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Die Festivalkonferenz hat sich übergeordnet zum Ziel gesetzt, in verschiedenen Teams zu Themen, die im organisatorischen Festivalalltag stets zu kurz kommen, zu arbeiten. Diese Themen waren Nachhaltigkeit, FLINTA*-Personen auf Bühnen und Awareness.

Transcript

FSTVL

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Konferenz

FSTVL Konferenz

DIE FSTVL KONFERENZ

Vom „Wir haben da ein Problem“-Moment auf dem eigenen Festival über die Vernetzung bis hin zum konkreten Zukunftsplan: Das ist die Geschichte der virtuellen FSTVL Konferenz zu den Themen
Nachhaltigkeit, FLINTA* und Awareness. Doch wie kam es dazu?

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

3 THEMEN - 3 TREFFEN - 12 FESTIVALS

DAS BEWUSSTSEIN WÄCHST

DIE PANDEMIE BEGINNT

DIE KONFERENZ FINDET STATT

DIE IDEEN ENTSTEHEN

DER GELÄNDEPLAN STEHT

Es gibt Herausforderungen, mit denen sich jedes Festival konfrontiert sieht. Gerade übergeordnete Themen wie Nachhaltigkeit, Awarenessarbeit und Gleichberechtigung kommen im hektischen Organisationsalltag stets zu kurz.

Die Corona-Pandemie bringt die Festivallandschaft zum Stillstand und schafft Zeit, die stets vernachlässigten Themen zu benennen und sich ihnen zu widmen.

Bei der dreiteiligen, digitalen FSTVL Konferenz kommen Indie-Festivals aus ganz Niedersachsen zusammen, um in drei Gruppen über die Themen Nachhaltigkeit, FLINTA* und Awareness zu sprechen.

Spannende Dialoge und eine niedersachsenweite Vernetzung finden statt - und die Ideen sprießen. Diese sind je nach Thema mal konkret, mal offen gehalten.

Das Ergebnis der dreiteiligen Konferenz ist in diesem virtuellen Geländeplan der FSTVL Konferenz zusammengefasst. Klick dich durch und entdecke!

FSTVL KONFERENZ GELÄNDEPLAN

FSTVL Konferenz

FLINTA* Stage

Camp Awareness

Green Backstage

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

Was gibt es schöneres,
als ein neues Festivalgelände
zu erkunden?
Hovern, klicken, scrollen:
Auch Auf unserem interaktiven Gelände gibt es auf den folgenden seiten Jede
Menge zu entdecken.

GREEN BACKSTAGE

Wir befinden uns im Backstage: Hier werden die Ressourcen definiert, geplant und verteilt. Mensch, Natur und Infrastruktur treffen aufeinander. Die Festivalleitung und ihr Team können von hier aus nachhaltige Impulse setzen, die auf das gesamte Festival strahlen.

Aber klar ist: Ein nachhaltiges Festival zu veranstalten, ist nicht nur Backstagesache!

Nachhaltigkeit

NACHHALTIGKEIT

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

FAKTEN: GAR NICHT SO GRÜN

Nachhaltigkeit

Festivals sind eine ökologische Belastung: Von CO2-Emissionen bei Anfahrt und Verpflegung über den anfallenden Müll und seine Trennung bis hin zur Verwendung endlicher Ressourcen auf dem Gelände.

30 %

der Zelte auf deutschen Festivals bleiben liegen

40 %

weniger CO2-Emissionen pro Jahr erzeugt eine Person mit veganer Ernährung

40 %

der CO2-Emissionen eines Festivals entstehen bei An-und Abreise

15 kg

Müll pro Person werden auf einem großen deutschen Festival produziert

kWh Strom verbraucht ein Festival in D – das reicht für die Versorgung einer Kleinstadt

120.000

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

Nachhaltigkeit

Wie finanzieren wir unsere nachhaltigen Maßnahmen und Entwicklungen?

Kein Festival zu machen,
ist nachhaltiger, als eins zu machen. Aber was können wir tun, wenn wir trotzdem eins veranstalten möchten?

Wie verhindern
wir Greenwashing auf unserem Festival?

Wie sähen wir nachhaltige Werte im Team und bei den Gästen?

Wie kommunizieren wir unsere
Agenda?

Es wird fleißig diskutiert im green Backstage. Mit diesen Fragestellungen sehen sich die Festivals konfrontiert.

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

„Das Thema Nachhaltigkeit sollte bei der Festivalplanung ein fester Bestandteil sein und ein konkretes Budget zugewiesen bekommen. So wird der Grundstein gelegt, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und spezifische Maßnahmen anzustoßen. Bei uns wird zum Beispiel ein fixer Anteil des Ticketpreises in die Verwirklichung nachhaltiger Projekte investiert.“

WO STEHEN WIR?

Nachhaltigkeit

– Désirée Messmer, Nachhaltigkeitsbeauftragte
des OpenAir St. Gallen

AUFGESCHNAPPT IM GREEN BACKSTAGE

Womit möchtest du starten?

AN-/ABREISE

INFRASTRUKTUR

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Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

AUFKLÄRUNG

FINANZIERUNG

MÜLL

VERPFLEGUNG

FINANZIERUNG

Nachhaltigkeit

Lass' uns über Kohle reden!
Diese Ideen entstanden im Dialog sowie durch den Input der Speaker*innen rund um das Thema nachhaltige Finanzierung.

Teil des Ticketpreises für die Finanzierung nachhaltiger Projekte bestimmen

Um der nachhaltigen Entwicklung des Festivals fest in der eigenen Agenda zu verankern, sollte ein prozentualer Anteil des gezahlten Ticketpreises fest für nachhaltige Projekte bestimmt werden.

Gemeinsame Maßnahmen mit Sponsoren umsetzen

Sponsor*innen sind ggf. bereit, aktiv und auf kreative Weise für eine nachhaltige Festivalzukunft einzustehen. So kann zum Beispiel eine gemeinsame Endreinigung des Platzes geplant werden.

Freiwillige CO2-Kompensation für Gäste ermöglichen

Gäste sind oft bereit, sich aktiv für nachhaltige Maßnahmen zu entscheiden – wenn sie ihnen geboten werden. So kann ein Festival z. B. die Kompensation des eigenen Fußabdrucks für den Festivalbesuch ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Festival den durchschnittlichen Fußabdruck eines jeden Gastes errechnet und entsprechende Kompensationsmöglichkeiten anbietet.

Zusammenarbeit mit nachhaltigen Sponsoren und Marken

Der Markt nachhaltiger Marken wächst und ein Festival muss sich nicht mehr nur auf die „gelernten“ Partner*innen verlassen. Auch kleine, lokale Marken können eine gute Möglichkeit für ein nachhaltiges Sponsoring mit Außenwirkung sein.

FAHRE FÜR MEHR INFOS MIT DER MAUS ÜBER DIE PUNKTE

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

VERPFLEGUNG

Nachhaltigkeit

Vegetarisch-veganes Speiseangebot
schaffen

Egal ob das Speiseangebot teilweise, größtenteils oder komplett auf Fleisch oder tierische Produkte verzichtet – ökologische und ethische Gründe sprechen dafür. Dies gilt gleichermaßen für die Versorgung des Teams und der Gäste.

Bestellsuper-
markt auf dem Festivalgelände anbieten

Ein Bestellsupermarkt auf dem eigenen Gelände kann ein überzeugendes Argument für Gäste sein, das Auto stehen zu lassen, weil der Transport der eigenen Lebensmittel wegfällt. Auch hier gilt: Auch ein kleines Produktangebot ist besser als keins!

The kids are hungry!
Hier kommen Ideen für die Implementierung nachhaltiger Maßnahmen rund um das Thema Verpflegung.

Mehrwegartikel bei der Backstage-Verpflegung bereitstellen

Viele Anbieter ermöglichen einen Geschirrservice, bei dem das benutzte Geschirr abgeholt und gereinigt wird. Außerdem kann das Team gebeten werden, eigenes Geschirr mitzubringen und in einer Spülstraße selbst zu spülen.

Einweggeschirr an Gastroständen abschaffen

Was für den Backstagebereich gilt, gilt auch auf dem Festivalgelände. Pfandsysteme für Mehrweggeschirr ermöglichen es auch hier, sich von Plastik und Pappe zu verabschieden. Bei kleineren Festivals kann es mit entsprechenden Hygienemaßnahmen auch möglich sein, Spülstraßen für die Gäste zu errichten.

Regionales Angebot schaffen

Ein regionales Speiseangebot zu schaffen, verkürzt Lieferwege, spart CO2 und unterstützt lokale Betriebe.

Lebensmittelreste sammeln und für die Biogasverwertung zur Verfügung stellen

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Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

AUFKLÄRUNG

Nachhaltigkeit

Nur wer es besser weiß, kann auch entsprechend handeln. Unsere Ideen für die Implementierung des richtigen Mindsets auf dem Festival.

Diskussionen langfristig digital zur Verfügung stellen

Spätestens die Pandemie hat gezeigt, dass Inhalte auch digital und somit barrierefrei und langfristig zugänglich gemacht werden können. Warum also nicht die Inhalte vom eigenen Festival aufnehmen und Teilhabe auch im Nachgang ermöglichen?

Sozialen und nachhaltigen Initiativen eine Plattform auf dem Gelände oder online bieten

Egal ob Vortrag, Stand auf dem Festival oder Homepageeinbindung: Als Festival hat man die Möglichkeit, spannenden nachhaltigen Initiativen und Personen eine Plattform zu bieten.

Panel-Diskussionen zu Themen wie Musik, Klimaschutz und Nachhaltigkeit anbieten

Viele Vereine, NGOs und Privatpersonen mischen im nachhaltigen Diskurs mit – Festivals können dabei zu ihrer Bühne werden. Paneldiskussionen, Workshops und Vorträge sind eine gute Möglichkeit, Gäste für diese Inhalte zu sensibilisieren.

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Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

AN- UND ABREISE

Nachhaltigkeit

Anreise mit dem Fahrrad ermöglichen und bewerben

Ob ein Gast mit dem Fahrrad anreisen will, bleibt ihr*ihm überlassen. Wir können diese ökologisch sinnvolle Anreise jedoch bestärken: Durch eine aktive Kommunikation, sichere Fahrradstellplätze, eine Empfehlung von Radreiserouten oder einer Plattform zur Vernetzung, damit Gäste gemeinsam auf den Sattel steigen können.

Wir alle müssen irgendwie zum Gelände kommen. Aber wie? Hier kommen einige Vorschläge für eine klimafreundliche(re) An- und Abreise.

Anreise mit ÖPNV ermöglichen

Je nach Lage des eigenen Festivals kann mit Öffis angereist werden. Hierzu sollten mögliche Verbindungen gut kommuniziert werden. Auch eine Zusammenarbeit mit dem örtlichen ÖPNV – beispielweise für vergünstigte Tickets – kann ein guter Anreiz sein.

Fahrradverleih vor Ort anbieten

Vor Ort kann sich ein Radverleih lohnen, damit Gäste nicht während des Festivals das eigene Auto verwenden, sondern stattdessen aufs Rad steigen – zum Beispiel, um im nächstgelegenen Ort noch einmal Grillnachschub zu besorgen.

Shuttlebus zum Gelände anbieten

Der Shuttlebus ist eine ideale Möglichkeit, das eigene Auto zuhause zu lassen – das spart Emissionen, Platz und Infrastruktur. Wenn dein Festival bereits einen Shuttleservice anbietet, ist auch die Frequenzerhöhung oder eine Ausweitung auf weitere Städte eine sinnvolle Ergänzung.

Fahrgemein-schaften fördern

Es gibt Plattformen, die sich auf Festival-Fahrgemeinschaften spezialisiert haben. Diese mit eigener Kommunikation zu bewerben, führt Menschen zusammen. Auch in Bezug aufs eigene Team und anreisende Künstler*innen gilt: Lieber gemeinsam fahren!

Parkplatzgebühr oder Autopass einführen

Nachhaltiger werden, heißt manchmal: Learning it the hard way. Parkplatzgebühren oder die Einführung eines Autopasses erhöht die Hürden, mit dem eigenen Auto anzureisen und bestärkt Festivalbesucher*innen darin, anderweitig anzureisen.

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Nachhaltigkeit

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INFRASTRUKTUR

Nachhaltigkeit

Wir bauen eine temporäre Parallelwelt auf unserem Gelände auf. Das braucht Material. Doch wie kann man Infrastruktur vor Ort nachhaltiger gestalten?

Ökostrom nutzen

Wer das Glück hat, festen Strom auf dem Gelände beziehen zu können, kann mit vergleichsweise wenig Aufwand Ökostrom beziehen. Vielleicht kann ein Ökostromanbieter sogar zum Sponsor werden.

Möglichst auf Generatoren verzichten

Generatoren sind wenig umweltfreundlich – deswegen sollte man möglichst auf sie verzichten und eine alternative Infrastruktur errichten. Wenn das nicht möglich ist, sollte zumindest der Generatorenbedarf genau bestimmt und somit Ressourcen gespart werden.

Öko- oder Vakuumtoiletten anbieten

Ökotoiletten verzichten auf chemische Stoffe zur Neutralisierung und sind eine gute Alternative zum altbekannten Dixieklo. Vernetzung unter den Festivals kann hier zusätzlich Geld sparen: Entweder, in dem man selbst im Verbund Ökotoiletten kauft oder baut, oder z. B. beim Austausch guter Anbieter und gemeinsame Buchungen an hintereinanderliegenden Wochenenden.

Energieeffiziente Technik verwenden

Selbstredend und dennoch oft missachtet: Auch bei der Technik gibt es oft eine stromsparende, energieeffiziente Alternative zum Status Quo.

Modulare Bauweise für die Wiederverwendung wählen

Oft müssen jährlich endliche Ressourcen wie Holz neu gekauft werden, weil die Bauten der Vorjahre stark beschädigt oder gar am Ende des Festivals abgerissen wurden. Eine modulare Bauweise verhindert dies, da die Bauten platzsparend(er) eingelagert und im nächsten Jahr wieder herausgeholt werden können.

Infrastruktur im Festivalverband anschaffen und gemeinsam nutzen

Sharing is Caring! Egal ob Spülstraße, Bühnenmodul, Dekoration, Mehrweggeschirr, technische Infrastruktur oder Einlasstor – nicht jedes Festival muss alles selbst besitzen.

Ressourcen lokalen beziehen

Think local – das gilt bei der Verpflegung genauso wie bei der Beschaffung anderer Ressourcen für den Festivalaufbau, beispielsweise Holz.

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Fazit

MÜLL

Nachhaltigkeit

Ein lästiges aber umso wichtigeres Thema: Müll auf unserem Festival. Wie geht man mit dem um, was nicht mehr gebraucht wird?

Pfand auf Besteck und Geschirr einführen

Zeltpfand erheben

Radikal, aber wirksam: Jedes dritte Zelt bleibt am Ende auf dem Zeltplatz zurück. Ein Zeltpfand stellt einen Anreiz dar, das mitgebrachte Zelt wieder abzubauen und mitzunehmen oder – sollte es stark beschädigt sein – zumindest selbst zu entsorgen.

Müll trennen

Einfach gesagt, oft schwer getan: Mülltrennung auf dem Festival. Für eine effiziente Mülltrennung müssen genügend Tonnen verfügbar sein, eine Beschriftung mit Hinweisen zur richtigen Trennung vorhanden sein sowie möglichst auch mehrere Müllbeutel bei der Ausgabe, sodass Camps selbst trennen können. Im Idealfall überprüft ein Team die richtige Mülltrennung und sortiert ggf. vor Ort um.


Es ist hilfreich, sich mit der örtlichen Müllentsorgung in Verbindung zu setzen und die Modalitäten zu klären – denn Mülltrennung läuft pro Kommune anders ab!

Vorbildfunktion am ersten Tag wahrnehmen

Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck! Best-Practice-Beispiele zeigen, dass eine verstärkte Reinigung des Geländes am ersten Tag dazu animiert, auch an den Folgetagen ein besseres Verhalten an den Tag zu legen.

Müllpatenschaften oder Green Team einführen

Eigens für Mülltrennung abgestellte Teams, die kontrollieren und freundlich Aufklärungsarbeit leisten, können einen enormen Einfluss auf das Verhalten der Gäste haben. Am besten sind die „Green Teams“ auch als solche zu erkennen.

Überproduktion von Merchandise vermeiden

Merchandise – gerade mit Jahreszahlen darauf – verlieren nach einer Saison massiv an Wert. Wer überproduziert, bleibt oft auf T-Shirts, Hoodies und Co. sitzen. Deswegen sind limitierte Auflagen, eine Production on Demand im Nachgang oder DIY-Workshops, auf denen Merch selbst hergestellt werden kann, gute Lösungen.

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Fazit

6 FRAGEN AN JONAS GUDEGAST

Nachhaltigkeit

Als Experte stand Jonas Gudegast, Nachhaltigkeitsbeauftragter der BREMINALE Rede und Antwort zu den Fokusthemen CO2-Kompensation und Mehrweggeschirr.

In welcher Größenordnung lohnt die Bereitstellung von Mehrweggeschirr? Und welche Infrastruktur muss dafür zur Verfügung stehen?

In welcher Größenordnung lohnt die Bereitstellung von Mehrweggeschirr? Und welche Infrastruktur muss dafür zur Verfügung stehen?


Je nachdem, welches Konzept man wählt, welche Veranstaltungsgröße ausgestattet werden soll und welche Einflussmöglichkeiten man als Veranstalter:in hat, kann sich Mehrweggeschirr für jede Veranstaltungsgröße lohnen. Wichtig ist nur, dass man sich bewusst macht, dass man einen Prozess entwickeln muss, der auch unter Volllast funktioniert. Entgehen den Gastronom:innen (und somit ja oft Euren „Kund:innen“) Einnahmen aufgrund nicht funktionierender Prozesse oder schließt die Lebensmittelüberwachung im schlimmsten Fall den gesamten Gastro-Bereich, ist das ein Desaster. Und auch lange Schlagen an Pfandbuden und nicht nachvollziehbare Ausgabe- und Rückgabeprozesse frustrieren schnell die Besucher:innen. Vielleicht macht man auch erstmal einen Testlauf in einer bestimmten Area oder mit bestimmten, geeigneten Gastronom:innen, bevor man seine gesamte Veranstaltung umstellt.

Wie ermittle ich den CO2-Verbrauch meines Festivals bzw. eines einzelnen Gastes?

Wie ermittle ich den CO2-Verbrauch meines Festivals bzw. eines einzelnen Gastes?


Die Ermittlung einer korrekten CO2-Bilanz ist fast unmöglich; aus meiner Sicht sind lediglich ehrliche Näherungen machbar. Das liegt vor Allem an den verschwimmenden Systemgrenzen. Wenn man eine Bilanz erstellen möchte, muss man sich an vielen Stellen die Frage stellen, welche Anteile der Nutzung und welche Emissionen der Veranstaltung zugerechnet werden. Kraftstoffverbrauch der Transporter und Stromverbrauch sind da einfach und direkt zuzuordnen. Aber inwieweit geht die An- und Abreise der Besucher in die Betrachtung ein, in wieweit das Festivalbüro, die Produktion der Crew-Laptops, die anteilige Produktion der Bühne usw. Da kann man unendlich ins Detail gehen. Eine weitere Frage ist, ob man Emissionen betrachten möchte, auf die man direkt keinen Einfluss hat. Ist die Gastronomie nur „verpachtetes grünes Land“ und somit nicht der Festivalorganisation zuzurechnen oder gehören die Emissionen hier mit zum Festival, weil ohne Festival auch keine Gastro-Emissionen erfolgen würden. In der Praxis wird man sicher schauen, welche Bereiche den größten Impact haben und dann nach bestem Wissen einige Bereiche ausklammern (z.B. ist vermutlich die Abnutzung der Bühnen zu vernachlässigen, ein Jahr Festivalbürobetrieb eher nicht). Aus unserer Erfahrung haben zudem Mobilität (An- und Abreise der Künstler:innen und Besucher:innen, Transporte, Produktionsfahrten während der Veranstaltung) den größten Fußabdruck, gefolgt von Energieverbrauch und Gastronomie.


Zweitens muss man sich sehr genau überlegen, wonach man bilanzieren möchte. Möchte man nur eine CO2-Betrachtung machen oder auch andere Treibhausgase, Wasserverbrauch, Bodendegeneration, soziale Teilhabe usw. betrachten. In der Praxis werden dabei oft Emissionen mit Einfluss auf das Klima (Treibhausgase) betrachtet und in sogenannte CO2-Equivalente umgerechnet.

Drittens muss man sich die Frage stellen, weshalb man eine CO2-Bilanz erstellen möchte. Möchte ich ein Zahlenwerk zur Kompensation meiner Emissionen haben? Oder möchte ich in einer Abschätzung die größten Emissionsquellen ermitteln, um hier anzusetzen und zu verbessern? Möchte ich eine Verbesserung der Bilanz und damit meines Impacts erzielen? Je nach Zielsystem ist eine genauere oder weniger genaue Betrachtung nötig.


Wir haben für die Breminale eine Bilanzierung erstellt, die die Systemgrenzen eng an wissenschaftlichen Standards gesetzt hat, um hier unsere Emittenten kennen zu lernen und Verbesserungspotential abzuleiten. Unser Ziel war dabei bewusst keine Kompensation sondern das Lernen. Auf Grundlage dieser (genauen und doch systembedingt lückenhaften) Bilanzierung wissen wir nun, wo wir am meisten Impact haben und werden hier in den nächsten Jahren ansetzen.

Klicke auf die jeweilige Frage,
um die Antwort
zu erfahren.

Wie kommuniziere ich nachhaltige Maßnahmen wie diese an mein Publikum?

Wie kommuniziere ich nachhaltige Maßnahmen wie diese an mein Publikum?


Wichtig ist, dass man die Maßnahmen kommuniziert – Wege gibt es da dann viele. Bei Einführung neuer Systeme, wie einem Mehrwegsystem braucht es Transparenz und Erklärung, damit alles reibungslos funktioniert.


Viel wichtiger ist aber, dass wir als Festival Leuchtturm sind. Menschen verbringen bei uns gerne ihre Freizeit, werden inspiriert und finden einen Ausbruch aus ihrem Alltag. Hier, in diesem Laborraum für schönes Leben, lassen sich Botschaften transportieren und Standpunkte setzen. Wenn wir hier – über Aktionen, Einbindung lokaler Akteur:innen oder aber eigene nachhaltige Maßnahmen Zeichen setzen und Denkanstöße vermitteln können, sind wir relevant und bewegen etwas. Eine Veranstaltung kann dabei immer auf zwei Weisen nachhaltig wirken – intern, durch die Umstellung der eigenen Produktionsprozesse. Und extern indem sie Multiplikator:in für zukunftsorientiertes Leben wird.

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich als Festival auf Einweggeschirr verzichten möchte?

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich als Festival auf Einweggeschirr verzichten möchte?


Mehrweg einsetzen 😉. Wobei was hier einfach klingt, in der Praxis auch mal wieder kompliziert ist. Zunächst muss man sich fragen, ob man als Veranstalter:in überhaupt Einfluss auf die Geschirrgebinde hat. Mache ich das Catering selbst, kann ist natürlich alles steuern. Schließe ich Verträge mit den Gastronom:innen kann ich zumindest vertraglich festlegen, dass Mehrweg genutzt werden soll – das muss dann aber sehr früh im Organisationsprozess klar sein, weil die Verträge ja in der Regel langfristig gemacht werden. Und ich muss mir gegebenenfalls Sanktionen bei Nichteinhaltung überlegen.


Bei der Frage des Systems gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für mich sind da die beiden Dimensionen „Veranstaltungsgröße“ und „Sicherheit“ entscheidend. Hat man eine kleine Veranstaltung mit eher ruhigem Publikum ohne große Gefahrenquellen kann man sicherlich bei einer lokalen Eventfirma Prozellangeschirr in ausreichender Menge leihen und zur Verfügung stellen. Die meisten Anbieter bieten zudem Lieferung und Abholung und einen Spülservice an. Auch eine lokale kleine Spülstraße oder die Zusammenarbeit mit lokalen Gastronom:innen oder Kantinen können Lösungen für kleine Veranstaltungen sein.

Beim anderen Extrem, der großen „Vollkontaktsportveranstaltung“ mit zigtausend betrunkenen Besuchern kommt man so natürlich nicht weiter. Porzellan birgt ein Bruch- und Verletzungsrisiko, lokale Anbieter sind schnell mit der Menge überfordert. Hier kann man dann entweder auf eine Kombination Spülstraße/ bruchsicheres Geschirr oder auf einen Großanbieter mit entsprechenden Vorräten an bruchsicherem Geschirr zurückgreifen. So oder so braucht man spezialisierte Hilfe – und da gibt es leider momentan noch viel zu wenig Anbieter:innen auf dem deutschen Markt. Hier erzeugt aber Nachfrage auch einen Marktdruck, so dass sich hier vielleicht bald was bewegt. Zumindest wenn wir alle immer mehr solcher Dienstleistungen nachfragen.


Wir haben mit der Breminale tatsächlich einen Anbieter gefunden, der unsere 200.000 Besucher mit Geschirr versorgen kann, haben aber Besteck zunächst ausgeklammert – hier arbeiten wir noch an Konzepten. Und das eng mit den Behörden und der Polizei abgestimmt, weil bei uns Freitag- und Samstagabend echt die Hütte brennt.


Zwei sehr wichtige und nicht zu unterschätzende Aspekte bei der Einführung von Mehrwegsystemen sind a.) die Logistik samt Pfand und b.) die Hygiene. Frühzeitig sollte man sich den Prozess überlegen: wo das saubere Geschirr gelagert wird, wie das Geschirr zu den Gastronom:innen kommt, wo es abgegeben werden kann und ob es einen Pfand gibt (Vorsicht bei Pfandbuden – wenn ihr 10.000 2€-Münzen als Pfand zum Auszahlen bei Rückgabe bereithalten müsst, braucht ihr schon nen Geldtransporter). Und in diesen Prozess muss Eure Lebensmittelüberwachungsbehörde eingebunden sein, immerhin greift man in einen sensiblen Bereich ein und Lagerung des sauberen Geschirrs sowie Trennung reiner/ unreiner Küchenbereich müssen definitiv mit den Behördenvertreter:innen besprochen werden.

Findest du, eine Kompensation sollte verbindlich im Ticketpreis integriert werden?

Findest du, eine Kompensation sollte verbindlich im Ticketpreis integriert werden?


Wir sind bei der Breminale umsonst und draußen, offen für alle. Deshalb kann ich wenig zu Pricing-Modellen sagen. Ich finde es aber aus den oben genannten Gründen schwer, einen validen Kompensationsbetrag zu ermitteln – und das wäre ja Grundvoraussetzung für eine direkte Position „Kompensation“ auf dem Ticket. Also wenn, müsste man aus meiner Sicht deutlich an die Ticketkäufer:innen kommunizieren, wie der Betrag zu Stande kommt und dass es sich lediglich um eine Näherung handelt. Um jede Besucherin schon beim Ticketkauf auf das Thema Nachhaltigkeit zu stoßen, könnte das allerdings ein geeignetes Werkzeug sein.

Über welche Wege und Dienstleister kann ich die Kompensation für meine Gäste ermöglichen?

Über welche Wege und Dienstleister kann ich die Kompensation für meine Gäste ermöglichen?


Man findet im Internet diverse Seiten, die eine Kompensation auf Grundlage einiger weniger Basisfaktoren der Veranstaltung anbieten. Diese Rechner bilden meiner Meinung nach der Komplexität und Individualität einer Veranstaltung nicht ab. Die Frage ist, ob das denn sein muss. Oder ob der nach ca. zehn Faktoren wie Besucheranzahl, Anzahl der VA-Tage und Gastro-Portionen ermittelte Wert nicht ausreicht, um „überhaupt was“ zu machen. Für eine ehrliche Betrachtung und ein wirkliches Lernen, wo die Veranstaltung verbessert werden kann, reichen diese Rechner sicher nicht. Aber ne Kompensation ist ja schon mal besser als gar nichts zu tun.


Vielleicht traut man sich als Veranstalter:in aber auch, eine Kompensation losgelöst von Anbietern durchzuführen und Support eher lokal durch Sichtbar machen (und finanzielle Unterstützung) von lokalen Klimaschutzaktivitäten zu leisten. Also eher ne indirekte Kompensation im nahen Netzwerk zu leisten.


Wir arbeiten eng mit lokalen Akteuren zusammen und ermöglichen diesen auf unserer Veranstaltung auszustellen und Aktionen zu starten. Wir nutzen dabei unser positives Festivalimage um die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in allen Dimensionen zu transportieren und haben hierfür ein Budget. Vielleicht ist eine solche indirekte Kompensation ebenfalls ein Weg.

FSTVL KONFERENZ GELÄNDEPLAN

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FLINTA* Stage

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Camp Awareness

FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

Green Backstage

FLINTA*-STAGE

Gehen wir zum Herzstück des Festivalgeländes: der Bühne. Doch wer steht da eigentlich auf, vor und
hinter der Bühne? Darüber wurde auf der FLINTA*-Stage diskutiert. Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit Dynamiken ...

... vor der Bühne: dem Publikum und seinen Hörgewohnheiten, Ansichten und Forderungen,
... auf der Bühne: den Künstler*innen und der Musikindustrie,
... hinter der Bühne: dem Bookingteam, seinen
internen Machtstrukturen und seiner Diversität.

FLINTA*

FLINTA*

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

Was bedeutet Flinta*?

FLINTA*

Lesben

Inter Personen

Frauen

Agender Personen

Transgender-Personen

Nicht-binäre Personen

*Nicht explizit erwähnte Personen, die sich selbst nicht in eine der oben genannten Personengruppen einordnen und (mit) gemeint sind

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

FLINTA*

FLINTA* ON STAGE

Die deutsche Festivallandschaft ist männlich – vor allem auf der Bühne. Festivalbühnen sollten ein Spiegel der Gesellschaft sein, dennoch finden sich auf ihnen viel zu wenig FLINTA*-Personen. Die Programmstruktur formt jedoch den Charakter des Festivals. Das Problem reproduziert sich auch „hinter der Bühne“: Das Angbot von Labels, Bookingagenturen und dem Musikmarkt ist unausgeglichen.

der FestivalGÄSTE sind weiblich

47%

der Acts auf deutschen elektronischen Festivals sind FLINTA*-Personen

22%

"Geschlechtergerechtigkeit sollte dabei nicht ausschließlich als Notwendigkeit, sondern vielmehr auch als Chance begriffen werden."

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

FLINTA*

Wie schaffen wir es, das
Publikum nachhaltig von einem diversen Booking zu überzeugen, Hörgewohnheiten zu ändern
und Sensibilität zu
schaffen?

Welche Möglichkeiten
der Integration und Repräsentation von FLINTA*-Personen
gibt es?

Ist eine selbst festgesetzte FLINTA*-Quote sinnvoll? Wenn ja, wie zählen wir den Anteil der FLINTA*-
Personen?

Was bedeutet Geschlechter-gerechtigkeit?

Wie finden
und fördern wir
FLINTA*-Acts?

Der Diskurs um diverse Repräsentation auf der Bühne wird immer weiter gestärkt. Auch auf der FSTVL Konferenz kamen zum Thema FLINTA* ins Gespräch.

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

IM GESPRÄCH MIT UNSEREN SPEAKERINNEN

FLINTA*

Es gibt in jedem musikalischen Genre Leute, die sich als feministisch verstehen, sich feministisch äußern und feministisch organisiert sind und mit denen muss man in Kontakt kommen. Sie wissen, dass wir Quoten als Mittel brauchen, um auf patriarchale Historie zu reagieren und nicht, um unsere Wackness zu kompensieren.

[Keychange] weckt die Lust, die Diversität auf Bühnen abzubilden, die wir auch vor den Bühnen finden. Das hat auch was mit Gerechtigkeit zu tun, aber es geht auch um ungenutzte Potentiale. Als Wirtschafts-plattform sind wir natürlich auch in der Pflicht, zu zeigen, welche Wertschöpfungs-möglichkeiten da draußen noch vorhanden sind – die Branche erwartet auch von uns. Wenn wir sagen, dass ungenutztes Potential brachliegt, weisen wir auch darauf hin, dass der Markt sonst wichtige Entwicklungs-chancen verpasst.

– Sookee, Musikerin

– Christina Schäfers, Projektleitung Keychange Initiative

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

FLINTA*


Ein Status Quo der Festivalbranche in Sachen FLINTA*-Anteile: von den Majors zu den teilnehmenden Festivals der Konferenz.

Übrigens: Gezählt wurden Acts mit mindestens einer FLINTA*-Person.

LET'S TALK NUMBERS!

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FLINTA*

Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

Quelle: eigene Recherche

Future Now 2020

snntg 2019

Reeperbahnfestival 2020

Rock am Ring 2018

Dockville 2019

A Summer's tale 2019

Lollapalooza 2018

Appletree Garden 2019

Rocken am Brocken 2019

Fuchsbau 2019

6 FRAGEN AN MAREN BAGGE

FLINTA*

Ein unausgeglichenes Geschlechterverhältnis und strukturelle Ungleichheit in der Musik bestehen nicht erst seit gestern. Im Rahmen der Konferenz hat Dr. des. Maren Bagge vom Forschungszentrum für Musik und Gender Hannover einen Blick in die Vergangenheit geworfen, um die Gegenwart zu erklären – und Hinweise für die Zukunft zu geben.

Welche Maßnahmen
eignen sich, um Frauen den Eintritt in die Branche zu erleichtern?

Welche Maßnahmen eignen sich, um Frauen den Eintritt in die Branche zu erleichtern?


Verschiedene Maßnahmen sind hier denkbar, wie z. B. ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis für Festival-Line-ups, das ja von verschiedenen Initiativen und Organisationen in den letzten Jahren zunehmend umgesetzt bzw. angestrebt wird. Doch nicht nur hinsichtlich der Sichtbarkeit, sondern vor allem auch hinsichtlich der Bezahlung gilt es, Fairness herzustellen (Stichwort: Gender Show bzw. Pay Gap).


Geschlechtergerechtigkeit bei der Besetzung von Gremien, Ausschüssen und Organisationsteams sowie die bei (Neu-)Berufungen von Führungspositionen zu berücksichtigen, ist ein weiterer wichtiger Schritt, um hier ausgewogenere und vielfältigere Verhältnisse herzustellen. Mentoringprogramme und gefestigte Netzwerkstrukturen erachte ich ebenfalls als hilfreiche Maßnahmen, um Frauen den Eintritt in die Musikbranche zu erleichtern. Die bereits oben erwähnte Studie des Deutschen Kulturrats zu Frauen in Kultur und Medien empfiehlt zudem Coachings und Beratungen, die Frauen beim Übergang von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt im Kulturbereich unterstützen.

Susanne Rode-Breymann, Leiterin des Forschungszentrums Musik und Gender und Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover konstatierte diesbezüglich jedoch bereits vor einigen Jahren: „Nur über das Empowerment von Frauen nachzudenken, verändert die Gesellschaft nicht.“ Statt Frauen kompatibel für eine männlich dominierte Musikindustrie zu machen, gehe es darum, die Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen, zu diskutieren und aufzubrechen und so gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen – eine Forderung, die ich nur nachdrücklich unterstützen kann!

Welche Verantwortung haben Veranstaltende und was können sie tun, um Hörgewohnheiten zu verändern?

Welche Verantwortung haben Veranstaltende und was können sie tun, um Hörgewohnheiten zu verändern?


Das kulturelle Leben und damit auch die Musikkultur haben einen beträchtlichen Einfluss auf gesellschaftliche Vorstellungen, Rollenbilder und kulturelle Identitäten. Das bedeutet aber auch, dass Veranstaltende aus dem Kulturbetrieb hier eine immense Verantwortung haben. Die kulturelle Vielfalt auf, aber auch vor und hinter der Bühne zu (re)präsentieren halte ich für eine ganz wichtige Aufgabe, denn Ungleichheiten, die heute produziert werden, tragen dazu bei, dass die seit Jahren bestehende Unterrepräsentationen in der Kulturgeschichte fortgeschrieben werden. Frauen sollten dabei nicht nur als Sängerinnen, sondern z. B. auch Schlagzeugerinnen, Gitarristinnen oder Produzentinnen sichtbar gemacht werden.


Ich sehe hier aber auch eine besondere Chance des Kulturbetriebs. Über künstlerische Ausdrucksformen ergibt sich die Möglichkeit, kulturelle Alltagspraktiken und -perspektiven in Frage zu stellen, binäre Strukturen aufzubrechen, performativ Grenzüberschreitungen vorzunehmen, an der Dekonstruktion symbolischer Geschlechterbilder und normativer Rollenmuster zu arbeiten und so zu einem gesellschaftlichen Umdenken anzuregen.


Hörgewohnheiten zu verändern ist dabei eine zentrale Herausforderung. Musik, die gegen Hörgewohnheiten opponiert, löst zunächst häufig Irritation aus. Eines der prominentesten Beispiele aus der Musikgeschichte ist da wohl die Uraufführung des Balletts Le Sacre du Printemps von Igor Strawinsky, das heute als Schlüsselwerk der musikalischen Moderne gilt. Die archaische Präsentation des Frühlingsopferfestes auf der Bühne war für das Publikum der Uraufführung 1913 nur schwer einzuordnen und wurde als seltsam und fremd wahrgenommen. Nach mehrmaligem Hören stellt sich aber in der Regel eine Gewöhnung an dieses „Fremde“ ein. So lässt sich mit unserer heutigen Hörerfahrung die Irritation des damaligen Publikums nur schwer nachvollziehen. Um Hörgewohnheiten zu ändern, braucht es also auch immer eine gewisse Zeit. Das Publikum für die Vielfalt der Musikkultur zu sensibilisieren ist dabei ein wichtiger Schritt.

Ist die deutsche Musikindustrie sexistisch?

Ist die deutsche Musikindustrie sexistisch?


Nicht zu bestreiten ist, dass die deutsche Musikindustrie sowie die Kultureinrichtungen und Ausbildungsinstitutionen nach wie vor als männerdominiert zu bezeichnen sind. Frauen bzw. FLINTA*-Personen sehen sich nach wie vor regelmäßig offenem Sexismus, aber auch subtiler Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit aufgrund ihres Geschlechts ausgesetzt. Neben dem bereits angesprochenen Ungleichgewicht in Hinblick auf das Geschlecht der Akteur:innen auf der Bühne bis hin zur Führungsebene tritt Sexismus regelmäßig in Songtexten, in Musikvideos oder in Musikzeitschriften zu Tage. Diesen Missstand im öffentlichen Diskurs zu thematisieren, halte ich für überaus wichtig!

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Wie lässt sich das unausgeglichene Geschlechterverhältnis auf und hinter Bühnen erklären? Ist die Situation historisch gewachsen oder strukturell bedingt?

Wie lässt sich das unausgeglichene Geschlechterverhältnis auf und hinter Bühnen erklären? Ist die Situation historisch gewachsen oder strukturell bedingt?


Sowohl als auch. Das sich in der bürgerlichen Gesellschaft des 18. Jahrhundert herausbildende hierarchische Geschlechterverhältnis, das der Frau eine untergeordnete Position zuwies und ihr im Rahmen dichotomer Zuschreibungen Eigenschaften wie Weichheit, Passivität und Anmut zuschrieb, ist bis weit ins 20. Jahrhundert hinein äußerst wirkmächtig. Aus der Dichotomie „männlich – weiblich“ wurde eine Vielfalt asymmetrischer Dualismen (stark – schwach, Kultur – Natur, öffentlich – privat, …) abgeleitet, die Frauen schließlich u. a. die Fähigkeit absprach, musikalisch schöpferisch tätig zu werden.


Ergebnisse der musikwissenschaftlichen Frauen- und Genderforschung der vergangenen vier Jahrzehnte zeigen, dass es zu jeder Zeit Frauen gab, die als Musikerinnen in ganz unterschiedlichen Bereichen – Musik machend, komponierend, fördernd, lehrend etc. – tätig waren. Sie waren aber, darauf hat die Musikwissenschaftlerin Eva Rieger 1981 in ihrer richtungsweisenden Publikation Frau, Musik und Männerherrschaft. Zum Ausschluß der Frau aus der deutschen Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Musikausübung aufmerksam gemacht, aufgrund ihres Geschlechts von systematischer Ausgrenzung betroffen und sahen sich gesellschaftlichen Repressionen ausgesetzt, die sie z. B. in ihrer Professionalisierung und Berufsausübung einschränkten. Immer wieder gab es in der Musikgeschichte aber auch Frauen, die diese Ungleichheit öffentlich beklagten und aktiv gegen diese angingen. So wies die englische Komponistin Ethel Smyth mehrfach und nachdrücklich (etwa in ihrer autobiographischen Schrift Female Pipings in Eden, 1933) auf das Ungleichgewicht im Musikbetrieb hin und kämpfte aktiv – nicht zuletzt im Rahmen der Suffragettenbewegung – gegen dieses an.


Warum wir ein Großteil dieser Personen heute nicht mehr kennen, hängt vor allem mit (musik-)historiographischen Prozessen zusammen. Aus der Erinnerungsforschung wissen wir, dass das Vergessen wahrscheinlicher ist als das Erinnern. Es ist also wenig verwunderlich, dass wir nur einen Bruchteil der Musiker:innen der Vergangenheit kennen. Es konnte jedoch in zahlreichen Einzelstudien belegt werden, dass das Geschlecht dabei eine ganz zentrale Rolle spielt. Musik- und Kulturgeschichte wurde lange Zeit als vorwiegend männliche Geschichte überliefert. Wir sehen also, dass die Ausgrenzung, die Personen aufgrund ihres Geschlechts im Musikbetrieb erfahren, eine lange Tradition hat und durch (musik-)historiographische Prozesse hartnäckig tradiert wird.


Interessant ist übrigens, dass es, was den Konzertbetrieb im Bereich der klassischen Musik angeht, durchaus Zeiten gab, in denen Frauen präsenter waren als zu Beginn des 21. Jahrhunderts. So erklangen etwa von der Gründung der berühmten Londoner Proms im Jahr 1895 bis in die 1920er-Jahre hinein noch regelmäßig Werke von Frauen bei den Konzerten. Lag der Anteil 1915 noch bei 7,5 %, gab es insbesondere seit 1928 und bis in die 1980er-Jahre immer wieder Konzertsaisons, die ohne ein einziges Werk einer Komponistin veranstaltet wurden.

Welche Rolle
spielen öffentliche Thematisierung und gesellschaftliches Bewusstsein?

Welche Rolle spielen öffentliche Thematisierung und gesellschaftliches Bewusstsein?


Die Ungleichheit und Diskriminierung öffentlich zu thematisieren und sie so in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken, halte ich für unbedingt notwendig und gerechtfertigt. Wichtig dabei ist meines Erachtens zu beachten, dass bei der Diskussion Geschlechterstereotype nicht verfestigt werden, sondern die Gesellschaft für die Ungerechtigkeiten sensibilisiert wird.


Unausgeglichene Geschlechterverhältnisse in den öffentlichen Diskurs einzubringen, ist auch deshalb wichtig, weil es sich dabei schließlich um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen handelt. Geschlechtergerechtigkeit ist ein verfassungsrechtliches Ziel und damit strukturell verankert und geht mit der Verpflichtung einher, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Für den Kulturbetrieb bedeutet dies etwa, Geschlechtergerechtigkeit in Hinblick auf den Zugang, die Teilhabe und die Sichtbarkeit zu erreichen.


Geschlechtergerechtigkeit sollte dabei nicht ausschließlich als Notwendigkeit, sondern vielmehr auch als Chance begriffen werden. Wünschenswert ist in dieser Hinsicht ein Bewusstseinswandel, im Zuge dessen ein gleichberechtigtes Miteinander positiv wahrgenommen wird.

Welche Strukturen hindern FLINTA*-Personen daran, sich in der Musikbranche einzubringen und so erfolgreich zu sein wie ihre männlichen Kollegen?

Welche Strukturen hindern FLINTA*-Personen daran, sich in der Musikbranche einzubringen und so erfolgreich zu sein wie ihre männlichen Kollegen?


Die Arbeitsbedingungen sind – bereits vor Corona – für viele Kulturschaffenden immer noch prekär. Besonders Frauen werden, so die aktuelle Studie des Deutschen Kulturrats (Frauen und Männer im Kulturmarkt. Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage), im Kulturarbeitsmarkt strukturell benachteiligt. Bereits die Vorgänger-Studie aus dem Jahr 2016 zu Frauen in Kultur und Medien hat gezeigt, dass Geschlechtergerechtigkeit – unabhängig von der künstlerischen Sparte – noch lange nicht erreicht ist. Unterschiede lassen sich bei Honoraren und Gehältern, bei der Vergabe von Stipendien und Preisen, bei der Besetzung von Führungspositionen in Kultureinrichtungen und in der generellen Sichtbarkeit von Frauen bzw. FLINTA*-Personen vor, auf und hinter der Bühne nachweisen. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, hängen aber auch damit zusammen, dass der Musikbetrieb nach wie vor männlich dominiert ist. Gremien, Ausschüsse und Organisationsteams sind meist nicht ausgeglichen besetzt. Außerdem fehlt es jungen Frauen nach wie vor an Vorbildern im Kulturbetrieb. Zwar gibt es erfolgreiche Frauen, die auf den Bühnen, im Repertoire, in Musik- und Kulturmagazinen und langsam auch auf den Leitungsebenen sichtbar werden, sie bilden aber immer noch die Minderheit.

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Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

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EIN LINE-UP FÜR DIE ZUKUNFT

Fehlerkultur etablieren

DIVERSITÄT AUCH HINTER DER BÜHNE LEBEN

DER PROZESS BRAUCHT ZEIT

Stärker zusammen

Das Publikum Einbinden

FAHRE FÜR MEHR INFOS MIT DER MAUS ÜBER DIE PUNKTE

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Nachhaltigkeit

Awareness

Fazit

Erst, wenn wir das Problem auf der eigenen Bühne anerkennen, können wir es lösen. Awareness über die Problematik ist ein erster, wichtiger Schritt, mit dem man offen umgehen sollte.

Ein diverses Bookingteam kuratiert auch divers(er). Die Problematik muss vom gesamten Team erkannt und das Ziel eines Wandels durch alle Mitglieder getragen werden. Ein Bookingteam besteht dabei im besten Fall auch aus FLINTA*-Personen.

Man wird nicht von heute auf morgen ein Festival mit ausgeglichenem Line-up. Klare Ziele helfen jedoch bei der Zielerreichung, so zum Beispiel die Quote. Es braucht auch Zeit im doppelten Sinne: FLINTA*-Acts müssen aktiv gesucht und gefördert werden.

Netzwerkarbeit ist entscheidend – nur in langfristigen Strukturen beschäftigt man sich fortgehend mit dem Thema und kann Erfahrungen sowie Ressourcen teilen.

Aktive Aufklärungsarbeit und eine Einbeziehung der Gäste ist entscheidend, wenn der Prozess auch von der „Konsument*innen“-Seite mitgetragen werden soll. Viel zu oft meinen Festivals noch, sich den Hörgewohnheiten und Kaufentscheidungen des Publikums beugen zu müssen.

YOU'RE NOT ALONE.

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Keychange beitreten

Teil von Take A Stand werden

Mit faemm in Kontakt treten

Viele Initiativen, Gruppen und Personen setzen sich bereits aktiv für das Thema ein. Das könnt ihr als Festival konkret tun:

We are a lot (WAAL) verfolgen

Sich mit Music Women Germany verbinden

Publikumsumfragen zu gewünschten FLINTA*-Acts durchführen

Aufklärungswork-shops für das eigene Team organisieren

Regelmäßigen Austausch mit anderen Festivals etablieren

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Bewusst Zeit für die Entdeckung und Förderung von FLINTA*-Acts nehmen

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FLINTA* Stage

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Camp Awareness

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Green Backstage

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CAMP AWARENESS

Willkommen im Camp Awareness! Bei der Awareness Arbeit geht es darum unser Miteinander zu gestalten. Und wo kommen Menschen zusammen?

Na, auf dem Campingplatz! Awarenessarbeit umfasst jedoch alle Personengruppen auf einer Veranstaltung: Vom Team bis zu den Künstler*innen, vom Sicherheitspersonal bis zu den Besucher*innen.

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Festivals sind eine Form kollektiven Ausnahmezustandes. Besucher*innen fühlen sich befreiter als im Alltag, es wird Tag und Nacht gefeiert. Die Schattenseite dieser Losgelöstheit sind diskriminierende oder gewaltausübende Übergriffe – hiervon ist kein Festival ausgenommen.

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Wie schaffen wir also eine möglichst sichere Umgebung für alle Festivalgäste, kreieren Safer Spaces und unterstützen Betroffene nach Übergriffen bestmöglich?

FAKTEN: SEHR WOHL AUF UNSEREM FESTIVAL

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jede*r kann gewaltausübende oder diskriminierende Person sein: auch Künstler*innen, Dienstleister*innen oder eigene Crewmitglieder

ÜBERGRIFFE FINDEN ÜBERALL STATT

der Befragten Frauen einer Studie der Universität Durham gaben an, besorgt zu sein, auf einem Festival sexuelle Übergriffe zu erleben

64 %

der Befragten der Global Drug Survey gaben an, Übergriffe in Clubs, Bars oder auf Festivals erlebt zu haben

22 %

Ein Artikel über sexualisierte Gewalt in der alternativen Leipziger Clubszene zeigt nicht nur, dass Übergriffe auch an alternativen, vermeintlich sicheren Orten stattfinden, sondern auch von etablierten Mitgliedern der Szene begangen werden

SOWAS PASSIERT DOCH NICHT BEI UNS!

Awareness

Wie kann man präventive Arbeit leisten?

Wie übernimmt man Verantwortung für die Geschehnisse auf dem eigenen Festival?

Wie sensibilisiert man das Festivalteam und Publikum für Awarenessarbeit?

Wie kann man Unterstützungsarbeit für die Betroffenen von Übergriffen leisten?

Wie schafft man Safer Spaces?

AWARENESSARBEIT ist DISKURSARBEIT. ÜbER DIESE FRAGESTELLUNGEN HABEN WIR UNTER ANDEREM DISKUTIERT:

Wie kann eine Zusammenarbeit mit dem Securityteam gelingen?

Wie integriert man Aspekte von Selfcare im Awarenessteam?

Wie kann man die Diversität im eigenen Awarenessteam erhöhen?

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WAS KAM DABEI HERAUS?

Die Arbeitsgruppe Awareness hat sich tiefgehend mit ihrem Thema auseinandergesetzt und einen umfangreichen Leitfaden entwickelt.

Dieser eignet sich für Festivals, die ein Awarenessteam gründen oder eine bestehende Struktur weiterentwickeln möchten – oder die ganz einfach Interesse an dem Thema haben.

Awarenessleitfaden

Awareness

– Das FSTVL Konferenz Team

Du möchtest dich mit dem Awarenessleitfaden auseinander-setzen oder ihn für deine Veranstaltung nutzen? Dann schreibe uns eine Mail an awareness@snntg.de oder folge diesem Link:
https://bit.ly/leitfaden_awareness

Weitere Informationen zum Thema Awareness findest du bei Initiative Awareness und

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My Body Is Not Your Porn.

10 KERNASPEKTE DES AWARENESSLEITFADENS

Awareness

2

Kollektive Verantwortungsübernahme

3

Awareness muss nach innen gelebt und nach außen kommuniziert werden

4

Awareness ist Selbstreflexion

5

Awareness Arbeit sollte Teil des Sicherheitskonzepts sein

9

Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit zu Awareness vor und während des Festivals betreiben

10

Die forderne Arbeit des Awareness Teams bedarf die Achtung der eigenen Grenzen

Klick dich durch die einzelnen Punkte

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Die Unterstützungsarbeit ist betroffenennzentriert und bedürfnisorientiert

7

Ziel: Betroffene sollen ihre Handlungsfähigkeit zurückerlangen

6

Achtsamer und respektvoller Umgang miteinander

1

8

Fokus liegt auf der Unterstützungsarbeit für Betroffene

Awareness Arbeit erfordert eine kollektive Verantwortungsübernahme, also die Anerkennung, dass Übergriffe und Diskriminierung auch auf dem eigenen Festival stattfinden und die Bereitwilligkeit bei Vorfällen zu handeln.

Awareness ist eine klare Haltung des Festivals, die nach innen gelebt und nach außen kommuniziert werden sollte.

Für Awareness Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien, Machtverhältnissen, auch innerhalb der Festivalorga, sowie Diskriminierungs- und Gewaltformen im Sinne einer Selbstreflexion unabdingbar.

Awareness Arbeit sollte Teil des Sicherheitsmanagements/-konzepts des Festivals sein, das sich besonders an den Bedürfnissen von Betroffenen von Übergriffen orientiert.

Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit (Aufklärung, Bildungsarbeit, Vermittlung des eigenen Leitbilds/Werte, Transparenz) können vor und während des Festivals z. B. über Social Media, Plakate auf dem Festival, dem Infoheft, Workshops etc. betrieben werden.

Das Awareness Team verübt eine fordernde Tätigkeit; Selfcare und die Achtung der eigenen Grenzen sind daher äußerst wichtig.

Die Unterstützungsarbeit ist betroffenenzentriert und bedürfnisorientiert. Es gilt das Kommunikationsprinzip: Aktives Zuhören. Dabei soll ein Raum gestaltet werden, in der der betroffenen Person zugehört und sie mit der erlebten Erfahrung ernst genommen wird. Die Definition des Erlebten liegt dabei bei der betroffenen Person.

Hauptziel der Unterstützungsarbeit ist es, dass betroffene Person ihre Handlungsfähigkeit zurückerlangen (Selbstermächtigung) und sich auf der Veranstaltung sicher fühlen (subjektives Sicherheitsempfinden stärken).

Auf Festivals bedeutet dies vor allem Unterstützungsarbeit für betroffene Personen, da nachhaltige transformative Arbeit mit der diskriminierenden gewaltausübenden Personen im Festivalkontext meistens nicht geleistet werden kann, da der Ort nicht dauerhaft existiert (vgl. Wohnprojekt, Kulturzentrum).

Awareness bedeutet einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander, insbesondere mit Betroffenen von Grenzüberschreitungen und Diskriminierungen in Form von Unterstützungsarbeit.

Offene Fehlerkultur

Team sensibilisieren

Realistische Ziele

EIN FAZIT DER FSTVL KONFERENZ

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Starkes Netzwerk

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Kommunikation mit Gästen

Vorreiterrolle einnehmen

Was haben wir gelernt?

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Für alle Themen ist es wichtig, das eigene Team zu sensibilisieren, sodass sie Entscheidungen und Werte mittragen und vertreten

Inhaltlicher Austausch, das Teilen von Ressourcen und ein starkes Netzwerk unabhängiger Festivals ist relevant, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu Wachsen

Communication is key: Übergeordnete Werte und konkrete Maßnahmen sollten bzw. dürfen mit dem Publikum geteilt werden, um Ansprüche zu kommunizieren und Dialog und Feedback zu ermöglichen.

Kleine, unabhängige Boutique-Festivals können eine Vorreiterrolle einnehmen und für Major Festivals ein Vorbild sein, da sie ihre politischen und sozialen Überzeugungen in kleineren Teams besprechen und agiler umsetzen können – trotz geringerer finanzieller Ressourcen. So kann auch politischer Druck ausgeübt werden.

Finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen werden immer mit dem eigenen Anspruch konkurrieren – daher sind realistisch gesetzte Ziele und das Feiern kleiner Erfolge wichtig

Eine offene, kritische Fehlerkultur ist die Grundlage jeder Weiterentwicklung – erst wenn wir sehen und zugeben können, was noch nicht perfekt funktioniert, können wir etwas ändern.

TEILNEHMENDE FESTIVALS

Fazit

Appletree Garden Festival
Fuchsbau Festival
Heimatfestival
Lunatic Festival
Masala Weltbeat
Moyn Moyn Festival
Rock am Deister
Rock for Tolerance
Rocken am Brocken Festival
SNNTG Festival
Südwinsen Festival
Summertime Festival

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Das Projekt konnte umgesetzt werden durch die freundliche Unterstützung von der

Die Konferenz wurde initiiert und organisiert vom SNNTG Festival

Wir verstehen die Inhalte der FSTVL Konferenz als stetig wachsendes Portfolio an Wissen. Wenn du Inhalte oder Quellen ergänzen möchtest, schreib uns einfach oder ergänze Sie auf unserem Padlet!

info@snntg.de

Konzeption: Lara M. Gahlow
Text: Lara M. Gahlow
Gestaltung: Cora Beckmann

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