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Wölfe in Europa

Die schematische Darstellung basiert auf NABU-eigenen Recherchen.

Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben.

Stand: 30. April 2022

Deutschland

In Deutschland wurde im Jahr 2000 der erste Nachwuchs freilebender Wölfe nach über 150 Jahren festgestellt. Der Bestand gehört zur Zentraleuropäischen Flachlandpopulation und stammt aus Westpolen ab. Im Monitoringjahr 2020/21 wurden 157 Rudel, 27 Paare und 19 sesshafte Einzeltiere bestätigt. Sie finden in jedem Flächenbundesland Lebensraum und können sich gut auch an intensiv genutzte Kulturlandschaften anpassen, da die Wilddichte auf einem Rekordhoch ist.
Daten: DBBW (2020/21)


Grauwolf in Deutschland - Foto: Heiko Anders


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Österreich/ Schweiz

In Österreich wurden 2021 drei Rudel bestätigt, die genetisch zur Zentraleuropäischen Flachlandpopulation gehören. Interessant ist, dass zusätzlich ganze 32 Einzelwölfe nachgewiesen wurden, von denen sich jedoch nur zwei länger in Österreich gemonitort wurden. Diese Wölfe stammten größtenteils aus der Alpenpopulation. In der Schweiz gibt es 15 Rudel und ebenfalls viele kurzfristige Nachweise von Einzelwölfen. Die Länder könnten ein Meltingpot verschiedener Populationen werden.
Daten: KORA (2021), Österreichzentrum Bär Wolf Luchs (2020)



Wolf der Alpenpopulation in der Schweiz - Foto: Charly Gurt


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Norwegen und Schweden

Die Skandinavische Population geht auf nur wenige Individuen zurück, die in den 1980ern aus Finnland zuwanderten. Die genetische Vielfalt der Skandinavischen Population ist mangels Zuwanderung stark gefährdet. Reguläre und steigende illegale Bejagung sind weitere Bedrohungen. Im Monitoringjahr 20/21 gab es 48 Rudel und 27 Paare in den beiden Ländern, der Großteil davon in Schweden.
Daten: ROVDATA & SLU (2020/21)



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Polen

Polen hat Anteil an gleich drei Wolfspopulationen: Im Westen ein Teil der Zentraleuropäischen, im Osten ein Teil der Baltischen und im Süden etwas der Karpatischen. Obwohl der geografische Abstand zwischen den Populationen kleiner wird, sind sie genetisch noch klar voneinander zu unterscheiden, Austausch gibt es noch wenig. Wölfe unterliegen in Polen dem Anhang V der FFH-RL, dürften somit unter strengen Auflagen reguliert werden, wovon das Land jedoch nach wie vor absieht.

Daten: Association for Nature “Wolf” (2018/19)


Europäischer Grauwolf - Foto: Heiko Anders


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Finnland

Die geschätzt 50 bis 63 Wolfsterritorien in Finnland gehören zur Finnisch-Karelischen Population, es gibt nur in der südlichen Hälfte feste Vorkommen. Wölfe stehen in den nördlichen Rentiergebieten unter einem geringeren Schutz, was die genetische Vielfalt der isolierten Skandinavischen Population einschränkt: über Nordfinnland hat kaum ein Wolf eine Chance, nach Schweden zu gelangen. In Finnland wurden Wölfe zur Jagd freigegeben, was 2019 zu einem EuGH-Urteil führte.
Daten: Natural Resources Institute Finland LUKE (2021)


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Niederlande / Belgien


In den Niederlanden gibt es jeweils ein Rudel und ein Paar, sowie zwei territoriale Einzeltiere. In Belgien sind ein Rudel und ein Paar nachgewiesen. Seit der Ankunft des ersten Wolfes in Flandern im Januar 2018 wurde direkt damit begonnen eine politische Tragfläche für die Art zu schaffen. Für den Managementplan werden betroffene Interessengruppen kontinuierlich im Planungs- und Zielstellungsprozess eingebunden.
Daten: BIJ12, ANB und SPW (2020/21)



Europäischer Grauwolf - Foto: Heiko Anders


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Italien

Auf der italienischen Halbinsel hat der Apenninwolf (Canis lupus italicus) überlebt. Von dieser Population breiteten sich Wölfe Richtung Alpen aus, wo es 2012 zu einer Verpaarung mit einem Wolf der dinarischen Population aus Slowenien kam. Heute gibt es 51 Territorien in den italienischen Alpen, die zur Alpenpopulation gehören. Der italienische Wolf ist stark von Verpaarung mit Hunden gefährdet, in der Toskana liegt der Hybridisierungsgrad bei 30 Prozent.
Daten: LIFE WOLFALPS (2017/18), ISPRA (2019)



Wölfe der Apennin-Population in Italien - Foto: Bruno D' Amicis


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Frankreich

In Frankreich gibt es geschätzt etwa 580 Individuen. Frankreich hält in Europa den Rekord für die jährlich höchste Anzahl an Nutztierrissen, Kosten für Herdenschutz und Kompensationszahlungen. Diese sind dabei nicht an vorhandenen Herdenschutz gekoppelt. Eine Abschussquote von 19% des Bestandes jährlich steht den Ausnahmebestimmungen der FFH-Richtlinie und der Berner Konvention entgegen.
Quelle: Office français de la biodiversité (2020)



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Dänemark

Nach Dänemark sind Wölfe über Schleswig-Holstein wieder eingewandert, den ersten bestätigten Nachweis gab es 2012. Im Jahr 2021 wurden fünfzehn sesshafte Wölfe nachgewiesen, davon ein Rudel und zwei Paare. Obwohl Dänemark nur zu 13 Prozent bewaldet ist, finden Wölfe dort einen guten Lebensraum. Auffallend ist, dass viele Wölfe verschwinden, ohne dass sie abwandern oder tot gefunden wurden, was illegale Abschüsse vermuten lässt.

Daten: Universitet Aarhus & Naturhistorisk Museum Aarhus (2021)



Europäischer Grauwolf - Foto: Heiko Anders


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Spanien

In Spanien lebt der Iberische Wolf (Canis lupus signatus) mit 290 Rudeln, vor allem im Nordwesten des Landes. Nachdem 2021 die Jagd auf Wölfe nördlich des Duero als illegal eingestuft wurde, sind sie nun in ganz Spanien streng geschützt. Wölfe waren in Spanien nie ausgerottet, aber extrem dezimiert. Das bedroht die Population bis heute: Der Iberische Wolf zeigt eine kritische genetische Verarmung mangels Zuwachses aus der Alpenpopulation.
Daten: Censo Lobo Ibérico / Àngel M. Sánchez (2018)



Wolf der Iberischen Population in Spanien - Foto: Carlos Pontes


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