
Verse von Hölderlin.
In schneeiger Reinheit spiegeln
Wolken sich im Urin.
Geh aber nun und grüße
die schöne Garonne
Unter den schwankenden Füßen
schwimmen die Wolken davon.

Das Gedicht “Latrine” von Günter Eich wurde 1948 veröffentlicht und zählt mit zur Epoche der Nachkriegslyrik, genauer zu der Kahlschlagliteratur. Das Gedicht besteht aus 4 Strophen mit jeweils 4 Versen, die alle einen heterogenen Kreuzreim beinhalten. Im Gedicht wird die schöne Naturszenerie, um eine Toilette im katastrophalen Zustand, aus der Sicht eines personalen lyrischen Ichs beschrieben. Günter Eich war während des 2. Weltkriegs als Soldat der Wehrmacht aktiv und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Das Gedicht wurde vermutlich im oder kurz nach dem 2. Weltkrieg geschrieben.

In der ersten Strophe beschreibt das lyrische Ich die improvisierte Toilette und wie es sie benutzt. In der zweiten Strophe wird die vergleichsweise schöne natürliche Umgebung geschildert, im Kontrast dazu wird jedoch auch gesagt, wie das lyrische Ich Exkremente ausscheidet. In der folgenden Strophe werden die Gedanken des lyrischen Ichs beschrieben, wie es an vergangene Lieder vom Lyriker Friedrich Hölderlin denkt. Auch wird wieder die Natur, genauer die Wolken in der Umgebung der Latrine dargestellt. In der letzten Strophe zitiert das lyrische Ich Hölderlins Gedicht “Andenken” und wendet den Blick nach unten, wo es die im eigenen Urin gespiegelten weißen Wolken sieht.
Eich benutzt mehrere Alliteration, so in Vers 3 “funkelnden Fliegen”, Vers 4 “ich in” und Vers 6 “Gärten, gestrandetes”. Dieses Mittel unterstützt die Klangstruktur des Gedichts, sorgt für eine bessere Einprägsamkeit und unterstreicht die Verknüpfung vom Adjektiv “funkelnd” mit dem Nomen “Fliegen”. Die multiplen Enjambements (z.B. V.7-8, 9-10, 13-14) brechen die gängige Struktur auf und lassen das Gedicht dadurch flüssiger wirken. Die Lautmalerei “klatscht” in Vers 8 hilft der Vorstellung der Begebenheiten. Die Metapher “schwimmen die Wolken davon” in Vers 16 bewirkt eine erhöhte Veranschaulichung der Fortbewegung der Wolken.
Auffällig ist auch auch die Benutzung von den zwei gegenüberstehenden Wortfeldern Natur (Wolken V. 12,16, Garonne V.14, Gärten V. 6, bewaldete V. 5, Ufer V. 5) und Fäkalien (Blut V. 2, Urin, V. 2,12, Kot V. 8, stinkendem V. 1). Diese gegensätzlichen Wörter erzeugen einen scharfen Kontrast.
Das Gedicht zeigt die alltäglichen, zerstörten Zustände der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Die Benutzung einer provisorischen Toilette, die eine Latrine ist, wird als normal und gegeben beschrieben, das lyrische Ich zeigt keinen Ekel. Auch werden die schlechten Lebensstandards im Bezug auf Ernährung erwähnt, der “versteinerte Kot” in Vers 8 ist eine Folge von Mangelernährung, die häufig zu Magen- und Darmerkrankungen geführt haben. Dieses Krankheitsbild wird auch mit dem in der Latrinengrube vorhandenen “Blut” in Vers 2 aufgegriffen. Das Gedicht betont den Kontrast zwischen der schönen Natur rund um die Latrine und der Ausscheidung von Exkrementen. Dies kann als Gegenüberstellung von Elementen der naturmagischen Lyrik, da die Natur als “schön” (V. 14) bezeichnet und in Verbindung mit “Reinheit” (V. 11) gebracht wird, und Elementen der allgemeinen Trümmerliteratur, da es keine feste Toilette gibt oder diese zumindest zerstört wurde. Mit dem Zitat und der Erwähnung von Hölderlin wird außerdem die nationalsozialistische Vergangenheit angesprochen, da Hölderlins Werk ideologisch von den Nationalsozialisten missbraucht und populär gemacht wurde. So wird der Vision des Nationalsozialismus, die ein großes Deutschland mit erfüllenden Lebensstandards versprochen hat, eine Gegenwart gegenübergestellt, die von dieser Vision verursacht wurde und von Krankheit, Verderben und Tod geprägt ist.

Das Gedicht “Latrine” von Günter Eich wurde 1948 veröffentlicht und zählt mit zur Epoche der Nachkriegslyrik, genauer zu der Kahlschlagliteratur. Das Gedicht besteht aus 4 Strophen mit jeweils 4 Versen, die alle einen heterogenen Kreuzreim beinhalten. Im Gedicht wird die schöne Naturszenerie, um eine Toilette im katastrophalen Zustand, aus der Sicht eines personalen lyrischen Ichs beschrieben. Günter Eich war während des 2. Weltkriegs als Soldat der Wehrmacht aktiv und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Das Gedicht wurde vermutlich im oder kurz nach dem 2. Weltkrieg geschrieben.


In der ersten Strophe beschreibt das lyrische Ich die improvisierte Toilette und wie es sie benutzt. In der zweiten Strophe wird die vergleichsweise schöne natürliche Umgebung geschildert, im Kontrast dazu wird jedoch auch gesagt, wie das lyrische Ich Exkremente ausscheidet. In der folgenden Strophe werden die Gedanken des lyrischen Ichs beschrieben, wie es an vergangene Lieder vom Lyriker Friedrich Hölderlin denkt. Auch wird wieder die Natur, genauer die Wolken in der Umgebung der Latrine dargestellt. In der letzten Strophe zitiert das lyrische Ich Hölderlins Gedicht “Andenken” und wendet den Blick nach unten, wo es die im eigenen Urin gespiegelten weißen Wolken sieht.

Eich benutzt mehrere Alliteration, so in Vers 3 “funkelnden Fliegen”, Vers 4 “ich in” und Vers 6 “Gärten, gestrandetes”. Dieses Mittel unterstützt die Klangstruktur des Gedichts, sorgt für eine bessere Einprägsamkeit und unterstreicht die Verknüpfung vom Adjektiv “funkelnd” mit dem Nomen “Fliegen”. Die multiplen Enjambements (z.B. V.7-8, 9-10, 13-14) brechen die gängige Struktur auf und lassen das Gedicht dadurch flüssiger wirken. Die Lautmalerei “klatscht” in Vers 8 hilft der Vorstellung der Begebenheiten. Die Metapher “schwimmen die Wolken davon” in Vers 16 bewirkt eine erhöhte Veranschaulichung der Fortbewegung der Wolken.

Auffällig ist auch auch die Benutzung von den zwei gegenüberstehenden Wortfeldern Natur (Wolken V. 12,16, Garonne V.14, Gärten V. 6, bewaldete V. 5, Ufer V. 5) und Fäkalien (Blut V. 2, Urin, V. 2,12, Kot V. 8, stinkendem V. 1). Diese gegensätzlichen Wörter erzeugen einen scharfen Kontrast.


Das Gedicht zeigt die alltäglichen, zerstörten Zustände der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Die Benutzung einer provisorischen Toilette, die eine Latrine ist, wird als normal und gegeben beschrieben, das lyrische Ich zeigt keinen Ekel. Auch werden die schlechten Lebensstandards im Bezug auf Ernährung erwähnt, der “versteinerte Kot” in Vers 8 ist eine Folge von Mangelernährung, die häufig zu Magen- und Darmerkrankungen geführt haben. Dieses Krankheitsbild wird auch mit dem in der Latrinengrube vorhandenen “Blut” in Vers 2 aufgegriffen. Das Gedicht betont den Kontrast zwischen der schönen Natur rund um die Latrine und der Ausscheidung von Exkrementen. Dies kann als Gegenüberstellung von Elementen der naturmagischen Lyrik, da die Natur als “schön” (V. 14) bezeichnet und in Verbindung mit “Reinheit” (V. 11) gebracht wird, und Elementen der allgemeinen Trümmerliteratur, da es keine feste Toilette gibt oder diese zumindest zerstört wurde. Mit dem Zitat und der Erwähnung von Hölderlin wird außerdem die nationalsozialistische Vergangenheit angesprochen, da Hölderlins Werk ideologisch von den Nationalsozialisten missbraucht und populär gemacht wurde. So wird der Vision des Nationalsozialismus, die ein großes Deutschland mit erfüllenden Lebensstandards versprochen hat, eine Gegenwart gegenübergestellt, die von dieser Vision verursacht wurde und von Krankheit, Verderben und Tod geprägt ist.

Georg Heym

*30. Oktober 1887 in Hirschberg

✝16. Januar 1912 in Berlin

schrieb mit 12 Jahren seine ersten Gedichte

verfasste rund 500 Gedichte

ab 1910 Mitglied des "Neuen Clubs"

Trotz seiner kurzen Lebenszeit wurde Georg Heym zu einem wichtigen Wegbereiter des Expressionismus. Mit seinen unzähligen Gedichten hat er wohl viele Autoren inspiriert und neue Impulse gebracht. Deswegen ist haben wir ihn als einer der wichtigsten Lyriker des 20. Jahrhunderts in unsere Übersicht aufgenommen.

Auswahl an Gedichten:




  • Der ewige Tag (1911)
  • Der Kondor (1912)
  • Der Krieg (1911)
  • Die Stadt (1911)
  • Umbra vitae (posthum, 1924)
  • Marathon Sonette (posthum, 1956)
  • Poesiealbum 282 (posthum, 2009)

Gottfried Benn

Mit seinem Normen-brechenden Schreibstil (z.B. in Morgue), bei dem er mit Leichensezierungen doch eher eklige Prozesse in seine Gedichte einbaute und diese aber lyrisch schön und expressiv darstellte, gehört Benn mit zu den wichtigsten deutschen Lyrikern. Als Militärarzt an der Front im 1. Weltkrieg konnte er weiterhin als Expressionist das Themengebiet Krieg durch seine persönlichen Erfahrungen anschaulich in seinen Gedichten niederschreiben.

Auswahl an Gedichten:




  • Morgue und andere Gedichte (1912)
  • Kleine Aster (1912)
  • Schöne Jugend
  • Kreislauf
  • Requiem
  • Blinddarm
  • Nachtcafe
  • D-Zug
  • Fleisch. Gesammelte Gedichte (1917)
  • Betäubung. Fünf neue Gedichte (1925)

*2. Mai 1886 in Mansfeld

✝7. Juli 1956 in Berlin

Arzt, Dichter Essayist

Georg-Büchner-Preis

Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

ließ Arzttätigkeit in Gedichte einfließen

Johannes R. Becher

Wir haben Becher zwar dem Expressionismus zugeordnet, aber sein Einfluss als deutscher Lyriker wirkt weit über diese Epoche hinaus, was man daran erkennen kann, dass er den Text der DDR-Nationalhymne verfasst hat und Kulturminister der DDR war.

Auswahl an Gedichten:




  • Auferstanden aus Ruinen (1949)
  • Auswahl
  • Gesichter
  • Kinderschuhe aus Lublin
  • Spartakus
  • Über das Sonett

*22. Mai 1891 in Müchen

✝11. Oktober 1958 in Ost-Berlin

Dichter, SED-Politiker, Minister für Kultur, Präsident des Kulturbundes der DDR

Verfasser des Textes der DDR-Nationalhymne

Ingeborg Bachmann

Bachmann hat als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen ein äußerst umfassendes Werk geschaffen, was sich nicht nur auf Lyrik beschränkt, sondern auch viel Prosa, Essays und Hörspiele beinhaltet. Für ihre Werke wurde sie auch mit vielen Preisen ausgezeichnet, unter anderem von der einflussreichen Kulturinstitution “Gruppe 47”.

Auswahl an Gedichten:




  • Alle Tage (1952)
  • Die gestundete Zeit (1953)
  • Erklär mir, Liebe (1956)
  • Reklame
  • Wahrlich

*25. Juni 1926 in Klagenfurt

✝17. Oktober 1973 in Rom

Lyrikerin und Prosaschriftstellerin

Werke in vielen Literaturgattungen

Vorlesungen bei Gruppe 47

+ 1953 Preis der Gruppe 47

Paul Celan

Paul Celan schilderte mit seinen Gedichten die Erfahrungen, die er als Jude während der Herrschaft der Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg sammelte. Mit seinem Werk erreichte er auch internationale Bekanntheit und Anerkennung, besonders durch seinen leidgeprägten Schreibstil im Angesicht des Holocausts.

Auswahl an Gedichten:




  • Die Todesfuge (1947)
  • Corona (1948)
  • Die Krüge (1949)
  • Mohn und Gedächtnis (1952)
  • Es war Erde in ihnen (1959)
  • Mandorla (1961)

* 23. November 1920 in Czernowitz

✝20. April 1970 in Paris

beide Eltern sterben in Deportationslagern

verrichtet selber 2 Jahre Zwangsarbeit

Werke beschäftigen sich mit Shoah

Rolf Dieter Brinkmann

Als Begründer der deutschen Pop-Literatur und damit als lyrischer Erneuerer hat er einen bedeutenden Einfluss auf nachfolgende Lyrikepochen und zählt somit zu den wichtigsten deutschen Lyrikern des 20. Jahrhunderts.

Auswahl an Gedichten:




  • godzilla (1968)
  • Westwärts 1 & 2 (1975)
  • Einen jener klassischen (1975)
  • Trauer auf dem Wäschedraht im Januar (1975)
  • Rom (1979)
  • Schnitte (1988)

*16. April 1940 in Vechta

✝23. April 1975 in London

Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer

richtet sich gegen etablierte Ästhetik

Wolfgang Borchert

Wolfgang Borcherts Werk wurde stark durch den Krieg geprägt, an dem er unfreiwillig teilnehmen musste. Als Trümmerlyriker beeinflusste er Friedensbewegungen mit seinen stark pazifistischen und anti-nationalsozialistischen Werken, wie zum Beispiel durch sein Manifest “Dann gibt es nur eins!” und dem daraus entnommenen Spruch “Sag nein!”, der auch zu einem Motto solcher Bewegungen wurde.

Auswahl an Gedichten:




  • Reiterlied (1938)
  • Granvella (1940)
  • Briefe aus Russland (1943)
  • Laterne, Nacht und Sterne (1946)

*20. Mai 1921 in Hamburg

✝20. November 1947 in Basel

Krieg als Hauptthema

starb am Tag vor seinem größten Erfolg: "Draußen vor der Tür"

Günter Eich

Günter Eich hat nicht ohne Grund den ersten Preis der Gruppe 47 gewonnen, mit seinen schlichten und sprachlich simplen Gedichten in der Nachkriegszeit hat er die Trümmerliteratur geprägt. Mit dem uns aus dem Unterricht bekannten Gedicht “Inventur” erlangte er weltweite Bekanntheit.

Auswahl an Gedichten:




  • Inventur (1945)
  • Latrine (1948)
  • Einsicht
  • Ende August

*1. Februar 1907 in Lebus

✝20. Dezember 1972 in Salzburg

Hörspielautor und Lyriker

gewann Preis der Gruppe 47

Mitbegründer des poetischen Hörspiels

Mann von Ilse Aichinger

Ilse Aichinger

Als Jüdin wurde Ilse Aichinger durch den Holocaust nachhaltig geprägt. Dies lässt sie auch in ihre Gedichte einfließen, die sich besonders durch extreme Verknappung und die damit verbundene Sprachkritik auszeichnen. Für Ihre Arbeit erhielt sie neben vielen anderen Preisen auch den der Gruppe 47.

Auswahl an Gedichten:




  • Ortsanfang (1978)
  • verschenkter Rat (1978)
  • Kurzschlüsse (2001)

*1. November 1921 in Wien

✝11. November 2016 in Wien

gewann Preis der Gruppe 47

+ über 20 Literaturpreise

Frau von Günter Eich

Erich Kästner

Obwohl Erich Kästner den meisten wahrscheinlich durch “Emil und die Detektive” oder “das fliegende Klassenzimmer” bekannt ist, verfasste er auch eine Vielzahl an Gedichten. Mit seinen antimilitaristischen Werken prägte er die Weimarer Republik und kritisierte deren Verlauf hin zum Nationalsozialismus, gegen den er sich klar positionierte.

Auswahl an Gedichten:




  • Abendlied des Kammervirtuosen (1927)
  • Kennst Du das Land wo die Kanonen blühn? (1927)
  • Besuch vom Lande (1929)
  • Sachliche Romanze (1929)
  • Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag (1930)
  • Das Eisenbahngleichnis (1931)
  • Das Riesenspielzeug (1932)

*23. Februar 1899

✝29. Juli 1974 in München

Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Kabarettdichter

war bei Verbrennung seiner Bücher anwesend

durfte unter Pseudonym weiter veröffentlichen

Kurt Tucholsky

Als besonders politisch engagierter Publizist gehört Tucholsky zu den bedeutendsten Lyrikern der Weimarer Republik. Schon früh warnte er vor dem Nationalsozialismus und kritisierte die Erstärkung der politisch Rechten. Mit seiner Arbeit an der Zeitschrift “Weltbühne” erreichte seine Gesellschaftskritik ein breites Publikum.

Auswahl an Gedichten:




  • Sehnsucht nach der Sehnsucht (1919)
  • An die Berlinerin (1922)
  • Drei Minuten Gehör! (1922)
  • Der Graben (1926)
  • Die Mäuler auf! (1930)
  • An das Baby (1931)

*9. Januar 1890 in Berlin

✝21. Dezember 1935 in Göteborg

Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker

warnt frühzeitig vor dem Nationalsozialismus

Herausgeber der "Weltbühne"

Bertolt Brecht

Aufgrund seiner kommunistischen und anti-nationalsozialistischen Haltung, die sich auch in seinem Schaffen widerspiegelt, trifft Brecht in der Weimarer Republik auf viel Ablehnung und einige seiner Werke werden zensiert. 1933 flüchtet Brecht aus Deutschland und schreibt aus dem Exil mehrere Werke, die die Exilliteratur in großem Ausmaß prägen.

Auswahl an Gedichten:




  • Erinnerung an die Marie A. (1920)
  • Gegen Verführung (1925)
  • Das Lied von der Unzulänglichkeit (1928)
  • Entdeckung an einer jungen Frau (1929)
  • Lob der Dialektik (1934)

*10. Februar 1898 in Augsburg

✝14. August 1956 in Berlin

Dramatiker, Librettist und Lyriker

Verfasser von "Die Dreigroschenoper"

muss als Kommunist vor Nazis fliehen

8 verschiedene Exilländer

Hans Magnus Enzensberger

Der Bürger der Bundesrepublik Enzensberger hat einen Sinn für die jeweilig aktuellen politischen und kulturellen Entwicklungen und schafft es in seinen Werken treffende Zukunftsvorhersagen zu tätigen. Somit regt er den Diskurs an und inspirierte auch die 68er-Bewegung mit seinen Werken.

Auswahl an Gedichten:




  • Verteidigung der Wölfe (1957)
  • Landessprache (1960)
  • Blindenschrift (1964)
  • Die Scheisse (1964)
  • Die Furie des Verschwindens (1980)

*11. November 1929 in Kaufbeuren

Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur

Georg-Büchner-Preis 1963

streitbarer und provokanter Denker

Johannes Bobrowski

Bobrowski lehnte die deutsche Trennung ab, er sah sich selbst als deutscher Schriftsteller, genauso wie er die Lyriker der Bundesrepublik als deutsche Schriftsteller ansah. So überbrückte er die Grenze zwischen Ost und West, da seine Gedichtbände sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik erschienen.

Auswahl an Gedichten:




  • Nowgorod 1943: Klosterkirche (1955)
  • Gestorbene Sprache (1960)
  • Ja, ich sprech in den Wind (1960)
  • Nänie (1960)
  • Litauische Lieder (1961)
  • Die Sokaiter Fähre (1964)
  • Das Wort Mensch (1965)

*9. April 1917 in Tilsit

✝2. September 1965 in Ost-Berlin

die Deutschen und Osteuropa als Haupthema

literarischer Grenzüberschreiter

in Ost und West erfolgreich

gewann 1962 Preis der Gruppe 47

Reiner Kunze

Reiner Kunze war in den frühen 50er Jahren noch vom Sozialismus überzeugt, zum Ende der 60er kritisiert er jedoch die SED-Führung. Diese Entwicklung lässt sich auch in seine einzelnen Gedichtbände in den jeweiligen Epochen finden, weswegen er auch aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen wurde und ihm eine Haftstrafe drohte. Dies bewegte ihn dazu, in die Bundesrepublik auszuwandern, wo seine Werke auch Erfolg hatten.

Auswahl an Gedichten:




  • In Memoriam Johannes Bobrowski (1965)
  • Naturgedicht
  • Kreuz des Südens
  • Meditieren
  • Wo wir wohnen

*16. August 1933 in Oelsnitz

wird mit Lyrik in der DDR bekannt

wird 1976 aus dem Schrifstellerverband der DDR ausgeschlossen

siedelt 1977 in die BRD über