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Argumente zu Pfad P1a:Ja, die menschliche Keimbahn ist unantastbar. 1 Der Würdeschutz betrifft bereits die menschliche Keimbahn als solche. Menschenwürde 2 Die Keimbahn macht das naturgegebene Grunddatum jedes sich entwickelnden Menschen aus und darf deshalb nicht gezielt verändert werden. Natürlichkeit

Argumente zu Pfad 2.b:Nein, man darf und/oder soll das Ziel, in die menschliche Keimbahn einzugreifen, nicht verfolgen.1Keimbahneingriffe sind kein Verfahren zur Behandlung oder Heilung lebender Menschen, sondern ein Verfahren der Reproduktionstechnologie. Das Ziel, genetisch eigene Kinder zu bekommen, ist nicht hochrangig genug, um es zu rechtfertigen, den Kindern und deren Nachkommen die mit Keimbahneingriffen verbundenen Risiken aufzuerlegen. Schädigungsvermeidung & Wohltätigkeit | Freiheit2In den meisten Fällen kann das Ziel, ein nicht von einer genetisch bedingten Krankheit betroffenes Kind zu zeugen, auch durch Alternativen wie eine Präimplantationsdiagnostik oder eine Samenspende verfolgt werden. Daher kann es die Solidarität mit betroffenen Paaren nicht gebieten, die Möglichkeit entsprechender Keimbahnveränderungen zu entwickeln.Solidarität3Wegen der Komplexität genetischer und epigenetischer Prozesse ist es auch langfristig ausgesprochen unwahrscheinlich, dass sich die Risiken auf ein im Verhältnis zur Zielsetzung vertretbares Maß minimieren lassen.Schädigungsvermeidung4Die für Keimbahneingriffe und die entsprechende Forschung erforderlichen Ressourcen sind für andere Zwecke sinnvoller zu verwenden.Gerechtigkeit

Argumente zu Pfad 1b:Nein, die menschliche Keimbahn ist nicht unantastbar.1Die Keimbahn als solche kann nicht Gegenstand beziehungsweise Substrat von Würdeschutz sein.Menschenwürde2Die Keimbahn als solche kann nicht Gegenstand beziehungsweise Substrat von Lebens- und Integritätsschutz sein. Lebens- und Integritätsschutz2Die Keimbahn wird sowohl durch natürliche Vorgänge als auch durch menschliches Handeln ständig verändert. Der Verweis auf die Unantastbarkeit des Natürlichen überzeugt deshalb nicht.Natürlichkeit

Argumente zu Pfad P2.a:Ja, man darf und/oder soll das Ziel, in die menschliche Keimbahn einzugreifen, verfolgen.1Eine gründliche und verantwortungsvolle Erforschung der Chancen und Risiken der neuen Technik ist ethisch gerechtfertigt oder sogar geboten, um Paaren mit schwerwiegenden erblichen Krankheitsanlagen die Chance auf Zeugung eines gesunden Kindes zu eröffnen. Freiheit | Schädigungsvermeidung & Wohltätigkeit | Gerechtigkeit | Solidarität

Argumente zu Pfad 3a.1:Verbrauchende Forschung an Embryonen in vitro darf und/oder soll durchgeführt werden, solange sie an überzähligen Embryonen erfolgt. Zulassung der Embryonenforschung in Deutschland, aber nur an überzähligen Embryonen und imprägnierten Eizellen.1Frühes embryonales Leben fordert zwar Achtung und hohe Sorgfalt, genießt aber noch nicht den vollen Schutz der Menschenwürde und somit auch keinen vollen Lebens- und Integritätsschutz. Menschenwürde | Lebens- und Integritätsschutz2Wenn Embryonen nach IVF unbeabsichtigt übrig bleiben, ist es besser, sie für die Forschung zu spenden, als sie zu verwerfen, vorausgesetzt, die Ziele der Forschung sind angemessen und die genetischen Eltern willigen in die Spende ein. Eine solche Verwendung stellt keine unzulässige Instrumentalisierung früher menschlicher Embryonen dar. Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit | Menschenwürde | Freiheit

Argumente zu Pfad 3.b:: Nein, verbrauchende Forschung an Embryonen darf und/oder soll nicht durchgeführt werden.1Embryonen sind von Anfang an voll schutzwürdig und genießen ein unbedingtes Lebensrecht. Ihre Verwendung und Zerstörung für die Forschung stellt eine ausnahmslos unzulässige Instrumentalisierung dar.Menschenwürde | Lebens- und Integritätsschutz

Argumente zu Pfad P4a:Ja, es darf und/oder soll auf die Ergebnisse verbrauchender Embryonenforschung Dritter zurückgegriffen werden, auch wenn man solche Forschung selbst ablehnt.1Mit der Nutzung von Forschungsergebnissen Dritter billigt man weder die verbrauchende Embryonenforschung im Ausland symbolisch, noch erhöht sich dadurch die Zahl der im Ausland verbrauchten Embryonen. Lebens- und Integritätsschutz | Verantwortung| Gerechtigkeit2Dies ist keine Doppelmoral, denn man kann die lokale und aktuelle Ablehnung der verbrauchenden Embryonenforschung durch ein Verbot anerkennen, ohne damit dieses Verbot zu einer zwingenden Norm zu erklären, die überall geteilt und einleuchtend gefunden werden muss.Verantwortung

Argumente zu Pfad 3a.3:Verbrauchende Forschung an Embryonen in vitro darf und/oder soll nur ausnahmsweise und als letztes Mittel durchgeführt werden.1Embryonen sind von Anfang an voll schutzwürdig. Ihre Verwendung und Zerstörung für die Forschung stellt eine prinzipiell unzulässige Instrumentalisierung dar. Menschenwürde | Lebens- und Integritätsschutz2Eine solche Instrumentalisierung kann aber zur Erreichung sehr hochrangiger anwendungsnaher Forschungsziele mit der Aussicht auf wertvollen therapeutischen Erkenntniszuwachs ausnahmsweise und als letztes Mittel gerechtfertigt werden, sofern damit kein Anreiz zur Produktion weiterer überzähliger Embryonen geschaffen wirdSolidarität| Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit | Gerechtigkeit| Verantwortung

Argumente zu Pfad 3a.2:Verbrauchende Forschung an Embryonen in vitro darf und/oder soll durchgeführt werden, auch an gezielt hergestellten Embryonen.1Es kann Bedarf nach gezielt hergestellten Embryonen für die Forschung entstehen, etwa wenn für die Beantwortung einer konkreten Forschungsfrage Embryonen in genügend großer Zahl und ähnlicher Qualität gebraucht werden und die bereits existierenden Embryonen diese Anforderungen nicht erfüllen. Freiheit| Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit2Die Schutzwürdigkeit menschlichen Lebens setzt erst zu einem so späten Zeitpunkt der Entwicklung ein, dass sich bei hinreichend bedeutsamen Forschungszielen auch die gezielte Herstellung menschlicher Embryonen für die Forschung und die damit verbundene Instrumentalisierung frühesten menschlichen Lebens rechtfertigen lässt. Lebens- und Integritätsschutz | Menschenwürde

Argumente zu Pfad 4.b:Nein, es darf und / oder soll nicht auf die Ergebnisse verbrauchender Embryonenforschung Dritter zurückgegriffen werden, wenn man solche Forschung selbst ablehnt.1Die Nutzung von Forschungsergebnissen Dritter, deren Entstehungsbedingungen man selbst ablehnt, ist moralisch verwerflich oder unverantwortlich („Trittbrettfahrer“-Vorwurf).Verantwortung| Gerechtigkeit

Die fragliche Behandlung muss im geeigneten Tiermodell sowie in Modellen mit humanen Zellen ausreichend erprobt worden sein.

Argumente zu Pfad5b.1:Nein, derzeit darf und/oder soll nicht zur klinischen Forschung übergegangen werden.Die Mindestanforderungen an Sicherheit und Wirksamkeit der Technik konnten bislang nicht erfüllt oder angemessene Begleitstrukturen nicht etabliert werden.

Argumente zu Pfad 5.a:Ja, man darf und/oder soll zur klinischen Forschung übergehen.Die Mindestanforderungen an Sicherheit und Wirksamkeit der Technik konnten erfüllt sowie angemessene Begleitstrukturen etabliert werden.

Argumente zu Pfad6.3a:Ja, man darf und/oder soll Keimbahneingriffe zu Enhancement-Zwecken durchführen.1Das individuelle Recht auf Selbstgestaltung und auch das Freiheitsrecht der Eltern, die Prägung der eigenen Kinder nach Maßgabe eigener Vorstellungen guten Lebens zu gestalten, müssen gewährleistet bleiben, jedenfalls sofern die beabsichtigte Verbesserung für jeden denkbaren Lebensplan der künftigen Person ein Gewinn wäre.Freiheit2Befürchtungen von Gerechtigkeitsproblemen und antisolidarischen Deutungsmustern sind ernst zu nehmen aber keine hinreichende Gründe, Enhancement zu verbieten. Sie begründen lediglich eine Verpflichtung des Staates, solche Entwicklungen zu überwachen und gegebenenfalls regulierend gegenzusteuern. Solidarität| Gerechtigkeit3Aus der Gestaltungsoffenheit der menschlichen Natur ergeben sich für den Menschen als Kulturwesen keine zwingenden Argumente gegen – auch verbessernde – Eingriffe. Selbst eine starke intuitive Ablehnung von Veränderungen menschlicher Eigenschaften über das als natürlich wahrgenommene Spektrum hinaus ist für sich genommen noch kein moralisches Argument. Natürlichkeit4Wären genetische Enhancements für die künftigen Kinder nicht gefährlicher als etablierte Mittel der Erziehung, dann ist nicht zu sehen, warum diese geboten, jene aber moralisch verwerflich sein sollten. Ihre Anwendung könnte zum Gegenstand einer –freilich relativ schwachen – moralischen Verpflichtung werden.Non-maleficence & beneficence

Argumente zu Pfad6.1b:Nein, man darf und/oder soll keine Keimbahneingriffe zur Vermeidung monogener Krankheiten durchführen.1In den meisten Fällen ermöglicht eine PID auch ohne einen Keimbahneingriff die Auswahl klinisch nicht betroffener Embryonen. In den seltenen Fällen, in denen dies nicht infrage kommt, ist den Eltern zuzumuten, ihren Wunsch nach genetisch leiblichen Kindern zurückzustellen. Freiheit2Die Vorteile, die aus einem weniger belastenden Leben durch die keimbahntherapeutisch verhinderte Erkrankung für einige wenige Menschen entstehen mögen, können die Nachteile nicht aufwiegen, die durch Gerechtigkeits- und Solidaritätsdefizite für derzeit erkrankte beziehungsweise künftig erkrankende Personen und ihre Eltern entstehen, wenn die Erkrankung als vermeidbares Ärgernis und unangemessene Belastung für die Gesellschaft interpretiert wird.Solidarität| Gerechtigkeit3Auch nach einem Keimbahneingriff wird in den meisten Fällen noch eine PID zur Erfolgskontrolle nötig sein, die bei negativen Ergebnissen zur Verwerfung eines Embryos führen könnte. Lebens- und Integritätsschutz4Die Entscheidung für einen Keimbahneingriff durch die Eltern kann die Freiheit des späteren Kindes auch einschränken, z. B. durch lebenslang notwendige medizinische Kontrolluntersuchungen. Freiheit5Der Keimbahneingriff überschreitet den klassischen ärztlichen Handlungsauftrag, sodass dieser nicht zur Rechtfertigung herangezogen werden kann. Es existiert noch niemand, dessen Wohlergehen durch therapeutische Handlungen oder die Prävention einer Krankheit berührt wäre. Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit6Es erscheint nahezu ausgeschlossen, dass sich Risiken eines Keimbahneingriffs auf ein vertretbares Maß reduzieren lassen werden. Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit7Schon der potenzielle Nutzen eines Keimbahneingriffs zur Vermeidung monogen bedingter erblicher Erkrankungen kann aus mehreren Gründen angezweifelt werden: 1.) Man kann nicht immer von der Genetik auf den Krankheitsverlauf schließen. 2.) Manche Krankheitsanlagen bringen zumindest bei selbst nicht klinisch betroffenen Personen auch gesundheitliche Vorteile mit sich.3.) Eine dauerhafte „Befreiung“ der Familie von der Erkrankung ist aufgrund von Neumutationen und eventuell betroffenen künftigen Partnern illusorisch.Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit

Argumente zu Pfad P5b.2:Nein, es darf und/oder soll abschließend nicht zu klinischer Forschung übergegangen werden.Die Mindestanforderungen an Sicherheit und Wirksamkeit der Technik konnten nicht erfüllt oder angemessene Begleitstrukturen konnten nicht etabliert werden und es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass dies auch künftig nicht möglich sein wird.

Argumente zu Pfad6.2b:Nein, man darf und/oder soll keine Keimbahneingriffe zur Reduzierung von Krankheitsrisiken durchführen.1Schon das Angebot von Keimbahneingriffen zur Vermeidung von Krankheitsrisiken könnte zur Stigmatisierung oder Diskriminierung von Menschen mit diesen Anlagen beitragen. Eine Reduktion künftig erkrankender Personen auf einen bloßen „Kostenfaktor“ könnte die Anerkennung ihrer Selbstzwecklichkeit faktisch erodieren lassen. Menschenwürde2Die durch eine Risikoreduzierung möglicherweise zu erwartenden Gewinne wiegen nicht die Nachteile auf, die sich aus negativen Gerechtigkeits- und Solidaritätseffekten wie sozialen Benachteiligungen oder einseitiger Ressourcenallokation ergeben.Gerechtigkeit| Solidarität3Insbesondere bei multifaktoriell bedingten Erkrankungen könnten Keimbahneingriffe eine unangemessene Fokussierung auf genetische Faktoren begünstigen (Gefahr eines „genetischen Reduktionismus“). In der Folge könnte es zu unrealistischen Perfektionserwartungen oder zur Vernachlässigung weitaus wirkmächtigerer Faktoren kommen (z. B. Ernährung, Lebensstil). Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit | Natürlichkeit

Argumente zu Pfad6.2a:Ja, man darf und/oder soll Keimbahneingriffe zur Reduzierung von Krankheitsrisiken durchführen.1Von Keimbahninterventionen zur Reduzierung von Krankheitsrisiken profitieren vor allem diejenigen, deren Erbgut verändert wird. Es ist mit hoher Plausibilität zu erwarten, dass sie der Intervention zustimmen würden. Dadurch wird ihre Selbstzwecklichkeit gewahrt. Menschenwürde2Sowohl die reproduktive Freiheit der Eltern als auch die realen Freiheitsräume der zukünftigen Personen werden gewahrt und langfristig gesichert. Freiheit3Die Gefahr, durch eine Erkrankung wie Brustkrebs oder Demenz an Selbstbestimmung und sozialer Teilhabe einzubüßen oder schon vom Wissen um das genetisch erhöhte Risiko psychisch erheblich belastet zu werden, wird gesenkt. Ebenso können Belastungen durch sonst notwendige intensivere oder häufigere Vorsorgeuntersuchungen oder ggf. invasive Präventionsmaßnahmen vermieden werden. Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit | Menschenwürde4Die Senkung eines Erkrankungsrisikos auf die Risiken der Normalbevölkerung steigert die Chancengerechtigkeit. Die gerechtigkeitstheoretisch möglicherweise bedenklichen Kosten sowie die Gefahr der Benachteiligung bis hin zur Exklusion von Personen, die sich die betreffende Therapie nicht leisten können, können begrenzt werden.Gerechtigkeit5Eine nachlassende Unterstützungsbereitschaft der Gesellschaft für die, deren Erkrankungsrisiken nicht durch Keimbahnintervention minimiert worden sind, wird auf der Grundlage von Erfahrungen mit anderen Krankheitsbildern nicht befürchtet. Solidarität

Im Vorfeld müssen angemessene bürgerschaftliche Beteiligungsverfahren, insbesondere unter Einbeziehung einschlägiger Patientenverbände, zu Erwartungen, Wünschen, Befürchtungen und Einschätzungen durchgeführt worden sein.

Argumente zu Pfad6.1a:Ja, man darf und/oder soll Keimbahneingriffe zur Vermeidung monogener Krankheiten durchführen.1Die Aussicht eines Menschen, ohne die Belastung einer monogen bedingten Erkrankung sein Leben führen zu können, ist ein hochrangiges Gut. Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit | Freiheit2Die Alternative einer PID ist in manchen Fällen nicht möglich oder wird abgelehnt. Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit | Freiheit3Mögliche negative soziale Auswirkungen können durch entsprechende gesetzliche Regelungen minimiert werden, die einen fairen Zugang zu Keimbahntherapien ebenso regeln wie die Unterstützung derjenigen, die sich gegen einen solchen Eingriff entscheiden. Solidarität| Gerechtigkeit4Die Vorenthaltung eines hinreichend sicheren und wirksamen Keimbahneingriffs könnte eine Beeinträchtigung der Würde und des Integritätsschutzes des zukünftigen Kindes bedeuten, wenn dieses von einer wichtigen therapeutischen Möglichkeit ausgeschlossen bleibt. Eltern und Gesellschaft tragen Verantwortung für diese Entscheidung. Menschenwürde | Leben- und Integritätsschutz | Verantwortung5Bei der PID wird von vorneherein einkalkuliert, dass betroffene Embryonen verworfen werden. Es ist vorzuziehen, auch diesen Embryonen mithilfe des Keimbahneingriffs eine Lebenschance zu geben. Leben- und Integritätsschutz6Die Entscheidung für einen Keimbahneingriff zur Vermeidung einer monogen bedingten Erkrankung ist von der Fortpflanzungsfreiheit der Eltern abgedeckt und öffnet auch dem künftigen Kind mehr Freiheitsräume. Freiheit7Durch den Ausgleich genetisch bedingter Benachteiligungen mithilfe von Keimbahneingriffen könnte das Gleichheitsversprechen demokratischer Gesellschaften eingelöst werden.Gerechtigkeit8Die Ermöglichung und Finanzierung solcher Keimbahneingriffe könnte der Solidargemeinschaft der Krankenversicherten langfristig Kosten ersparen, die bei einer lebenslangen Behandlung der Betroffenen sonst entstünden. Solidarität

Die Auswahl des konkreten Falles für eine Anwendung muss auch auf die Begründung gestützt werden können, dass für diesen keine alternativen, risikoärmeren und effektiven Behandlungsmethoden existieren.

Die Studienbeteiligten sind angemessen versichert.

Argumente zu Pfad 3a:Ja, verbrauchende Forschung an Embryonen in vitro darf und/oder soll durchgeführt werden.1Embryonenforschung könnte den entscheidenden Wissenszuwachs bringen, um die Risiken von Keimbahneingriffen besser einzuschätzen und zu reduzieren. Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit2Ein Übergang zu klinischen Studien ohne solche Forschung wäre unverantwortlich.Verantwortung

Argumente zu Pfad6.3b:Nein, man darf und/oder soll keine Keimbahneingriffe zu Enhancement-Zwecken durchführen1Staatlich gesteuerte Enhancement-Eingriffe zur großflächigen Durchsetzung eugenischer Ziele sind als Verletzung des Instrumentalisierungsverbots abzulehnen. Menschenwürde2Sollten genetische Enhancements sich als soziale Praxis etablieren, könnte dies einen schleichenden Mentalitätswandel hin zu Ideologien der „Machbarkeit“ befördern und das menschliche Selbstverständnis nachteilig verändern. Menschenwürde3Es könnte die freie Entscheidung von Eltern hinsichtlich ihrer reproduktiven Entscheidungen durch sozialen Druck eingeschränkt oder ihnen neue und problematische Formen von Verantwortung aufgebürdet werden. Verantwortung| Freiheit4Die innere Freiheit und Selbstzwecklichkeit des genetisch veränderten Kindes könnten eingeschränkt werden, besonders dann, wenn Eigenschaften verändert würden, die seine künftigen charakterlichen Dispositionen mitbestimmen oder nur in besonderen, von den Eltern für ihr Kind vorgesehenen Lebensplänen sinnvoll erscheinen. Menschenwürde | Freiheit5Keimbahneingriffe zu Enhancement-Zwecken sind jedenfalls dann problematisch, wenn die natürlichen Grenzen der menschlichen Spezies überschritten werden. Ein solcher Schritt jenseits der Naturgrenzen eines hyperkomplexen biologischen Systems und jenseits besonderer anthropologischer Bedingungen und Grenzen ist angesichts der damit verbundenen unbekannten Risiken unverantwortlich. Natürlichkeit| Verantwortung6Im Vergleich zu medizinisch orientierten Eingriffen wird Enhancement-Zielen vielfach nur ein moralisch niedriger Rang zugebilligt; daher werden für Risiko-Abschätzung und Schädigungsvermeidung besonders strenge Kriterien postuliert Schädigungsvermeidung und Wohltätigkeit7Eine breite Enhancement-Praxis könnte zudem negative Folgen für Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit haben, jedenfalls solange die Finanzierung solcher Eingriffe Privatsache bleibt. Auch eine schleichende Erosion der Bereitschaft zur solidarischen Unterstützung in der Gesellschaft wird befürchtet, bis hin zur Abkopplung optimierter Individuen oder Gruppen vom Rest der Gesellschaft. Gerechtigkeit| Solidarität

Das Vorhaben wäre bei der vom Deutschen Ethikrat empfohlenen internationalen Institution zu registrieren.

Die Auswahl der Studienpopulation wurde mit Blick auf ein angemessenes Chancen-Risiken-Verhältnis sorgfältig plausibilisiert.

Es erfolgt gesundheitsökonomische Forschung zur Abschätzung von Finanzierungsfragen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ein detaillierter Studienplan, der entsprechende Aufklärungs-, Einwilligungs-, Aufsichts- und Kontrollmechanismen gemäß den etablierten Standards für klinische Forschungen enthält, liegt vor und wurde von zuständigen Kontrollinstitutionen genehmigt.

Es erfolgt ethische und sozialempirische Begleitforschung zur Einschätzung von gesellschaftlichen Auswirkungen.

Chancen und Risiken für die Anwendung am Menschen müssen anhand dieser Evidenzgrundlage transparent und expertengestützt abschätzbar sein, und zwar auch mit Blick auf eventuell spätmanifestierende Merkmale.

Eine langfristige Begleitforschung zu eventuellen individuellen, kulturellen und sozialen Folgen der jeweiligen Eingriffe ist zu gewährleisten.

Die Studienorganisation verpflichtet sich, eine wissenschaftliche Betreuung der nach Keimbahneingriffen entstehenden künftigen Personen für einen angemessen langen Studienzeitraum auch nach deren Geburt fortzuführen.

Es erfolgt evidenzbasierte Forschung zur Mortalität, Morbidität, Lebensqualität etc. nach Keimbahneingriffen im Vergleich zu alternativen Behandlungsansätzen.

Es erfolgt kontinuierliche Kommunikation und öffentliche Beteiligung.

Bewegen Sie den Mauszeiger über die weißen Kreise, um Einzelheiten zu erfahren.

Er erfolgt langfristiges Monitoring von eventuellen Populationseffekten.