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Fürsorgezöglinge in der Arbeitserziehungsanstalt Brauweiler

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Matthias F. und Hans S.

Fürsorgezöglinge in der Arbeitsanstalt Brauweiler. Fluchtversuch und Hinrichtung 1941

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Benedikt, Tobias und Sebastian

In der Präsentation wird die Geschichte von zwei Fürsorgezöglingen erzählt. Die Zahlen (1-4) beschreiben ihre Geschichte in der richtigen Reihenfolge, man kann aber noch viel mehr entdecken!

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Abtei Brauweiler

Frauenhaus

Einsegnungsraum

Maschinenhaus mit Wasserturm und Wäscherei


So sieht heute der Ort im Park aus, wo früher der Zellenbau stand.

Bewahrungshaus

Mathias F. und Hans S. liefen die heutige Mathildenstraße bis zur Kreuzung mit der Bernhardsstraße entlang. Dort bogen sie in die Bernhardsstraße ein und flüchteten Richtung Königsdorf.

Zitat Hans S: „Als wir auf der Straße verfolgt wurden, habe ich versucht, abzudrücken. Ich konnte aber nicht schießen, weil ich mit einer Pistole nicht umgehen kann.“

(Zitat entnommen aus: Daners / Wißkirchen: Die Arbeitsanstalt Brauweiler bei Köln in nationalsozialistischer Zeit, Essen 2013, S. 188)

Zitat Matthias F: „Bei der Flucht durch das Dorf habe ich mich dauernd umgedreht und mit dem Revolver meine Verfolger bedroht. Bei der Festnahme auf dem Felde habe ich nicht mehr mit dem Revolver gedroht.“

(Zitat entnommen aus: Daners / Wißkirchen: Die Arbeitsanstalt Brauweiler bei Köln in nationalsozialistischer Zeit, Essen 2013, S. 188)

Felder

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Zellenbau

Frauenhaus

1944 Mussten die Fürsorgezögling aus dem Bewahrungshaus in das Klostergebäude umziehen, da die Panzerdivision "Hitler Jugend" das "Bewahrungshaus" als Unterkunft beschlagnahmte. Dies war nach dem Ausbruch von Hans S. und Matthias F.

So sieht der Standort des Zellenbaus heute aus.

Sie entwichen aus dem Haus, über die Anstaltsmauer und durch den Garten der Direktorenvilla (2) auf die Dorfstraße.

Die Hilfsaufseher Engelbert K. und Johann K., welche beide mit einer Pistole und einem Gummiknüppel bewaffnet waren, wurden um kurz nach 20:00 Uhr von Matthias F. und Hans S. angegriffen. Matthias F. und Hans S. hatten sich mit einem Draht aus der Zelle befreien können und waren beide mit einem Messer aus der Korbmacherei bewaffnet. Matthias versetzte dem Hilfsaufseher Engelbert K. einen ca. fünf Zentimeter tiefen Stich in den oberen linken Brustbereich, welcher jedoch nicht lebensbedrohlich war. Nachdem die beiden Fürsorgezöglinge die Wärter mit zwei Schlägen auf den Kopf überwältigt hatten, sperrten sie diese im Gebäude ein. Sie selbst flohen mit den Waffen der Wärter.

In diesem Gebäude waren die Fürsorgezöglinge Matthias F. und Hans S. untergebracht.

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In dieser Villa wohnte der Direktor der Arbeitsanstalt.

Matthias F. und Hans S. flohen, nachdem sie aus dem Zellenbau (1) ausgebrochen waren, durch den Garten dieser Villa.

Danach flohen sie über die Straße (3) Richtung Königsdorf (4).

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In der Anstalt wurden Produkte sowohl für die Anstalt selbst, als auch für andere Einrichtungen des Provinzialverbandes hergestellt. Die weiblichen Insassen waren getrennt von den Männern im sogenannten Frauenhaus untergebracht. Sie arbeiteten vor allem in der Wäscherei, der Näherei, der Bügelei und der Küche.

Hier waren früher Felder, auf denen die Häftlinge gearbeitet haben. Es wurden vermutlich Gemüse, Kartoffeln und Obst angebaut.


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Hinrichtung

Am Ortsausgang Richtung Königsdorf wurden Matthias F. und Hans S. überwältigt und verhaftet. Dies war nach dem Ausbruch aus dem Zellenbau (1), der Flucht durch den Garten der Direktorenvilla (2) und der Flucht bis zum Ortsausgang (4).

Der Haftbefehl wurde wegen schwerer Gefangenenmeuterei, Bedrohung von Leib und Leben anderer mit Schuss- und Stoßwaffen und wegen Abwehr von Verfolgern mit Waffengewalt (Gewaltverbrecher) erlassen.

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Info: Bild von der anderen Seite des Tors

Durch dieses Tor wurden alle Häftlinge hinein gebracht und auf die Gebäude verteilt.

Die Mauer ist nicht mehr so hoch wie zur Zeit der Arbeitsanstalt und wurde teilweise umgebaut.

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Die Abtei

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1944 mussten die Fürsorgezögling aus dem "Bewahrungshaus" in das Klostergebäude umziehen, da die Panzerdivision "Hitlerjugend" das "Bewahrungshaus" als Unterkunft beschlagnahmte. Dies war nach dem Ausbruch von Hans S. und Matthias F. Ihre Geschichte beginnt im Zellenbau.

Die Abtei Brauweiler war ein Benediktinerkloster und wurde 1024 von Pfalzgraf Ezzo und seiner Frau Mathilde gegründet.

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Das Frauenhaus

Das Frauenhaus wurde seit 1864 mehr als 100 Jahre für die Arbeitsanstalt genutzt, welche aber schon seit 1815 existierte. „Arbeitsscheue“, Diebinnen, Prostituierte und „Trinkerinnen“ erlebten das Gebäude als Gefängnis.

Die Fenster waren früher vergittert.

Die Arrestzellen im Keller sind heute ein Ort des Gedenkens an die Opfer der NS-Zeit in Brauweiler.

In Teilen des Frauenhauses wurde 1933 das Frauen-Konzentrationslager eingerichtet. Es zählte zu den sogenannten frühen Konzentrationslagern. Es war quasi ein Provisorium, da die Häftlinge nicht getrennt von den übrigen Anstaltsinsassen waren.

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Mittlerweile ist das Haus ein Bürogebäude.

Die weiblichen Insassen arbeiteten vor allem in der Wäscherei, der Näherei, der Bügelei und der Küche.

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Klingelpütz

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Der Klingelpütz war damals eine Justizvollzugsanstalt in Köln.


Matthias F. und Hans S. wurden hier von dem Scharfrichter Johann Reichhart im Beisein von seinen drei Gehilfen, des Oberstaatsanwaltes und anderer Justizbeamter mit dem Fallbeil getötet.



Insgesamt wurden 360 Plakate mit der Ankündigung der Hinrichtung gedruckt. 30 davon wurden jeweils im Gericht und in Brauweiler verteilt und aufgehängt. Die Restlichen 300 wurden in ganz Köln verteilt.

Matthias F. uns Hans S. wurden 3 Mal zum Tode verurteilt, wegen einer schweren Gewalttat (§1 Abs.1 der Gewaltverbrecherverordnung vom 5.12.1939) in Verbindung mit schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung sowie wegen zweier weiterer Gewalttaten (§1 Abs.2 der Gewaltverbrecherverordnung vom 5.12.1939) in Verbindung mit versuchtem Totschlag (i.S. des §214 StGB).

Johann Reichhart war von 1924 bis 1946 staatlich bestellter Scharfrichter in Bayern und richtete insgesamt 3.165 Menschen hin. Unter anderem tötete er auch die Geschwister Scholl, wie auch Matthias F. und Hans S.

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