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Eine interaktive Stadtkarte von Hildesheim, auf der man einige mathematikhistorische Inhalte finden kann.

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Bischof Bernward

Bischof Bernward wurde um 960 geboren und ist 1022 in Hildesheim gestorben. Er erhielt eine Ausbildung in der Hildesheimer Domschule, welche ihn für den pädagogischen, diplomatischen und kirchlichen Dienst qualifizierte. In seinem weiteren Leben wurde er zum Diakon und Priester geweiht und hat sich zum Theologen, Verwaltungsmann und Künstler weitergebildet. Im Jahr 993 wurde er zum Bischof von Hildesheim ernannt und übte dies bis zu seinem Tod aus. Er setzte sich zudem für die Ummauerung Hildesheims ein, um die Stadt gegen Angriffe zu schützen.

Besonders bekannt war Bischof Bernward für seine künstlerischen Aktivitäten und Bauten. Besonders bekannt ist die St. Michaeliskirche und das dazugehörige Kloster, welches 1010 erbaut wurde. Durch Bernwards Auftrag entstammten die Bernwardstüren und die Christussäule, welche beide im Dom zu bewundern sind. Nach seinem Tod wurde Bernward in der Michaeliskirche beerdigt. Das Denkmal von Bernward steht vor dem Dom.

Auf der Christussäule sind verschiedene
Bildfriesen dargestellt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man Kriegstaten der Kaiser die sich spiralförmig aufwärts die Säule hochwinden. Die Säule hat eine Höhe von 3,79 m und einen Durchmesser von 58 cm.

Christussäule

Die Bernwardstür befindet sich im Westportal des Doms. Auf der Tür sind Szenen aus dem ersten Buch Mose und dem Leben von Jesus Christi gegenübergestellt.

Bernwardstür

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Michaeliskirche zu erfahren.

Das Denkmal wurde 1893 aufgestellt und befindet sich heutzutage auf dem Domhof.

Bernwards Denkmal

St. Michaelis

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Mathematikgeschichtlicher Hintergrund:

St. Michaelis Kirche (Hildesheim)

Die Architektur der St. Michaelis Kirche folgt einer mathematischen Ordnung mit klaren geometrischen Formen und Symmetrien. Das Mittelschiff besitzt eine quadratische Grundfläche, ist doppelt so hoch wie breit und trennt Choranlagen und Querhäuser. Zwei Vierungstürme die je zwei oktogonalen Rundtürmen entsprechen, sind den Querschiffen vorgelagert. Vielfach finden sich die Zahl „3“ als Symbol für die Trinität (Dreifaltigkeit: Vater, Sohn, Heiliger Geist) sowie die Zahl „9“ als Symbol für die Himmelschöre (Einteilung der himmlischen Wesen) wieder. So gibt es beispielsweise neun Engelskapellen und auf dem Sarkophag Bernwards befinden sich neun Engel-Embleme. Die Stirnseiten der Querhäuser sind in drei Etagen aufgeteilt.

Baubeginn: Ende 10. Jahrhundert

Baustil: Frühromantik
Bauinitiator: Bischof Bernward von Hildesheim
Architektur: ottonische Basilika
Geographische Ausrichtung: Osten
Gebäudelänge: 70 Meter

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Klara Löbenstein

Lebenszeit: 15.02.1883-vermutlich 1968

Familie:
-patriotische und wohlhabende Familie des Wilhelminischen Bürgertums
-Eltern: Lehmann und Sophie (geb. Schönfeld) Löbenstein
→erfolgreiches Textilgeschäft des Vaters (zunächst in der Altpetristr., dann ab 1900 Hoher Weg 14, heute Modehaus Kressmann) ermöglichte den Töchtern ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben ohne existenziellen Druck, d.h. sie konnten ihr Leben selbst gestalten.
-Geschwister: Dora, Frida, Erna und Hans
-Israelitische Konfession

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Goslarsche Straße Hildesheim, Wohnhaus Löbenstein, Städtische Höhere Töchterschule und Elisabethschule (v. h. n. v.)

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Klara Löbenstein

-Auf Grundlage des sogenannten Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 durfte Klara, da sie jüdischer Herkunft war, ab 1936 nicht mehr als Lehrerin arbeiten.


-Spätestens Ende 1938 war sie gezwungen ihre eigene Wohnung aufzugeben und seit dem mit vielen anderen zusammen in einem "Judenhaus" in der Friesenstraße 3 in Hildesheim zu wohnen.

-Emigration nach Argentinien (Ankunft in Buenos Aires am 5. Oktober 1941, vermutlich vorheriger Aufenthalt in Großbritannien)

-Danach verliert sich ihre Spur.

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Weiteres Schicksal:

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Klara Löbenstein

Bildungsweg:

-Abschluss der höchsten Abschlussklasse an der Städtischen Höheren Töchterschule (an dem Standort findet sich heute das Goethegymnasium) mit der Prima.
-Besuch der neu eingerichteten zehnten Aufbauklasse "Selekta" als eine der wenigen Schülerinnen.
-Erwerb des Abiturs 1904 nach privater Vorbereitung und mit Sondergenehmigung extern am Realgymnasium I, einer Schule für Jungen in Hannover (da in Preußen für Frauen bis 1908 keine Möglichkeit bestand, regulär das Abitur zu machen).
-Studium der Mathematik und Physik ab dem Wintersemester 1904/1905 für drei Semester an der Berliner Universität und der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg.
-Ab dem Sommersemester 1906 Gasthörerin in Göttingen (durfte nur mit Erlaubnis der Professoren die Vorlesungen besuchen; Frauen konnten sich erst ab 1908 ordnungsgemäß immatrikulieren).

Fächer: Mathematik, Physik (besonders theoretische Optik) und Philosophie/Psychologie.

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Bildungsweg und Berufsjahre:

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Klara Löbenstein

-Klara knüpfte u. a. an Problem Nr. 16 (zur Topologie algebraischer Kurven und Flächen) der von David Hilbert in einem Vortrag formulierten 23 ungelösten mathematischen Probleme an und erzielte wertvolle Ergebnisse. Des Weiteren arbeitete sie zu einem allgemeinen Verfahren bzgl. der Frage nach der gegenseitigen Lage der Kurvenzüge in der Ebene.

-Am 4. Juni 1909 Abgabe ihrer Dissertation "Beweis des Satzes, dass eine algebraische Curve 6. Ordnung mit 11 getrennten Ovalen nicht existieren kann" mit Anwendung eines Kontinuitätsverfahrens und Beweis, dass eine Kurve 6. Ordnung mit 11 sich gegenseitig ausschließenden Ovalen durch Reduktion der Ovale in das Quadrat einer Kurve 3. Ordnung überführt werden kann. Kurven dieser Art werden heute in CAD-Systemen verwendet, um beliebige Flächen zu beschreiben.
-Mündliche Promotionsprüfung am 30. Juni 1909 in den drei gewählten Fächern mit dem Gesamtergebnis "ausreichend".

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Bildungsweg und Berufsjahre:

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Klara Löbenstein

-Erfolgreiche wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen am 22. Juli 1910 führte zu Lehrbefähigung in Mathematik, Physik und philosophischer Propädeutik. Anerkennung der Dissertation als eine von zwei schriftlichen Staatsexamensarbeiten im Rahmen der Prüfung.

- Ableisten des ersten Vorbereitungsjahres auf das Höhere Lehramt 1911 am Andreas-Realgymnasium (heute: Scharnhorst Gymnasium) in Hildesheim und des zweiten an der Sophienschule in Hannover.

→forderte aufgrund ihrer Erfahrungen neue Rechenbücher für Mädchen und die Förderung des Vorstellungs- und Abstraktionsvermögens durch algebraische Übungen sowie den Einzug der veritablen Mathematik in den Unterricht an Mädchenschulen.

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Bildungsweg und Berufsjahre:

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Klara Löbenstein

Berufsjahre
- Ab dem 15. September 1913 Oberlehrerin an der Höheren Mädchenschule
und Lehrerinnen-Bildungsanstalt im französischen Metz
- Versetzung im September 1916 nach Landsberg an der Warte (heute Gorzow in Polen), wo sie am Lyzeum in der angegliederten Studienanstalt vorwiegend Mathematik unterrichtete.
→Klara Löbenstein war eine der wenigen Frauen jüdischer Herkunft, die im preußischen Staatsdienst als Oberlehrerinnen, später als Studienrätinnen tätig waren.
- Beurlaubung am 16. Oktober 1935 mit sofortiger Wirkung und Versetzung in den Ruhestand zum 1. Januar 1936.

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Bildungsweg und Berufsjahre:

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Lyzeum Landsberg/Warte

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